Schnittmustermix beim Hoodies nähen

Herbstzeit ist Hoodiezeit, und weil ich Standardschnitte meistens langweilig finde, bin ich in die Tiefen meines Sammelsoriums an Schnittmustern abgetaucht und habe wild kombiniert.

Bjelle-Pullee

Der Pulli Bjelle von Mamili1910 schlummert bestimmt schon fast ein Jahr lang in den Tiefen meiner Schnittmusterbibliothek, genauso geht es auch dem Lady Pullee von Nipnaps. Irgendwie konnte ich für beide nicht die Motiviation, geschweige denn den richtigen Stoff finden, aber irgendwie hat es mich am Wochenende überkommen – Ich bin im Hoodiefieber.

Kurzerhand hab ich mir Papier und Stift geschnappt und in mühsamer Handarbeit die Schnittmuster vom Bildschirm abgezeichnet – Die Druckerpatrone war mal wieder leer, aber wer schön sein nähen will, muss leiden. Der Grundschnitt meines neuen Kuschelpullis ist der Pullee, Ausschnitt und Kapuze sind vom Bjelle.

Während des Nähens gefiel mir mein Werk zuerst überhaupt nicht. Mir sind so viele Dinge ins Auge gefallen, die mich gestört haben. Hier fast zu eng, da zu kurz und die Farbe ist doch nicht so meins. Zwischendurch wäre er auch fast direkt in der „Kiste der Schande“ gelandet, weil zusätzlich auch noch der Stoff eine miserable Qualität hat und sehr leicht ausreißt. Ich war furchtbar enttäuscht…. Und dann hab ich die Ösen gesetzt und die Kordel eingezogen und hab mich endlich in dem Pullee zuhause gefühlt.

Hoodie-Herbst: In meinem kuscheligen Bjelle-Pulle wird mir bestimmt nicht kalt

Ein Paar kleine Kritikpunkte habe ich dennoch. Zum einen finde ich den Übergang von der Kapuze zum Schnitt nicht schön. Die Kapuze wird einfach passend angesetzt. Auch wenn man das nicht zwangsläufig sieht, gefällt es mir nicht, wenn man Innennähte evtl. sehen könnte.

Der Ausschnitt des Bjelle vom Nahen. Der „unschöne“ Übergang von Ausschnitt und Kapuze sind gut zu erkennen.

Zum anderen ist die Bauchtasche vom Pullee einfach viel zu klein und irgendwie unpraktisch. An den Seiten ist keine Erhöhung, damit nichts rausfallen kann und ich würde es nicht wagen etwas anderes als meine Hände in die Tasche zu stecken, aus Angst, dass es heraus fallen könnte.

Seht ihr, wie schmal und flach die Tasche ist? Nicht einmal mein Handy passt sicher dort hinein – Ich finde das schade.

Trotzdessen gefällt mir meine Kreation sehr gut. Der Pulli ist herrlich warm und kuschelig – genau das richtige für kalte Herbst- und Wintertage.

Wenn die frische Brise an der Nordsee mitspielt gibt es richtig schöne Schnappschüsse.

Habt ihr schon einmal verschiedene Schnitte kombiniert? Was sind eure liebsten Schnittmustermixe?

Schnitte:

Bjelle von Mamili1910
Lady Pullee von Nipnaps

Material:

1.5m petrolfarbener Wintersweat vom Stoffmarkt
0.5m blau-weißer Jersey vom Tedox
10 Ösen, Vlieseline H250 und ca. 0.7m schwarze Kordel

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Nähzeit am Wochenende

Bluse Lene

Ute näht Lene

Als vor einem Monat der Aufruf von Konfetti Patterns von Lissi Wilbat (die auch das Buch Alles Jersey – Cool Kids: Kinderkleidung selber nähen geschrieben hat) zum Probenähen kam, habe ich nicht lange gezögert. Die Bluse Lene sollte probegenäht werden, ein Shirt aus Webware  im Oversize-Look.

Da meine Schubladen voller Webware stecken, die noch vernäht werden möchte, und ich zudem einen neuen Job habe, für das ich ein, zwei neue Blusen durchaus gut gebrauchen konnte, habe ich mich direkt beworben. Und mich wie Bolle gefreut, als ich genommen wurde!

Bluse Lene nähen
Hallo, Lene! Nice to meet you!

Lene, du hast es oft nicht leicht

Ich habe bereits eine Bluse mit Bubikragen genäht: Ein Patternhack von der Bluse „Mimi“ von Tilly and the Buttons, war jedoch mit dem Kragen nie ganz zufrieden. Deshalb habe ich mich auf den Bubikragen besonders gefreut! Schließlich war es jedoch unter anderem der Kragen, der mich einige Nerven gekostet hat. Leider lief während des Probenähens nämlich nicht alles rund. Und – ein neuer Vollzeitjob und zeitaufwändiges Probenähen vertragen sich nicht so gut, wer hätte das gedacht? Ich hatte einige Male ein schlechtes Gewissen, weil ich meine Bilder und Kommentare so spät abgegeben habe und/oder vom Büro zu müde war, um mich an die Nähmaschine zu setzen.

Passform-Probleme mit Lene

Die Bluse Lene wird von Konfetti Patterns folgendermaßen beschrieben:

Lene ist ein leichtes Oversize-Blusenshirt: Schnell genäht wie ein Shirt, aber doch blusenhaft.
Lene kann ganz lässig daherkommen als luftiges Shirt mit Beleg am Ausschnitt, aber auch ein wenig schicker mit hübschem Bubikragen.

Das „Oversize“ habe ich zwischendurch öfter überlesen. Und ich habe so meine Zweifel an weiten Klamotten, da ich mir immernoch nicht sicher bin, ob das unvorteilhaft für meine Figur oder aber cool und lässig ist. Meine Bluse von McCalls zum Beispiel trage ich wegen der Weite nicht so gern. Und auch bei Lene musste ich erst einmal schlucken, als ich die erste Version (zum Glück aus Probestoff, uralter Bettwäsche) anprobierte und an mir heruntersah.

Ich habe mich an die Passformtabelle im Schnitt gehalten und dementsprechend bei BU 86 eine 36 genäht. Die saß aber viiiiiiiel zu weit und sah mit den langen Ärmeln aus wie ein Pyjama-Oberteil.

In der nächsten Version habe ich mich dann eine Größe kleiner versucht. Größe 34 ist auch die kleinste Größe, die im Schnittmuster enthalten ist. Das finde ich etwas schade: Für die ganz zierlichen Frauen ist die Bluse Lene dann leider nicht geeignet.

