Buchvorstellung: Skandinavische Mode selbst genäht

Im Lesefieber

Ich liebe Bücher. Auf meinem Nachttisch liegen immer mindestens drei, die ich parallel lese. Ich lese abends, morgens in der Bahn, in der Mittagspause. Und natürlich machen Nähbücher vor meiner Leidenschaft keinen Halt. Ganz im Gegenteil: Inzwischen darf ich eine kleine Nähbuch-Sammlung mein eigen nennen. Einige davon möchte ich euch näher vorstellen. Den Anfang macht heute „Skandinavische Mode selbst genäht“* von Annabel Benilan.

Buch Skandinavische Mode Selbst genäht
Bei 24 Modellen macht das Blättern bei einer Tasse Kaffee Riesenspaß.

Nähbuchvorstellung: Skandinavische Mode selbst genäht

Die Autorin

Als ich mir das Buch „Skandinavische Mode selbst genäht“ besorgte, hatte ich keine Ahnung, wer die Autorin ist. Umso größer war mein Erstaunen, dass ich da ein Nähbuch einer Französin in den Händen hielt und nicht das einer Skandinavierin! Leider wird auch im Buch nicht groß auf die Autorin eingegangen: Es gibt kein schönes Vorwort, keine Fotografien, nur eine kurze Autoreninfo. Dabei macht Frau Benilan ganz coole Sachen. Sie hat einen Blog, schreibt andere Nähbücher (z.B. über Barbie-Mode oder für Kirugumi-Anzüge). Es gibt aus dem Stiebner-Verlag noch ein weiteres Buch von ihr: Jersey für alle Frauen.

Skandinavische Mode selbst nähen: Das Buch

Skandinavische Mode selbst genäht
Da ist für jede etwas dabei: 24 Schnitte sind in dem Buch enthalten!

Auf 95 Seiten tummeln sich ganze 24 Schnitte! Das hat mich überzeugt. Darunter sind:

  • 6 Oberteile,
  • 4 Röcke,
  • 5 Kleider,
  • 2 Hosen,
  • 1 Overall,
  • 3 Jacken,
  • 1 Cape,
  • 1 Weste
  • und 1 Tasche.

Ganz schön große Auswahl! Ein kleiner bitterer Beigeschmack: Alle Modelle sind nur in den Größen 36, 38, 40 und 42 enthalten.

Die große Auswahl auf relativ wenig Platz fordert allerdings auch ihren Tribut. Zum einen auf den Schnittmusterbögen: Zwei doppelseitig bedruckte Bögen sind beigelegt. Diese sind zweifarbig bedruckt und entsprechend vollgestopft. Es dauert seine Zeit, ehe man auf dem Bogen die richtigen Linien gefunden hat.

Skandinavische Mode selbst genäht Schnittmuster
Linien über Linien über Linien: Den richtigen Schnitt auf dem entsprechenden Schnittmusterbogen zu finden, erfordert ein wenig Zeit!

Zum anderen betrifft dieses Tribut die Anleitungen: Dieses Nähbuch ist kein Buch für Nähanfänger, dafür sind die Anleitungen zu knapp gehalten. Zum Thema allgemein gibt es nur 4 Seiten und kein Glossar. Auch bei den einzelnen Modellen ist die Anleitung nicht sonderlich ausführlich. Für jeden, der schon einmal ähnliche Schnitte genäht hat oder generell etwas Näherfahrung mitbringt, sollte dies aber kein Problem darstellen.

Skandinavische Mode selbst genäht Techniken
Näh-Techniken werden in dem Buch nur ganz grob angerissen.

Skandinavische Mode selbst genäht: Die Schnitte

Gemeinsam mit meiner Schwester habe ich zwei Modelle aus dem Buch nachgenäht, um die Schnittmuster und Anleitungen auf Herz und Nieren zu testen. Eins vorweg: Der Test wurde bestanden!

Rollkragenpullover „Lotta“ nähen

Skandinavische Mode selbst genäht: Rollkragenpullover Lotta
Unser erstes Projekt aus Buch „Skandinavische Mode selbst genäht“: Der Rolli „Lotta“

Aus 130 cm Jersey entstand ein wunderschöner Rolli in Größe 38. Statt, wie im Buch angegeben, mit Jerseynadel in einer Haushaltsnähmaschine, wurde hier alles mit der Overlock genäht und ging so wirklich fix! Der Rolli sitzt wirklich sehr gut und auch die knappen Nähanleitungen haben keinen Schaden angerichtet, da Antje ausreichend Näherfahrung besitzt.

Rollkragenpullover Lotta Skandinavische Mode selbst nähen
Mit dem richtigen Muster ist ein Rolli alles andere als langweilig!
Skandinavische Mode selbst genäht: Rolli nähen
Bei dem Blumenmuster lacht das Schneiderherz!