Kragen nähen will gelernt sein

Die Größe 34 hat dann auch gepasst und ich gefalle mir darin gut. Doch die nächste Schwierigkeit ließ nicht lange auf sich warten: Der Bubikragen. Der ist nämlich leider gar nicht so einfach zu nähen: Am besten funktioniert es bei mir tatsächlich, wenn ich mir die gewünschte Form direkt aufmale und dann auf der gezeichneten Linie nähe. Um das herauszufinden, hat es allerdings auch drei Anläufe gebraucht (zum Glück waren ja zwei meiner drei Line-Blusen Probeteile). Vorher war alles krumm und schief! Wer genau hinsieht, erkennt auch jetzt noch kleine Unregelmäßigkeiten.

Die Farbwahl für die Bluse Lene

Nachdem ich erst mit einer Version in hellblau mit rotem Kragen geliebäugelt und sie dann in der allerersten Probeversion auch umgesetzt habe, musste ich feststellen, dass der rote Kragen mich an Clowns erinnert (könnte möglicherweise aber auch daran liegen, dass ich an dem Tag etwas über die Neuverfilmung von „Es“ las). Nachdem ich in der Probeversion 2 einen geblümten Kragen zu hellblau hatte und mir das auch nicht gefiel, habe ich umdisponiert und mich entschieden, die Bluse Lene unifarben zu nähen: Die Wahl fiel auf ein fröhliches anthrazit-grau. Das lässt sich auch gut für den Workspace kombinieren.

Bluse Lene Konfetti Patterns
Die Hamburger Parks boten mit ihrer herbstlichen Farbenpracht eine schöne Kulisse für die fröhlich graue Lene!
Fazit

Die Bluse Lene und ich sind uns leider nicht sofort warm geworden, aber manchmal braucht es eine Phase der vorsichtigen Anbahnung, ehe sich eine Freundschaft draus entwickeln kann. Mit der richtigen Farbwahl und mit kurzen Ärmeln gefällt mir Lene richtig gut und ich habe sie auch schon zur Arbeit angezogen. Zudem ist sie wirklich schnell genäht, das muss man ihr einfach zugute halten. Ich denke sogar schon über weitere Versionen nach, dieses Mal ohne Kragen: Vielleicht gönne ich mir endlich mal den Liberty of London-Stoff, mit dem ich schon so lange liebäugele, und nähe daraus eine weitere Lene?

Blusenshirt Lene nähen

Lene von Konfetti Patterns

Und wie gefällt euch die Bluse Lene?

 

Schnitt: Blusenshirt Lene von Konfetti Patterns

Stoff: ca 1 m grauer Blusenstoff von eBay

 

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It’s new Linkparty 

 

 

Plotten ohne Plotter

Wer braucht schon einen Schneidplotter?

Schon länger schlummerte in mir der Wunsch, meine Nähwerke mit diesen tollen sogenannten „Plots“ zu verschönern und jetzt habe ich mich endlich auch einmal daran versucht – trotz fehlendem Plotter. Es geht nämlich auch ohne! Fürs Plotten ohne Plotter braucht man nur ein wenig Geduld!

Ich zeige euch hier eine Step by Step-Anleitung, mit der ihr in 6 einfachen Schritten auch ohne Plotter plotten könnt!

Mein selbstgenähter und fertig beplotteter Beutel
Was ist überhaupt ein Plotter und ein Plot?

Hier ist von einem Schneidplotter die Rede, der mithilfe von Messer oder Laser ein Motiv in eine Folie schneidet, die dann aufgebügelt werden kann. Dieses Motiv ist ein Plot.

Eine tolle Übersicht über einen Einstieg ins Plotten findet ihr bei Alles für Selbermacher.  Dort gibt es eine schöne Zusammenfassung über das benötigte Zubehör und die Funktionsübersicht von Plottern.

Der Unterschied zwischen Plotterfolie und der Bügelfolie zum Bedrucken liegt natürlich zum einen daran, dass beim Plotten das Motiv ausgeschnitten und dann aufgebügelt wird, während die Bügelfolie eben nur bedruckt wird. Vor allem beim Waschen der beplotteten/bedruckten Textilien ist ein Unterschied erkennbar: Ersteres verträgt rund 80°C, während Bügelbilder nur bei 30°C gewaschen werden sollten.

Plotten ohne Plotter

Beim Plotten ohne Plotter nutze ich die Folie, die normalerweise zum Plotten benutzt wird. Da mir aber das Gerät fehlt, dass den Plot ausschneidet, muss ich es selbst ausschneiden – mithilfe von Schere und Cuttermesser. Das kann ganz schön viel Arbeit sein, aber auch meditativ wirken.

Aller Anfang ist schwer: Meine Materialbeschaffung

So ganz einfach war es  nicht, alle nötigen Materialien dafür zusammen zu kriegen. Das fängt schon mit der Folie an: Bei Amazon bekommt man zwar Flexfolie oder Flockfolie, leider aber nur in größeren Paketgrößen und ich wollte doch nur mal ausprobieren, wie das mit dem Plotten funktioniert.

Nach ausgiebiger Recherche habe ich mich entschieden, meine Folie bei kreativmanufaktur.bayern zu bestellen und hab es auch nicht bereut. Zu den 5 DIN A4 Bögen Flexfolie, die ich bestellt hab, kamen noch 5 Teststreifen von der Flexfolie (ca. 30x8cm) dazu – einfach so.

Als weiteres Werkzeug benötigt man noch ein Skalpell. Laut Internet hätte würde man die in jeder Apotheke für’n Appel und’n Ei bekommen – denkste. Ich hab in 4 Apotheken danach gefragt und keine hatte Einmalskalpelle vorrätig. Ich musste mich dann geschlagen geben und doch ein teureres Bastelskalpell kaufen, schließlich lag die Folie schon Zuhause auf dem Tisch und meine Neugierde wollte gestillt werden.

Außerdem sollte man noch eine Schneidunterlage haben. Das kann ein einfaches Brett, die gute Schneidematte oder auch eine kleinere Schneidematte sein.

An die Folie, Fertig, Los!