Overall „Rita“ – Oberteil nähen

Besonders gefällt mir der Overall „Rita“ im Look der 70er mit dem Colorblocking. Ich weiß allerdings, dass ich ihn nicht im Alltag tragen würde, und da ich zudem nicht mehr allzuviel Stoff übrig hatte und mir ja als zum Neujahr vorgenommen hatte, erstmal keinen neuen mehr zu kaufen, entschied ich, einfach nur das T-Shirt davon zu nähen – aus den Stoffresten meines Hochzeitskleids!

Für das Oberteil des Overalls „Rita“ müssen lediglich zwei Schnittteile ausgeschnitten werden: Die Passe und das Oberteil, dessen Vorder- und Hinterteil gleich sind. Aus Stoffmangel musste ich das hintere Teil allerdings aus zwei Teilen zusammensetzen.

Skandinavische Mode selbst genäht Colorblocking Shirt
Auch wenn ich gegenüber Oversize sonst skeptisch bin: Mir gefällt der kastige Schnitt zur Dreieck-Passe sehr gut!

Die Nähanleitung sieht vor, die Nahtzugabe von einem Zentimeter zurückzuschneiden und dann die Passe knappkantig aufzusteppen. Das stellte ich mir nicht so schön vor, deshalb habe ich die Nahtzugaben zurückgebügelt und die Passe erst danach knappkantig aufgesteppt. Beim zweiten Anlauf hat das auch geklappt: Ich habe die Passe am Rand mit Bügelvlies verstärkt und zudem die Nadeln senkrecht gesteckt, damit sich keine Wölbungen beim Steppen bilden.

Skandinavische Mode selber nähen
So happy: Die Passen passen genau aufeinander!

Das Ergebnis ist sehr schön geworden. Besonders auch an den Schultern, wo die Passe der Vorder- und Rückseite genau aufeinander treffen. Ansonsten sitzt das Shirt schön lässig und weit. Ich habe darauf verzichtet, den unteren Säum umzuschlagen, ich mag den Effekt, wenn der Jersey sich wellt.

Skandinavische Mode selbst genäht: Fazit

Allein für die 24 Modelle und das Blättern in den verschiedenen Modellen lohnt sich das Buch:

Skandinavische Mode selbst genäht
Das 50ies Kleid in Midilänge gefällt mir ebenfalls sehr gut, ich befürchte nur, dass ich zu klein dafür bin.
Skandinavische Mode selbst genäht
So witzig posiere ich demnächst auch mal in meinen selbstgenähten Sachen!

Richtig damit arbeiten können jedoch nur etwas geübte Näherinnen, die außerdem die Größen 36 bis 42 tragen oder aber Zeit und Muße besitzen, die Schnitte selbst zu vergrößern/verkleinern. Dann allerdings macht die Modellvielfalt viel Spaß.

Skandinavische Mode selbst genäht
Von mir gibt es eine Empfehlung mit klitzekleiner Einschränkung für das Buch „Skandinavische Mode selbst genäht“.

Habt ihr das Buch auch? Was ist eure Meinung dazu und euer Lieblingsschnitt daraus?

 

 

Verlinkt bei: RUMS 

*Das Buch wurde mir freundlicherweise vom Stiebner Verlag kostenlos zur Verfügung gestellt. Vielen herzlichen Dank dafür!

 

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Mein Nähjahr: Näh-Tops und -Flops 2017

Kurz vor Jahresende ist es an der Zeit, Bilanz zu ziehen. Und ich stelle fest: 2017 war ein extrem aufregendes Jahr! Ich bin gereist, habe meinen Job gewechselt und bin umgezogen, habe neue Menschen kennengelernt, Freundschaften geschlossen und sogar geheiratet! Und ich habe diesen Blog gestartet und innerhalb der ersten Monate schon so viel mehr gelernt, als ich es je geahnt hätte. Entsprechend habe ich auch sehr viel genäht, neue Skills gelernt und Techniken verbessert. Also ziehe ich auch in dem Bereich Bilanz und möchte euch die Ergebnisse nicht vorenthalten.  Das war mein Nähjahr 2017!

Mein Nähjahr 2017: Tops und Flops

Nachdem meine Overlock-Maschine viele, viele Monate anklagend in einer Ecke meines Näh-Zimmers stand, habe ich mich endlich daran gewagt. Und sehe da: So schwer war es gar nicht! Doch das war nicht das einzige, was ich neu gelernt habe: Nahtverdeckte Reißverschlüsse, Bubikragen und Accessoires wie Socken komplettieren diese Liste.

Ich habe 2017 so viel genäht wie nie zuvor. Dabei sind viele sehr schöne Teile entstanden – aber auch solche, die ich selten oder gar nicht trage oder mit denen ich einfach nicht zufrieden bin. Deshalb resümiere ich mein Nähjahr mit den Top 3 meiner Näh-Tops und Näh-Flops: Vorhang auf!

Meine Näh-Flops 2017

Platz 3: Blackwood-Cardigan 

Blackwood Cardigan nähen
Sewing Fail Platz 3: Wer genau hinsieht, kann erkennen, wie sich der Cardigan an der rechten Schulter verzieht. Schade!

Um diesen Cardigan tut es mir so leid. Eigentlich passt er genau in meine Garderobe, hat die perfekte Länge, die Taschen sind super praktisch. Aber: Ich trage ihn einfach nicht gern. Das war eines der ersten Projekte an meiner Overlock und ich habe beim Kragen geschlust. Die Naht, die die Mitte kennzeichnet, sitzt nicht dort, wo sie sein soll, aber damit der Kragen doch noch passt, habe ich zu stark gedehnt. Das Ergebnis: Der Schalkragen hat sich von Anfang an total verzogen und der Cardigan sitzt nie so, wo er sitzen soll, sondern öffnet sich und gibt den Blick auf die weißen (ja, ich war auch zu faul, die Fadenfarbe anzupassen) Overlock-Nähte frei.

Platz 2: Bluse McCall’s 7094

Bluse „M7094“ von McCalls

Die Bluse ist ein Souvenir aus meinen England-Urlaub im Mai. Dort konnte ich nicht am Zeitschriftenregal vorbei und musste einfach alle englischen Näh-Zeitschriften, die ich tragen konnte, mitbringen. In einer davon war dieses Schnittmuster enthalten. Leider habe ich vor dem Nähen zwei Dinge nicht bedacht. Erstens: Mit Oversize-Kleidung kann ich mich nur ganz langsam anfreunden. Zweitens: Ich bin oft zu ungeduldig, um 100% genau zu arbeiten; besonders, wenn ich schon lange an einem Näh-Projekt sitze. Natürlich ist der Kragen dementsprechend nicht so geworden, wie er sollte und ich konnte es nur noch verschlimmbessern. Auch die Passform musste ich zig Mal ändern, bis die Bluse nicht mehr wie ein Sack saß. Das Ergebnis: Ich habe die Bluse nur ein Mal getragen- während des Shootings. Aktuell suche ich nach einem Projekt für ein Upcycling.

Platz 1: Jeansjacke 7018 von Burda

sewing fail jeansjacke
Nein, das ist kein blauer Sack, sondern mein größter Sewing Fail in 2017!

Ich könnte mich immer noch in Grund und Boden schämen, wenn ich an meine Jeansjacke denke! Das war wirklich ein Näh-Fail, wie er im Buche steht. Aber solche Fehler passieren. Und man lernt ja auch daraus! Ich hatte bereits von vorneherein Schiss vor diesem großen Projekt. Dann wählte ich viel zu schweren Jeansstoff, machte eine Fehl-Entscheidung, was die Passform-angeht und zu guter letzt habe ich auch noch Schnitteile verkehrt herum angenäht – was mir erst durch einen Kommentar einer anderen Näh-Bloggerin auffiel. Nachdem ich den Blogbeitrag veröffentlicht habe. PEINLICH! Inzwischen habe ich mir eine Jeansjacke gekauft. Und werde immernoch rot, wenn ich an das selbstgenähte Sackmonster in meinem Schrank denke.

Mein Nähjahr 2017: Meine Top 3 – Projekte

Kommen wir zu den erfreulicheren Näh-Projekten. Zum Glück gibt es davon auch einige! Viele meiner genähten Dinge habe ich sehr oft getragen und auch viele Komplimente dafür eingeheimst.

Platz 3: Raglan-Pulli im Naketano-Stil


Ich liebe diesen Pullover! Obwohl ich ihn wirklich häufig anziehe (zu schwarzer Jeans), gibt es erstaunlicherweise kein Tragefoto davon. Macht nix. Mir gefallen die Raglanärmel, der weiche Stoff und natürlich das maritime Muster! Passt jetzt, wo ich in Hamburg lebe, natürlich besonders gut. Als ich im Büro erzählte, dass ich das gute Stück selbst genäht habe, wurde ich schon gefragt, ob ich aich Auftragsarbeiten annehme. Tue ich nicht – aber dafür ermuntere ich alle Menschen gern, selbst mit dem Nähen anzufangen! Der Schnitt stammt übrigens aus dem Blutsgeschwister Näh-Buch „Nähen macht glücklich“.