Das braucht ihr zum Plotten ohne Plotter:

  • Flex- oder Flockfolie
  • Skalpell zum Ausschneiden und Entgittern
  • Schneideunterlage
  • Bügeleisen
  • Backpapier
  • Textilstück, das beplottet werden soll
  • Vorlage (Freihand oder Schablone)
plotten ohne plotter austattung
Mit geplantem Motiv oder Schriftzug, Folie, Schere, Skalpell und Klebefilm kann das Ausschneiden losgehen.

1 ) Wenn man sich eine Vorlage ausgesucht hat, kann es auch schon losgehen. Ich habe mich für die URL unseres Blogs entschieden, die ich auf einen selbstgenähten Beutel plotten möchte.

Wichtig ist, dass man die Vorlage gespiegelt ausdruckt oder aber zum Abzeichnen auf links dreht, weil man von der Folienseite (matt) aus zuschneidet und diese dann später direkt auf den Stoff kommt.

Motiv mit Tesa fixieren und dann vorsichtig anfangen zu schneiden.

2) Ich fixiere dann die gespiegelte Vorlage großzügig mit Klebeband auf der Folie und schneide dann mit viel Geduld und einer ruhigen Hand zu.

Das Schneiden der Folie sollte man vorher evtl. an einem Probestück üben, da die Trägerfolie ja nicht mit durchgeschnitten werden soll.

Zum Entgittern wird das Skalpell vorsichtig unter die Folie geschoben.
Hier wird die Folie zum Entgittern vorsichtig mit dem Skalpell angehoben.

3) Hat man alle Linien geschnitten, geht es daran das Bild zu entgittern – also den Plot von der übrigen Folie zu trennen. Dazu wird die Spitze des Skalpells vorsichtig unter die Teile vom Bild geschoben, die nicht auf den Stoff sollen, und dann die Folie vorsichtig abgezogen.

Ein Teil des Schriftzuges ist fertig entgittert.

Tada – Fertig ist der Plot.

Der Plot wird mit der Klebeseite nach unten auf den Beutel gelegt. Dann wird gebügelt!

4) Jetzt geht es ans Bügeln! Dafür benötigt man neben Bügelbrett und -Eisen einen Zuschnitt Backpapier.

5) Das Backpapier wird auf den Plot gelegt. Das Bügeleisen wird auf „Baumwolle“ gestellt. Wenn es heiß ist, das Eisen auf den Plot und das Backpapier stellen und mit viel Druck 20 Sekunden (nach Herstellerangaben) heiß werden lassen.

Die Folie muss vorsichtig abgezogen werden.

6) Dann den Plot kurz auskühlen lassen und die Folie vorsichtig abziehen, solange sie noch warm ist. Fertig ist das beplottete Kunstwerk!

Fertiger Beutel: Das Schnittmuster dafür stammt übrigens aus dem Buch „Skandinavische Mode selbst gemacht“.

Wie gefällt euch mein Beutel und wie findet ihr meine Anleitung? Habt ihr selbst schon einmal geplottet oder besitzt ihr sogar einen Plotter? Ich bin gespannt auf eure Kommentare!

 

T-Shirt Freebook

Mein liebstes Freebook

Die besten Dinge im Leben… gibt’s manchmal umsonst! Ich habe mein Herz verloren an einen T-Shirt-Schnitt. Und das ist nicht irgendein besonderer, mit vielen aufregenden Details – nein, es ist einfach ein Basic T-Shirt Schnitt. Aber er sitzt wie angegossen. Und das beste daran: Es ist ein gratis Freebook!

Freebook T-Shirt nähen
Polka Dots gehen immer!

Es war der erste T-Shirt Schnitt, den ich ausprobiert habe und es ist immer noch der, den ich am meisten nutze. Ich habe inzwischen zig Versionen genäht – mit kurzen Ärmeln, langen Ärmeln, Bündchen… ein paar davon möchte ich euch heute zeigen!

Freebook T-Shirt nähen
Eine Auswahl meiner Shirts, die ich nach dem gratis T-Shirt Schnittmuster vom Peppermint Magazine genäht habe.

Kurz vorgestellt habe ich mein Lieblingsshirt schon in meinem Beitrag über meine selbstgenähte Urlaubsgarderobe – denn natürlich durfte ein super bequemes T-Shirt in den Ferien in Schweden nicht fehlen!

Der Schnitt
T-Shirt nähen Freebook
Hallo, Lieblingsshirt!
T-Shirt nähen für Damen
Meine neueste Version ist aus gepunkteten Punta di Roma und hat zusätzlich Bündchen an den Ärmeln.
T-Shirt Freebook Frauen
Und hier die Rückseite des Shirts.

Es handelt sich um ein Basic Jersey T-Shirt ohne aufregende Details oder Firlefanz: Das Jersey Top vom Peppermint Magazine (in der Sewing School gibt es viele tolle kostenlose Schnittmuster, z.B. habe ich auch den Vintage-Style Skirt nachgenäht). Mit 3/4 Ärmeln und einem Kragen mit Bündchen. Das wars. Aber er sitzt perfekt!

Mit dem Schnitt umschmeichelt der Jersey meinen Körper wie eine zweite Haut, betont da, wo betont werden soll und verzeiht gnädig das Hüftgold. Das lässt viel Spielraum für tolle und wilde Stoff-Kombinationen! Im Designbeispiel wird ein schräg gestreifter Jersey mit marineblauen Ärmeln kombiniert.

Meine Nähanfänge

Vor circa 1,5 Jahren habe ich das erste Mal mit Jersey genäht. Ich hatte Riesen-Respekt davor, denn ich habe lange gedacht, dass ich unbedingt richtig gut nähen muss und eine Overlock brauche, um mit dem dehnbaren Material zu nähen. Tja, falsch gedacht. Irgendwann fasste ich mir ein Herz, bestellte eine Jersey-Nadel und nähte los – an meiner alten Singer mit Zickzackstich.

Die ersten Stücke, die ich hervorbrachte, waren alles andere als sehenswert. Deshalb war es mir auch so wichtig, für den Anfang kostenlose Schnittmuster zu benutzen (auch so ist Nähen ja nicht unbedingt ein günstiges Hobby). Aber mit dem T-Shirt Freebook habe ich direkt einen richtig guten Fang gemacht. Ich fand die englische Anleitung super verständlich und konnte so meine Skills im Jersey nähen ausbauen, z.B. indem ich das erste mal Ärmel einnähte.

Jersey Top Freebook: Ein Klassiker in meinem Kleiderschrank
T-Shirt nähen Ringel
Meine Versionen mit Streifen: Das linke besteht aus einem alten T-Shirt meines Freundes, sehr praktisch, da man Säume einfach übernehmen kann.