Platz 2: Blusenkleid Barbara

Ich mag Barbara nicht nur, weil sie genau so heißt wie meine Schwiegermutter. Auch nicht, weil ich sie wirklich oft und gerne getragen habe. Dieses Kleid zeigt, was ich so sehr am Nähen schätze: Niemals hätte ich so ein Kleid in irgendeinem Laden gefunden – weil es diese Saison nicht en vogue ist. Aber zu mir passt meine Barbara zu 100%. Der Stoff in meiner Lieblingsfarbe, mit romantischen Blümchen, der Stil Vintage-angehaucht, die Knöpfe extra bei eBay ersteigert. Bei diesem Projekt steckt jede Menge Mühe und Liebe drin – und das sieht man!

Platz 1: Mein Hochzeitskleid

Mein selbstgenähtes Hochzeitskleid hat mir entgegen des Aberglaubens bisher keine Tränen in der Ehe beschert, dafür nur jedes Mal ein breites Grinsen, wenn ich mir die wunderschönen Fotos meines Hochzeitstages ansehe. Definitiv die richtige Entscheidung! Beim Nähen hat mir zum Glück aber meine Schwester geholfen. Mit dem Hochzeitskleid, das aus einem Mix aus den Schnittmustern Joy und Augenweide entstand, konnte ich nicht nur jede Menge Geld sparen, sondern auch ein Einzelstück kreieren, das viel besser zu mir passt, als jedes Kleid von der Stange es je könnte.

Und wie wird Mein Nähjahr 2018?

Ich bin gespannt, was ich nächstes Jahr alles so dazu lerne! Es sind auf jeden Fall schon einige Projekte geplant: „Irenes Kleid“ von Lotte & Ludwig, eine Jacke aus dem Merchant & Mills-Buch, eine Upcycling-Joy

Neben den konkreten Plänen habe ich, was das Nähen angeht, einige Vorsätze. Besonders, weil ich durch den Job eingespannt bin, habe ich nicht mehr so viel Zeit zum Nähen wie früher. Deshalb möchte ich mich auf Projekte fokussieren, die ich auch wirklich tragen möchte (eine schöne Check-Liste zum Thema nachhaltiger Nähen, die mich zum Nachdenken gebracht hat, gibts übrigens auch bei Eda Lindgren) – also werde ich nur bei Näh-Challenges mitmachen, wenn es wirklich passt.

Ein weiterer Vorsatz ist es, erstmal keine Stoffe mehr zu kaufen! Es ist unglaublich, wie viel sich in zwei Jahren Nähen angesammelt hat. Ich habe bereits zwei Mal Reste aussortiert und verschenkt, dennoch bleiben noch viele Stücke übrig, die ich erstmal verwenden möchte, bevor ich neuen Stoff kaufe.

 

Und bei euch? Was sind eure persönlichen Näh- Tops und Flops des Jahres? Habt ihr auch Vorsätze, was euer Lieblingshobby angeht? Ich bin gespannt!

 

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Geschenkideen für Hobbyschneider und alle, die gern nähen

Hohoho! Bisher hielt sich bei mir die besinnliche Vorfreude eher in Grenzen – schließlich war ich gedanklich mit der bevorstehenden Heirat und meinem selbstgenähten Hochzeitskleid beschäftigt! Doch jetzt habe ich Zeit, mich voll und ganz weihnachtlichen Vorbereitungen zu widmen: Für euch habe ich die schönsten Geschenkideen für Hobbyschneider, Nähbienen, Stoffsammler und alle, die gern nähen zusammengesucht!

Geschenke für näherinnen
Meine Auswahl an Näh-Geschenkideen zu Weihnachten

Geschenkideen für Hobbyschneider: 8 Geschenke

Klar, dass ich meiner Schwester in den letzten Jahren gerne etwas zum Nähen geschenkt habe! Doch so richtig leicht ist mir die Auswahl nie gefallen. Ihren Stoff-Geschmack kann ich zwar einschätzen, doch dann stellt sich die Frage, wie viel Meter schenken? Deshalb verschenke ich lieber Näh-Accessoires, die nützlich und schön sind. Meine Auswahl möchte ich heute präsentieren!

Näh-Bücher zu Weihnachten verschenken

geschenkideen nähen
Ich liebe Bücher – also gehören zu meinen Geschenkideen für Hobbyschneider natürlich auch Nähbücher!

Ich stöbere gern im Internet nach Schnittmustern, durchblättere liebend gerne Näh-Zeitschriften. Aber am liebsten mag ich Nähbücher! Alles ist in einem durchgehenden, ansprechendem Stil gestaltet, lädt zum Schmökern ein und wenn ich beim Nähen mal nicht weiter weiß, muss ich nur ein paar Seiten zurückblättern. Meine Regalwand mit Nähbüchern wächst und wächst, aber hier zeige ich euch meine absoluten Favoriten!

1) Tilly Walnes – Liebe auf den ersten Stich

nähbücher verschenken
Das Buch, mit dem ich Nähen gelernt habe, gehört definitiv zu meinen Geschenkideen für Hobbyschneider!
Näh-Bücher für Hobbyschneider
Vor allem die Motivations-Kapitel machen das Buch zu einem schönen Präsent für alle Näh-Anfänger.

Ich habe inzwischen fast alle Schnitte aus dem Buch nachgenäht: Die Bluse Mimi in blau und in türkis, den Rock Cleménce mit maritimen Muster und das Kleid Lilou in rot. Neben dem Vintage-Stil der Schnitte, den Step-by-Step-Anleitungen und der Aufmachung des Buches gefallen mir am besten die kleinen Motivations-Kapitel, die sich Themen wie dem ersten Stoffkauf, dem Einrichten eines Nähplatzes oder dem Integrieren des Hobbys in den Alltag widmen.

Preis: ca. 25 €

Tilly Walnes – Liebe auf den ersten Stich

2) Silke Türck – Sew Me

Buch Geschenk für hobbyschneider
Viele tolle Schnitte, die nicht zu aufwändig sind: das Buch Sew Me ist ein tolles Näh-Geschenk!
Buch schenken für alle die gern nähen
Der Überblick gibt einen schönen Vorgeschmack auf den Stil der Schnitte.

Im Oktober erschien das Buch „Sew me“ im GU Verlag*. Was mir an dem Konzept besonders gefällt: Neben den Näh-Projekten werden auch kurze DIYs, Übungen und Rezepte vorgestellt, die das perfekte Wochenende abrunden. Aktuell Nähe ich das Yoga-Shirt aus dem Buch nach und freu mich über die Anleitung für eine Atemübung dazu. Ich plane, das Buch demnächst ausführlich vorzustellen. Einziger Wehmutstropfen: Die Schnittmuster sind nicht im Buch enthalten, sondern müssen extra ausgedruckt werden.

Preis: 17 €

Silke Türck – Sew Me

3) Merchant & Mills – Make Fashion Work

Nähbuch verschenken
Style made in Britain: Die Schnitte von Merchant and Mills bestechen durch ihre Geradlinigkeit.
Geschenk für Hobbyschneider
Die Step-by-Step Anleitungen sind als hübsche und ausführliche Skizzen dargestellt.

Merchant und Mills steht für echte Handwerkskunst, hochwertige Materialien und puristische Schnitte. Ich freue mich, dass das Arbeitsbuch* jetzt auch hier erhältlich ist und ein very British, very sophisticated feeling auf meinen Nähtisch bringt! Die Schnittmuster sind für Webware ausgelegt und reichen vom Top, das gegen den Fadenlauf zugeschnitten wird bis hin zur Hose. Mein Wunschprojekt aus dem toll fotografierten und skizziertem Buch: der Mantel!

Preis: 30 €

Merchant & Mills – Make Fashion Work

Näh-Helfer verschenken

4) Magnetisches Nadelkissen

Magnetisches Nadelkissen verschenken
Eye-Candy oder Näh-Helfer?

Um das magnetische Nadelkissen bin ich ganz, ganz lange herum geschlichen und hab mich gefragt: Brauch ich das? Die Antwort ist ein ganz klares Ja! Der Magnet hält wirklich, was er verspricht und ich muss keine Angst haben, dass der Hund oder ich in Nadeln treten. Dazu bringen die Farben eine Portion gute Laune auf den Nähtisch!

Preis: ca 8 €

Magnetisches Nadelkissen von Prym Love

5) Fadenschere Kranich

Fadenschere Storch als Geschenk zu Weihnachten
Hier kommt das Vögelchen… die Fadenschere ist nicht nur praktisch, sondern auch ein außergewöhnlich schönes Geschenk!

Die hat doch einen Vogel – auf dem Nähtisch! Die Fadenschere ist ein unverzichtbarer Helfer geworden, denn meine alte Nähmaschine hat keinen Fadenabschneider. Dazu sieht der Klassiker unter den Nähscheren in Storchenform einfach richtig toll aus. Es gibt allerdings auch witzige andere Formen: Die Schere als Eiffelturm oder Big Ben, oder bei Etsy sogar als Einhorn-Schere. Na dann: Let magical things happen at the sewing table…

Kosten: ca 9 €

Fadenschere Kranich von Prym

Näh-Accesoires verschenken

6) Nähmaschinen-Pin

Näh-Pin verschenken
Ein Nähmaschinen-Pin ist ein schönes Geschenk, dass sich am besten auf selbstgenähter Kleidung macht.