Mit der Zeit sind meine T-Shirts immer besser geworden. Vielleicht liegt es daran, dass ich immer nur mit dem selben Schnitt übe? Inzwischen habe ich sechs verschiedene Versionen genäht: mit Punkten, Streifen, aus Tiermotiv-Stoffen und aus alten, mir viel zu groß geratenen Shirts geupcycelte. Ich variiere die Ärmellänge und gebe manchmal am Saum einige Zentimeter hinzu.

T-Shirt Upcycling
Links: Aus einem alten T-Shirt meiner Mama geupcycelt und mit tropisch-gemusterten Bündchen versehen; rechts: aus Simply Swans von Hamburger Liebe.

Ich kann also quasi jeden Tag in der Woche blind in den Kleiderschrank greifen und habe mit dem Shirt nach dem Freebook immer ein Teil parat, was gut sitzt und zu Jeans in schwarz oder blau perfekt passt. (Selbstgenähter) Cadigan drüber, fertig ist das Outfit.

T-Shirt nähen Frauen gratis Schnittmuster
Die Punkte-Shirts sind meine Favoriten und werden am meisten getragen.

Shirt Polka Dots

Wie geht es euch? Kennt ihr den Schnitt schon und mögt ihn auch so sehr wie ich? Und was sind eure Evergreen-Schnittmuster, die ihr wieder und wieder näht?

 

Schnitt:  Jersey Top vom Peppermint Magazine 

Verlinkt bei: Kostenlose Schnittmuster Linkparty, MeMadeMittwoch 

Latzkleid Cleo nähen

Latzkleid Cleo im September

Bereits zum fünften Mal mache ich bei der #12coloursofhandmade-Fashion Challenge mit, aber noch nie ist es mir so schwer gefallen, mich für ein Projekt zu entscheiden! Nach langem Überlegen habe ich diesen Monat ein Latzkleid von Tilly and the Buttons genäht: Vorhang auf für Cleo!

Tilly and the Buttons Cleo dress
Ente, Ente, Ente, Gans – zufrieden!
Cleo von Tilly and the Buttons

Ich mag die Schnitte von Tilly and the Buttons sehr gern! Ich habe bereits öfter geschrieben, dass ich meine allerersten Projekte überhaupt aus ihrem ersten Buch Liebe auf den ersten Stich habe. Und inzwischen habe ich mich fast ganz durchgenäht mit der Bluse Mimi in blau und türkis, dem Rock Clémence und dem Kleid Lilou!

Doch als vor einer ganzen Weile der Schnitt „Cleo“ als dungaree dress (Jeans-Latzkleid) oder pinafore dress (Latzkleid) erschien, konnte ich mich nicht damit anfreunden. Er schien mir einfach… zu kindlich. Zum Glück bin ich nochmal in mich gegangen!

Cleo und Karo

Es war der Stoff, der mich schließlich überzeugte. Ich konnte den wunderbar karierten Wollstoff mit Entenprint zum absoluten Schnäppchenpreis bei eBay ergattern und überlegte mir fortan, was ich daraus nähen sollte. Ich war mir unsicher und zudem war es im Sommer zu warm für Wollstoffe, so dass ich das Projekt auf den Herbst verschob. Doch dann kam der September, damit auch die Farbe orange für die #12coloursofhandmadefashion-Challenge und nachdem ich erst ernsthaft überlegt hatte, doch ein Mal auszusetzen, fiel mir mein karierter Entenstoff wieder ein. Ha, die Entchen waren orange!

Wollstoff kariert
Enten und Karo? Aber klaro!

Zunächst liebäugelte ich mit einem Faltenrock, doch ich hatte erst letzten Monat einen genäht und wollte nicht, dass die Vögel nicht mehr zu erkennen sein würden. Und dann kam die Eingebung – ein Latzkleid sollte es sein!

Zeitreise mit Cleo

Mit dem karierten Cleo-Kleid begebe ich mich zurück in die Vergangenheit – denn ich hatte schonmal ein kariertes Latzkleid! Es ist stolze 21 Jahre her, ich war also noch ein Kind, und trug das Kleid zu einer ganz besonderen Gelegenheit, dem 90. Geburtstag von meiner Uroma. Sie ist übrigens 99 geworden und ich mochte sie und die Geschichten, die sie mir erzählte, sehr. Heute bewundere ich die Stärke, den Humor und den Optimismus, die sie immer bewährt hat. Das Kleid ist also eine kleine Hommage an meine Uroma und ich freue mich, jedes Mal an sie zu denken, wenn ich es trage.

Latzkleid nähen

Das Kleid Cleo zu nähen war übrigens ziemlich einfach. Es ist auch als Beginner-Schnitt eingestuft – kein Wunder, da es keine Abnäher, Reißverschlüsse oder schwierige Raffungen beinhaltet. Insgesamt müssen nur 6 Teile ausgeschnitten werden und die Anleitung ist wie bei allen Tilly and the Buttons-Schnitten tadellos. Also konnte ich einen Sonntagnachmittag damit verbringen, zu kleben, zu schneiden, zu bügeln und zu nähen.

Ich habe einige sehr wenige Änderungen vorgenommen. Am auffälligsten ist vielleicht, dass ich das Vorderteil des Kleides aus einem Stück genäht habe. Da ich keinen Muster-Wirrwarr mit den Karos und den Enten vorne auf meiner Cleo haben wollte, habe ich einfach die 1,5 cm Nachtzugabe des Vorderteils weggeschnitten und es so in den Stoffbruch gelegt. Natürlich habe ich dementsprechend auch die Ziernähte an der Vorderseite weggelassen.

Beim Wenden der Träger habe ich mich übrigens sehr gefreut, ein Wende-Set zu besitzen! Das habe ich mir zugelegt, nachdem ich beim Wenden einer selbstgenähten Fliege einmal schier verzweifelt bin. Das Werkzeug ist tatsächlich recht primitiv, aber easy-peasy in der Handhabe und ein unverzichtbarer Helfer geworden.

Oversize-und Lagen-Look

Der Schnitt war für mich zunächst gewöhnungsbedürftig, da das Kleid sehr weit – um nicht zu sagen „sackig“ – fällt. Ich nähe sonst lieber Kleidung, die die Figur betont.  Doch jetzt ist schließlich ohnehin Herbst und bald verschwindet alles unter dicken, gefütterten Jacken. So kombiniere ich das Latzkleid Cleo mit einer dicken Strumpfhose und einem grauen Shirt und es gefällt mir ganz gut. Vielleicht führe ich Cleo ja sogar mal ins Büro aus?

Kleid Cleo nähen
Ich hab mir Enten vor den Latz geknallt…
Latzkleid Träger nähen
Hier passt nicht alles hundertprozentig: Ich habe mir Mühe gegeben, damit die Karos sich treffen, aber mit den Enten hat es nicht funktioniert. Was mir gefällt: Die Träger.
Damen Latzkleid nähen
Cleo wirft sich in Pose

Wie gefällt euch mein Latzkleid? Habt ihr auch schonmal eines genäht oder findet ihr, dass das nur etwas für Kinder ist?

 

Schnitt: Latzkleid von Tilly and the Buttons

Stoff: Wollstoff-Schnäppchen bei eBay

 

Verlinkt: #12coloursofhandmadefashion bei Tweed & Greet, MemadeMittwoch

Socken nähen: Sockenliebe vs. Ringelprinz

Ran an die Reste: Socken nähen

Ich liebe bunte und verrückte Socken! Daher war es nur eine Frage der Zeit, ehe ich selbst Socken nähen würde. Ich habe die Schnittmuster „Sockenliebe“ und „Ringelprinz“ ausprobiert und verglichen.

Eigentlich  habe ich hässliche Füße. Daher hätte ich auch nie gedacht, dass ich sie auf dem Blog zur Schau stellen würde. Aber plötzlich erfasst die Näh-Community der Socken-Hype! Vielleicht liegt die Popularität am kommenden Herbst oder daran, dass so viele gerne auch den allerkleinsten Stofffetzen noch verwenden. Jedenfalls ist er da und es war klar, dass ich auf den Trend aufspringen und selbst Socken nähen würde. Und diese dann auch auf dem Blog zeigen – also meine Füße präsentieren! Die krummen Zehen sieht man in den Socken glücklicherweise nicht. Den Hallus Valgus schon. Tja, da müsst ihr durch.

Socken selber nähen
Links Sockenliebe, rechts Ringelprinz. Die Flecken sind Regentropfen, denn inmitten des Shootings fing es an zu schütten und wir mussten auf Omas hübschen Terrazzo-Boden als Location ausweichen.

Socken-Schnittmuster im Vergleich

Zwei Schnittmuster sind zur Zeit populär: Das Freebook „Sockenliebe“ von Cherry Picking und die Neuerscheinung „Ringelprinz(essin)“ von Hilli Hiltrud. Ich habe beide Schnittmuster ausprobiert, vergleiche sie miteinander und zeige euch hier die Ergebnisse.

Freebook „Sockenliebe“ von Cherry Picking nähen

Einen Pluspunkt gibt’s natürlich erst einmal dafür, dass die Anleitung und der Schnitt kostenlos sind! Auf nur zwei DIN A4 Seiten ist alles fix ausgedruckt und schnell vorbereitet. Den Stoff habe ich mir von verschiedenen T-Shirts, die bereits reif für den Altkleidercontainer waren, zusammengesucht. Das ist eine schöne Möglichkeit zum Upcycling.

Freebook Sockenliebe
Meine Sockenliebe-Socken bestehen aus drei unterschiedlichen Stoff-Resten.
– Die  Anleitung

Die Anleitung ist sehr knapp gehalten. Wer noch nie zuvor Socken genäht hat, muss erst einmal grübeln! Auch, dass es nur ein Bild von den Socken (und das in Pumps) gibt, erschwert das Nähen, da man keine Vergleichsmöglichkeiten hat. Ehe ich verstanden habe, dass die Ferse  mithilfe von Kellerfalten genäht wird und ob ich diese auf der rechten oder linken Seite der Sohle machen soll, ist einige Zeit vergangen.

– Das Nähen

Ich habe die Socken an der normalen Nähmaschine genäht und nicht an der Overlock, da ich das mit den vielen Rundungen gar nicht so einfach finde. Da ich faul bin und auch keine Lust auf störende Nähte habe, habe ich nichts versäubert. Die verschiedenen Teile sind groß genug, um gut damit zu arbeiten.

– Passform

Die Ferse passt gut in die Kellerfalten, angezogen sieht der Socken ganz hübsch aus. Was mir nicht gefällt: Auf der Oberseite des Sockens bilden sich Falten. Auch das Bündchen bildet keinen geraden Abschluss.

Sockenliebe nähen
Hier gut erkennbar: Graue Sohle und Fersenfalte.
Sockenliebe Cherry Picking
Aber hallo, Farbe!
– Tragekomfort

Da ich die Nähte nicht extra versäubert habe, stören sie auch nicht. Die Socken bleiben auch mit Schuhen beim Gehen da, wo sie sollen. Mit Schuhen bilden die verschiedenfarbigen Schnitteile bei mir einen witzigen Kontrast, jedoch kann man auch hier die Falten erkennen.

„Ringelprinz“ von Hilli Hiltrud nähen

Das Socken-Schnittmuster von Hili Hiltrud gibt’s gleich in drei verschiedenen Versionen: Als Strumpf, Sneakersocke und Sneakersocke mit höherer Ferse. Bereits auf den Bildern im eBook kann man erkennen, dass die langen Strümpfe im Knöchelbereich oben Falten schlagen, daher habe ich mich gegen sie entschieden. Die Sneakersocken hingegen fand ich spannend. Nachdem ich erst die reguläre Sneakerversion getestet und festgestellt habe, dass die an meinen Füßen herunterrutscht, nähte ich die Sneakersocken mit der höheren Ferse.

Besonders mag ich auch ihre Idee, die Sockensohle aus Sweatstoff-Resten zu nähen! Das ist richtig kuschelig für jemanden wie mich, der ständig kalte Füße hat.

Das Schnittmuster besteht aus vier DIN A4-Blättern, die zunächst zusammengeklebt werden müssen.

Socken Hilli Hiltrud nähen
Regennasse Sneaker-Socken.
–  Die Anleitung

Gut bebildert und ausführlich. Es fehlt jedoch ein Bild-Beispiel zum Nähen der Sneakerversion mit der höheren Ferse.