Auf englischsprachigen Näh-Websiten habe ich schon so oft Pins gesehen, die ich soo gern hätte – aber das hohe Porto aus dem Ausland hat mich immer abgeschreckt. Inzwischen habe ich aber einen Shop gefunden, der auch in Deutschland hübsche Pins anbietet: Stoff Flausen. Das ist nicht das einzige, was sie an Geschenkideen für Hobbyschneider haben: Ihr Sortiment reicht von den erwähnten Pins* (die ich mit Stolz trage) über Becher bis hin zu Postkarten.

Preis: 5,50 €

Näh-Pin bei Stoff Flausen 

geschenkideen für hobbyschneider
Die Postkarten eignen sich prima als Beileger zum Präsent, um ein paar liebe Worte an den Beschenkten zu richten!

7) Kaffeebecher für Hobbyschneider

Nähmaschine Tasse Geschenk für Nähfreunde
Schön, wenn der erste Gedanke des Tages nicht nur dem Morgen-Kaffee, sondern auch dem Hobby gilt!
Geschenk für Nähfreunde
Was wäre eine Näh-Session ohne eine Tasse Kaffee oder Tee zwischendurch?

Die Tasse Kaffee oder Tee ist ein unverzichtbares Bestanteil auf jedem Näh-Flatlay geworden! Dabei habe ich schon oft die Tassen von Makerist gesehen, die ich auch ganz hübsch finde. Noch mehr freue ich mich allerdings, die Tassen von Jilly Jilly gefunden zu haben! Darin schmeckt mir der Kaffee doch gleich nochmal so gut. Die Näh-Tasse* gibts in Deutschland bei den Backschwestern. Die haben übrigens auch ziemlich leckere Backmischungen im Angebot. Ich verschenke zum Wichteln oder so gern Tassen, die dann mit etwas Leckerem gefüllt sind. Die Backmischungen in ein selbstgenähtes Säckchen umzufüllen und mit dem Becher zu verschenken, finde ich eine sehr nette Idee. Die Tasse gibt es auch noch in einem anderen Näh-Design.

Preis: Ca 10 €

JillyJilly Tasse bei die Backschwestern

8) Nähmaschinen-Print

Nähmaschine Print verschenken
Märchenhaft schön: Dieser Print verschönert jedes Näh-Zimmer!

Der durfte sofort bei mir einziehen: Schließlich bin ich nicht nur großer Märchen-Fan, sondern konnte mich auch mit diesem Motto direkt identifizieren. Oft klappt ja beim Nähen nicht alles direkt so, wie es soll. Ich finde es wichtig, das zu betonen – man lernt schließlich nur durch Fehler. Dieser Print* geht auf eine wunderbar humorvolle Art und Weise damit um.

Preis: ca 10 €

Nähmaschinen Print bei ABOUKI Art Factory

Ich hoffe, meine Auswahl an Geschenkideen für Hobbyschneider hat euch gefallen und ihr seid fündig geworden – und wenn es zum Selberwünschen ist! Welche Näh-Geschenke packt ihr dieses Jahr unter den Baum? Ich freue mich immer über Inspiration!

 

 

 

*Die Artikel habe ich von den Verlagen/Shops kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen (vielen Dank dafür!). Dennoch spiegeln die hier veröffentlichten Texte nur meine persönliche Meinung wider.

Hochzeitskleid selber nähen

Selbst ist die Braut

Ja, ich will – mein Hochzeitskleid selber nähen! Diesen Entschluss fasste ich einen Tag nach dem Antrag, als die Freudentränen fürs erste getrocknet waren und die allerersten vagen Pläne für die Hochzeit geschmiedet wurden. Eine standesamtliche Trauung sollte es sein – und damit ein Kleid, dass zwar elegant, aber auch nicht bodenlang und allzu prinzessinen-mäßig daherkommen sollte.

Hochzeit Kranz Herz
Meine Mama hat mir einen Kranz gebunden, meine beste Freundin hat mir den Brautstrauß geschenkt und meine Schwägerin Papierblumen für die Deko gebastelt.
Brautkleid selbst nähen bringt Unglück

„So viele Stiche, so viele Tränen“ heißt es im Volksmund – sein Brautkleid selbst zu nähen soll Unglück bringen. Als ich meinem Mann von dem Aberglauben erzählte, fand er es zuerst nicht so lustig, dass ich mein Kleid trotzdem selbst schneidern wollte. Ich selbst glaube nicht an solche Dinge und sehe nur positives in meinem Vorhaben.