– Das Nähen

Auch hier habe ich mich nicht an die Overlock getraut. Die Sneakersocken bestehen aus vier Teilen, von denen drei relativ klein sind. Ich hatte Schwierigkeiten, die Sockenteile gut festzustecken. Fast einen Krampf bekommen habe ich beim Bündchen annähen, da der Sockenteil, an den der Bund genäht werden muss, an einer Stelle sehr schmal ist (hier einmal ein großes Lob an alle von euch die für Kleinkinder nähen: Ich würde durchdrehen, wenn ich ständig mit solchen Friemelarbeiten zu tun hätte). Versäubert habe ich auch beim Ringelprinz nichts.

– Passform

Wenn sie erst einmal genäht sind, passen die Socken prima. Nirgendwo sind Falten. In der Ferse sitzen die Socken sehr gut.

Ringelprinz Socken nähen
Die dunkle Sohle aus Sweatshirt gefällt mir besonders. Einziger Nachteil: Dalmatiner-Haare sind darauf sehr gut zu sehen.
– Tragekomfort

Nichts drückt, und alles bleibt beim Tragen dort, wo es sein soll. Aufgrund der Sneakersockenlänge sieht man die Söckchen in Schuhen gar nicht.

Socken nähen: Fazit

Wenn Menschen aus der Näh-Community behaupten, sie hätten 15 Paar Socken in einer Stunde genäht, kann ich das kaum glauben. Ich finde es gar nicht so einfach, mit den vielen kleinen Teilen zu hantieren. Besonders an der Overlock! Daher brauchen auch die beiden vorgestellten Schnittmuster ihre Zeit. Besonders der „Ringelprinz“ dauert mit seinen klitzekleinen Schnitteilen – dafür bin ich von der Passform aber auch wirklich überzeugt. Die „Sockenliebe“ hingegen sitzt, finde ich, nicht ganz so gut. Dennoch ist das Freebook eine gute Lösung, wenn man das Socken nähen ersteinmal ausprobieren möchte. Beide Schnittmuster eignen sich hervorragend, um noch die kleinsten Jersey-Reste zu verwerten (meine Schwester hat sich übrigens zur Resteverwertung Unterwäsche ausgesucht).

Und ihr? Habt ihr auch schon einmal Socken genäht? Die schrillsten Reste-Kombinationen ausprobiert? Und welcher Schnitt gefällt euch besser?

 

Schnitt:  Freebook „Sockenliebe“ von Cherry Picking und  „Ringelprinz(essin)“ von Hilli Hiltrud

Stoff: diverse Jersey-Reste aus alten T-Shirts, Sweatstoff-Rest

 

Verlinkt bei: Me Made Mittwoch, Stoffreste-Linkparty , Kostenlose Schnittmuster Linkparty  

 

 

 

Selbst genähtes für untendrunter

Mittlerweile kaufe ich fast gar keine Kleidung mehr im Laden, eine Ausnahmen machen da Schlüppis und Socken – bis jetzt, denn ich hab mich an Unterwäsche getraut.

Kennt ihr die wünderschönen Unterwäscheschnittmuster von Evie la Luve? Ich hab mir ihren Schnitt Esme abgeguckt und selber aus dem Freebook Eve von Pattydoo einen „eigenen Schnitt für die Esme gebastelt. Dabei war mir das Nähvideo für die Esme und insbesondere ihre Abwandlung eine große Hilfe.

Ausgetobt mit wilden Mustern

Als erstes hab ich aber natürlich die Eve ausprobiert. Auch für die Eve gibt es ein Nähvideo in dem ein wirklich guter Tipp, nämlich das Aufrollen von Vorder- und Hinterteil zum Einnähen des Zwickels, gezeigt wird. Beim Nähen war ich ganz erstaunt, wie schnell so ein Schlüppi genäht ist, innerhalb von nicht einmal einer halben Stunde hat man einen niegel-nagel-neuen Schlüppi in den wildesten Mustern vor sich liegen. Neben dem neuen witzigen Kleidungsstück hat das Nähen von „kleinen“ Dingen, wie Unterhosen, Socken und ähnlichem Firlefanz noch einen weiteren Vorteil – der Resteberg wird kleiner. Bei mir haben sich in ca. 2 Jahren aktivem Nähen mittlerweile drei Kisten  à 45l angesammelt und ich kann immernoch nicht aufhören Stoffe zu kaufen, geschweige denn mich dazu überwinden kleine, und damit meine ich wirklich kleine, Stoffreste zu entsorgen.

Meine Probe-Eve ist aus einem der wohl witzigsten Stoffe, die ich je verarbeitet habe, einem mintgrünen Jersey mit kindlichem Katzenmuster, aus dem ich zu Weihnachten eine Snugglehose genäht und verschenkt habe – den Stoff hat sie sich selbst ausgesucht. Was macht man also mit den Resten – richtig, man näht ein Paar Unterhosen und wer hier genau hinsieht entdeckt vielleicht auch den Fehler, den ich begangen habe.

Katzenschlüppi Eve inklusive Nähfehler

Die Eve hab ich in Größe 38 [HU ~100cm] genäht. Beim ersten Anprobieren passte sie super, aber je länger ich sie getragen hab, desto weiter wurde sie. Die nächste kommt dann mindestens eine, wenn nicht sogar zwei Nummern kleiner. Allerdings ist der Allerwerteste mit der Eve ein wenig knapp eingepackt, das stört mich aber herzlich wenig.

Spitzenschlüppi selbstgemacht

Jetzt aber zu meinen Abwandlungen. Die Esme von Evie la Luve hat keinen extra angenähten Zwickel sondern besteht aus einem Stück mit Verstärkung Innen, also hab ich den Zwickel von der Eve an das Vorderteil gebastelt um diesen Effekt zu bekommen. Außerdem hab ich den Übergang von der Vorderhose zu den Hinterhosen verschmälert, ca. 10cm verlängert und spitz zulaufend überlappen lassen, sowie die Kante, die später über dem Po verläuft begradigt. Das ist nötig damit man diese Kante später gut an die extrabreite (mindestens 20cm) elastische Spitze anlegen kann und die schöne Spitzenkante als Abschluss hat.

Hier einmal zum Vergleich, die beiden Schnittmuster …. hups, da hab ich bei der Esme ja glatt die Zwickelverstärkung auf dem Bild vergessen.

Schnittmuster Eve
Schnittmuster DIY Esme

Was ich natürlich nicht bedacht hab, ist dass die Spitzenkante der Hinterhose so bündig wie möglich abschließen muss damit man einen schönen Übergang hat. Ich musste die Spitze zwei Mal wieder abtrennen und neu annähen (nagut einmal weil ich beim Kürzen der Nahtzugabe etwas zu großzügig war und in die Naht geschnitten hab).

Nun möchte ich sie euch nicht weiter vorenthalten, die Tragebilder erspare ich euch aber lieber ….

Meine DIY-Esme von Vorne
… und von Hinten

Schnittmuster: Freebook Eve von Pattydoo

Stoffverbrauch: ca. 35cm (Esme)/ 25cm (Eve) Jersey, jeweils 75cm Falzgummi und ca. 80cm elastische Spitze

Verlinkt bei RUMS und Stoffreste Linkparty

RUMS

Vintage-Style Rock nähen für die #12coloursofhandmadefashion

Wau, wie schön: Für die #12coloursofhandmadefashion-Challenge entschied ich mich, einen Vintage-Style Rock zu nähen, und zwar aus einem wildgemusterten Hunde-Stoff!

Freebook Rock nähen
Mimimi, mein Rock hat Falten!
Violette Zweifel und die Qual der Wahl

„Lila? Im Ernst?“ Das waren die ersten Gedanken, die mir bei der Bekanntgabe der August-Farbe von Selmins #12ColoursofHandmadeFashion-Challenge in den Sinn kamen. Ich habe ernsthaft erwogen, diesen Monat einfach ausfallen zu lassen. Denn ich besitze kein einziges lilafarbenes Kleidungsstück – mit Ausnahme des wunderbaren Kleids „Augenweide“, das ich in fuchsia genäht habe, aber das gute Stück wartet auch noch auf seinen großen Auftritt, und einem lila Unterhemd. Aus lila bin ich eigentlich rausgewachsen. Das war die Farbe, die ich vor über zehn Jahren trug, als T-Shirt und Tuch zu Jeans und Chucks. Aber heute nicht mehr. Dachte ich.

Aber zum Glück erlauben die Regeln der Challenge ja nicht nur unifarbene Projekte, auch Details in der Farbe gelten. Also entschied ich mich für einen absolut wild gemusterten Stoff, den ich vor einigen Wochen gekauft hatte. Ein Stoff mit Hunde-Print!

Baumwolle Hunde Print
Ein Teil des Musters im Detail.

 

Stoff rosa Hund
Hier tummeln sich Dackel, französische Bulldoggen und Pudel mit fragwürdigen Frisuren.
 Nähen außerhalb der Komfort-Zone

Den Baumwollstoff fand ich zwar wirklich großartig, aber ich konnte mir einfach nicht vorstellen, wie das Muster und die Pastell-Farben als Kleidungsstück wirken. Deshalb bin ich Selmin ziemlich dankbar: Die Challenge hat mir einen Ruck gegeben, mich aus meiner Komfortzone zu bewegen! Ich habe mich nicht nur an das wilde Muster getraut, sondern auch noch einen Schnitt gewählt, den ich sonst nicht anziehen würde. Ich entschied mich für ein Freebie vom Peppermint Mag, einen Rock mit Falten – und einem hohen Bund!

Vintage-Style Rock nähen

Und mit dieser Wahl bin ich mehr als zufrieden! Schon als ich die ersten Teile zuschnitt, wusste ich, das wird richtig, richtig gut. Das Schnittmuster war leicht zu verstehen und detailliert erklärt. Das Falten legen hat sehr gut geklappt. Ich habe insgesamt zwei klitzekleine Änderungen vorgenommen: Anstatt das Vorderteil des Rocks aus zwei Teilen zusammenzunähen, habe ich es (abzüglich der vorderen Nahtzugabe) in den Bruch gelegt. Eine Naht mitten in der Mitte hätte mir nicht gefallen. Als zweites sieht die Anleitung ein Saumband vor. Das habe ich weggelassen und den Saum einfach doppelt eingeschlagen und dann abgesteppt.

Vintage-Style Rock nähen
Hier gilt: Tschüß Anti-Age, hallo Falten!
Rock mit Falten nähen
Huch, ich hab Falten am Po! Und einen (nicht ganz perfekten, aber ich bin zufrieden mit dem Fortschritt) nahtverdeckten Reißverschluss. Den habe ich übrigens mühselig aus einem alten Kleid herausgetrennt.
Rock mit großen Taschen

Was mir an diesem Schnitt am meisten gefällt: Durch den Sitz in der Taille macht er eine sehr schöne Silhouette! Der Bund sitzt viel besser am Körper an, als es z.B. bei meinem Clémence-Rock der Fall ist. Ich bin froh, etwas Neues ausprobiert zu haben! Was mir am zweitbesten gefällt: Die Taschen! Die sind einfach riesig. Da passen Hände hinein, Taschentücher, Hundeleckerlis, Schlüssel und sogar mein Handy. Ich finde, Taschen sind ein unverzichtbares Detail! Für den Taschenbeutel habe ich  quietschgelbe Baumwolle gewählt; ein Reststück, von dem ich dachte, dass ich es nie wieder benutzen würde.

Vintage-Style Rock nähen
Hier kann man die riesigen Taschen mit dem gelben Taschenbeutel erkennen.
Was passt zum 50er Jahre-Rock?

Als mein wunderbarer Rock fertig genäht war, und das ging relativ fix, und ich ihn anprobierte, stellte sich die dringende Frage: Was ziehe ich dazu an? Meine erste Idee, ein weißes T-Shirt, musste ich verwerfen, da das Ganze nach 80er Jahre Tennis-Dress aussah. Das lilafarbene Unterhemd passte auch nicht, also entschied ich mich für grau. Leider besaß ich kein graues Shirt. Nach kurzer Internet-Recherche und Suche in den Kleiderschränken meiner Geschwister hielt ich das kostenlose Schnittmuster für das Kirsten Kimono Tee von Maria Denmark sowie zwei riesengroße ungeliebte graue T-Shirts in den Händen.

Diesen Trend habe ich verpasst – schon vor ein paar Jahren geisterten unzählige Versionen des Kimonoshirts auf den DIY-Blogs herum. Mein T-Shirt ist nicht perfekt geworden, aber ich freue mich, dass das Upcycling so gut geklappt hat. Außerdem macht sich das Kimono Tee sehr gut zu meinem Vintage-Style Rock!

50er Jahre Rock nähen
Sogar die Schuhe passen.
Kimono Tee kombinieren
Grund zum Grinsen: ein DIY-Outfit.
Vintage-Style Rock nähen
Mein Hund schaut sich ganz verwundert die vielen Hunde auf dem Rock an.