Warum ich mein Hochzeitskleid selber nähen wollte
  • es ist günstiger
  • ich perfektionierte meine Sewing Skills dabei
  • ich konnte mein Kleid genau so gestalten, wie ich es mir vorstelle
  • für meinen Hochzeitstag habe ich ein absolutes Einzelstück geschaffen
  • es ist maßgeschneidert
  • alle Augen sind an dem Tag eh auf die Braut gerichtet – da kann ich auch angeben mit dem, was ich kann
  • ich spare mir einen endlosen Shopping-Marathon (den hatte ich dann später für die Accessoires und Schuhe, aber das zählt hier ja nicht)
Hochzeitsfotos am Strand
Am Hochzeitstag hatten wir wunderbares Wetter! Die Fotos wurden alle in St. Peter Ording aufgenommen.
Brautkleid nähen: Das Schnittmuster

Ich habe schnell festgestellt, dass es nicht allzu viele Schnittmuster gibt, die sich für mein Vorhaben eigneten. Da ich kein langes Kleid wollte, sondern ein knielanges, fielen die meisten richtigen Brautkleid-Schnittmuster ohnehin weg. Zudem wollte ich auf keinen Fall einen Reißverschluss einnähen – das habe ich zwar bereits öfter geübt und auch schon ganz gut hinbekommen, dennoch wollte ich mir den Stress sparen. Bei einem solchen Projekt hat man ohnehin die ganze Zeit Schmetterlinge im Bauch.

Ohne Reißverschluss kamen entsprechend nur Kleider mit Knöpfen oder aber Schnittmuster für dehnbare Stoffe in die Auswahl. Ich habe mich dann für eine Jersey-Variante entschieden: Ich hatte bereits einige Hochzeitskleid-Versionen der Pattydoo-Ella in Jersey mit dehnbarer Spitze gesehen und fand die ganz schön.

Dennoch entschied ich mich bei der Schnittmuster-Wahl nicht einfach für Ella. Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht? Stattdessen habe ich zwei Schnittmuster, die ich bereits besaß, ausprobiert habe und von denen ich wusste, dass sie gut saßen, miteinander kombiniert: Das Kleid Joy aus der La Maison Victor und die Augenweide von Lotte & Ludwig. Mit dieser Entscheidung bin ich sehr zufrieden!

Der Rock von Joy fällt so herrlich schwungvoll, und bei der Augenweide
gefällt mir der Herzausschnitt so wahnsinnig gut. Beide Schnitte passen ganz hervorragend zusammen.

Hochzeitskleid selbst nähen
Selbstgenähte Hochzeitskleider machen gute Laune!
Der Stoff, aus dem Braut-Träume sind

Die perfekten Stoffe fürs Brautkleid zu finden, war dann gar nicht so schwer. Die Farbe ist schließlich klar: weiß. Dazu wollte ich einen Bindegürtel in rosa und das Futter in der gleichen Farbe. Fündig wurde ich bei Stoff & Stil in Hamburg – eigentlich bin ich kein großer Fan der dortigen Atmosphäre, es erinnert mich ein bisschen an einen Baumarkt. Aber hier war die Auswahl ausschlaggebend und so hatte ich innerhalb von 10 Minuten alle Stoffe für mein Kleid zusammen. Ausgegeben habe ich ca 60 € – aber auch nur, weil ich mich bei der benötigten Stoffmenge für das Futterkleid um einen Meter verschätzt habe und nun sehr viele Reste habe. Eigentlich wäre es also sogar weniger gewesen.

An das Brautkleid, fertig, los

Ein bisschen Bammel vor diesem riesigen Projekt hatte ich aber doch. Und so war ich unheimlich froh, dass meine Schwester zugesagt hat, mir beim Brautkleid selber nähen zu helfen! Und dabei ist der Begriff Helfen grenzenlos untertrieben, Antje hat an allen Stellen, an denen es kniffelig wurde, das Ruder übernommen. Auch an dieser Stelle noch einmal ein riesengroßes Dankeschön, ein schöneres Hochzeitsgeschenk hätte ich mir von dir nicht wünschen können.

Zu zweit saßen wir zwei halbe Tage und einen Abend an unserem Meisterstück. Die meiste Arbeit machte das dauernde An- und Ausziehen, um sicherzustellen, dass auch alles perfekt sitzt.

Der erste Schritt war das Anpassen der Schnittmuster. Dabei haben wir festgestellt, dass die Oberteile beider Kleider fast genau auf einer Höhe endeten und auch in der Breite sehr ähnlich waren, was unheimlich praktisch war. Zusätzlich habe ich einen ca 5 cm breiten Streifen als Taillenband eingeplant.

Hochzeit Fotos am Strand
Hier kann man das Taillenband gut erkennen. Passen meine Schuhe nicht wunderbar zum Outfit?

Das Nähen ging an den meisten Stellen einfach von der Hand; Jersey ist ja auch ein sehr dankbares Material. Nur mit dehnbarer Spitze arbeitete ich zum ersten Mal, aber das klappte ohne Probleme. Schwierigkeiten ergaben sich eher in der Frage, ob Spitzen- und Kleidrock gemeinsam oder getrennt zusammen genäht werden sollten. Hier müssten wir einen Teil wieder auftrennen, da der Saum aus Spitze etwas länger werden sollte als der des Kleides. Oder beim Überlegen, wie das Herzausschnitt-Oberteil am Spitzenoberteil befestigt werden sollte und was für Bündchen ich haben möchte.