 

Wie gefällt euch mein Outfit? Habt ihr den Vintage-Style Rock auch schon einmal genäht? Oder das Kirsten Kimono Tee? Ich bin gespannt auf eure Kommentare – und auf die tollen Kreationen der anderen #12coloursofhandmadefashion-Näher!

 

Schnitt: Vintage-Style Skirt, kostenloses Schnittmuster vom Peppermint Magazine

Stoff: 1,5 m Baumwolle mit Hunde-Print von Herr Schneider, Reststück gelbe Baumwolle

 

Verlinkt bei:

12ColoursofHandmadeFashion

Kostenlose Schnittmuster Linkparty

Sweatjacke Sarooja

Ah wie schön es doch in der Heimat ist. Für ein Paar Tage darf ich die salzige Luft und die immerwährende Brise, die vom Meer weht, genießen, ehe es wieder in die Pfalz zurück geht. Gegen den Wind hilft natürlich nur eines: eine schöne kuschelige Jacke und genau die möchte ich heute zeigen.

Sweatjacke Sarooja

Genäht habe ich die Sweatjacke Sarooja von Sarona Handmade in Größe M und sogar in der kürzeren Version obwohl ich einen langen Oberkörper habe (natürlich nicht, weil der Reißverschluss, den ich gekauft hatte, 5cm zu kurz war).

Habt ihr schonmal einen Reißverschluss in Jersey oder Sweatshirtstoff eingenäht? Ich finde das ist gar nicht so leicht, weil sich der dehnbare Stoff und der nicht dehnbare Reißverschluss nicht so gut vertragen. Ständig verrutscht alles, egal wie penibel man mit gefühlten tausend Nadeln und/oder Clips feststeckt. Um mich nicht wieder totzuärgern hab ich dieses Mal das Stylefix von Farbenmix benutzt und ich muss sagen, es war eine gute Wahl. Endlich ging mir das Einnähen des Reißverschluss leicht von der Hand. Kein Verrutschen, keine Fältchen, Antje glücklich.

Sweatjacke Sarooja Detailbild Reißverschluss

Und weil mir die Jacken und Pullis von Naketano immer so gut gefallen, hab ich meiner Jacke einen ähnlichen Look verpasst. Das kleine Wappen auf der Brust gefällt mir super, obwohl das Friemelarbeit ohne Ende war. Zuerst hab ich den hellgrauen Jersey, ein Rest von einem anderen Projekt, dass ich immernoch nicht gezeigt habe, mit ein bisschen Stylefix auf dem Kunstleder fixiert und die beiden Schichten, feinsäuberlich ausgerichtet, auf der Jacke festgenäht. Erst im Anschluss hab ich dann das kleine „A“ auf den Stoff gesteppt. Wie genau das funktioniert, habe ich hier schon einmal beschrieben. Hätte, ich das mal zuerst gemacht. So musste ich gefühlte Unmengen an Stoff unter meinem Nähmaschinenfuß hin- und herbewegen.

Anstelle einer Kapuze wollte ich lieber den Kuschelkragen haben. Und wie kuschelig der ist.

             

Wenn ich schonmal Zuhause bin darf ein Foto mit meiner alten Dame natürlich nicht fehlen (das eine Foto auf dem wir ausnahmsweise mal beide halbwegs anständig gucken).

Schnitt: Sarooja von Sarona Handmade

Material:
65cm Reißverschluss
80cm Kordel
50cm gemusterter Stoff
1,5m grauer Sweatshirtstoff

Verlinkt bei RUMS

Probenähen Betty Butterfly

Meinen neuen Rock hatte ich hier ja schoneinmal ganz kurz gezeigt, jetzt möchte ich aber nocheinmal anständig berichten.

Ich dachte eigentlich beim Nähen hätte ich bis auf Covern schon alles gemacht aber da hab ich mich geirrt, denn auch bei diesem Projekt konnte ich Neues ausprobieren. Einerseits habe ich zuvor noch nie so etwas wie Voile vernäht, andererseits habe ich die Rollsaumfunktion von meiner Overlock noch nie benutzt. Das waren also gleich zwei Premieren auf einmal.

Rollsäumen stand ich bisher immer eher skeptisch gegenüber, das hat sich aber schlagartig geändert als ich die erste Probenaht auf der Voile gemacht hab. Meine W6 hat einen wunderschönen gleichmäßigen Rollsaum gezaubert und ich bin hellauf begeistert davon, nur das Umbauen der Maschine ist ein bisschen nervig. Man benötigt nur die rechte Nadel für den Rollsaum, die Linke wird also ausgebaut. Die Fadenspannungen werden auf „0-4-2-7“ eingestellt. Dann wird das Messer weggeklappt, die Maschine auf „R“ für Rollsaum gestellt, die Stichlänge ebenfalls auf „R“ gestellt und ggf. noch der Differentialtransport angepasst. Die letzten beiden Einstellungen hab ich natürlich nicht gemacht (wer liest schon Betriebsanleitungen?) deswegen ist mein Rollsaum auch eher einer feine Art des Versäuberns geworden anstelle des klassischen rüschigen Rollsaums. Macht nix, ich mag meinen Rock auch so.

Meine positiven Erfahrungen mit dem Rollsaum werden allerdings ein wenig von den negativen mit der Voile überschattet. An sich wäre der Rock innerhalb von 30 Minuten genäht gewesen, aber dieser blöde rutschige Stoff hat mir einen Strich durch die Rechnung gemacht. Nur für sich gesehen ließ er sich ja ganz gut verarbeiten, aber sobald es daran ging, die beiden Schichten mit dem Bündchen zu vereinen, ging gar nichts mehr. Munter hab ich drauflos genäht um dann zu sehen, dass die mittlere Lage, also eben diese blöde Voile, nur an ein paar Stellen mit in der Naht war und ich habe wirklich vorsichtig genäht und darauf geachtet, dass alle Schichten bündig liegen. Für den Tag war es das dann erstmal mit meiner Nählaune und der Rock ist erstmal in der nächsten Ecke gelandet. Am nächsten Morgen hab ich mich dann wenig motiviert ans Auftrennen der Overlocknaht gemacht, Voile und Jersey erst mit der Nähmaschine verbunden und erst danach das Bündchen mit der Overlock angenäht, zum Glück mit Erfolg.

Schnittmuster:
Betty Butterfly von Katjuschka
Stoff:
schwarzer Jersey, 1m (Tedox)
schwarze Voile, 1m (Tedox)
Schwarzes Bündchen, 15cm

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