Hochzeitskleid nähen
Der Saum meines Traumkleides endet ein Stück weit unter dem Knie. Bei der Trauung habe ich übrigens andere Schuhe getragen (und auch eine andere Strumpfhose).
Brautkleid wird Traumkleid

Mit dem Ergebnis bin ich mehr als zufrieden. Ich bin so stolz auf die Meisterleistung, die meine Schwester und ich vollbracht haben. In jeder Naht steckt besondere Sorgfalt und auch die Vorfreude, die wir beim Nähen gespürt haben. Natürlich habe ich mich in dem Kleid trotzdem am Ende wie eine Prinzessin gefühlt! Dennoch hatte ich nie den Eindruck, verkleidet zu sein, sondern dass mein Kleid 100%ig zu mir passt. Ich denke nicht, dass das mit einem gekauften Kleid der Fall gewesen wäre. Meinem Mann hat es übrigens auch gefallen und ich finde, wir geben in unseren Outfits ein besonders hübsches Paar ab.

Hochzeitskleid selbst nähen
Romantisch, so ein Strandspaziergang kurz vor der Trauung!
Hochzeit Fotos am Strand
Wir haben versucht, uns von der Nervosität abzulenken, indem wir viel vor der Kamera herumgealbert haben.
Hochzeitskleid selbst nähen
Augenweide + Joy= Hochzeitskleid!

Die Bilder hat übrigens die wunderbare Katrin von Plan Liebe gemacht, die ganz ganz tolle Arbeit geleistet hat! Ich bin ultra happy damit.

Wir hatten einen wunderschönen, emotionalen Tag mit Freunden, Familie, jeder Menge Essen und Wein, und ich werde mich jedes Mal, wenn ich mein selbstgenähtes Brautkleid im Schrank sehe, daran erinnern.

Und ihr? Habt ihr schon mal für eine Hochzeit genäht? Ich bin gespannt auf eure Kommentare!

 

Schnitt: Kombination aus dem Kleid Augenweide von Lotte & Ludwig
und dem Kleid „Joy“ aus der La Maison Victor

Stoff: Ca. jeweils 2 m weißer Jersey, rosafarbener Jersey und elastische weiße Spitze von Stoff & Stil 

 

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Schnittmustermix beim Hoodies nähen

Herbstzeit ist Hoodiezeit, und weil ich Standardschnitte meistens langweilig finde, bin ich in die Tiefen meines Sammelsoriums an Schnittmustern abgetaucht und habe wild kombiniert.

Bjelle-Pullee

Der Pulli Bjelle von Mamili1910 schlummert bestimmt schon fast ein Jahr lang in den Tiefen meiner Schnittmusterbibliothek, genauso geht es auch dem Lady Pullee von Nipnaps. Irgendwie konnte ich für beide nicht die Motiviation, geschweige denn den richtigen Stoff finden, aber irgendwie hat es mich am Wochenende überkommen – Ich bin im Hoodiefieber.

Kurzerhand hab ich mir Papier und Stift geschnappt und in mühsamer Handarbeit die Schnittmuster vom Bildschirm abgezeichnet – Die Druckerpatrone war mal wieder leer, aber wer schön sein nähen will, muss leiden. Der Grundschnitt meines neuen Kuschelpullis ist der Pullee, Ausschnitt und Kapuze sind vom Bjelle.

Während des Nähens gefiel mir mein Werk zuerst überhaupt nicht. Mir sind so viele Dinge ins Auge gefallen, die mich gestört haben. Hier fast zu eng, da zu kurz und die Farbe ist doch nicht so meins. Zwischendurch wäre er auch fast direkt in der „Kiste der Schande“ gelandet, weil zusätzlich auch noch der Stoff eine miserable Qualität hat und sehr leicht ausreißt. Ich war furchtbar enttäuscht…. Und dann hab ich die Ösen gesetzt und die Kordel eingezogen und hab mich endlich in dem Pullee zuhause gefühlt.

Hoodie-Herbst: In meinem kuscheligen Bjelle-Pulle wird mir bestimmt nicht kalt

Ein Paar kleine Kritikpunkte habe ich dennoch. Zum einen finde ich den Übergang von der Kapuze zum Schnitt nicht schön. Die Kapuze wird einfach passend angesetzt. Auch wenn man das nicht zwangsläufig sieht, gefällt es mir nicht, wenn man Innennähte evtl. sehen könnte.

Der Ausschnitt des Bjelle vom Nahen. Der „unschöne“ Übergang von Ausschnitt und Kapuze sind gut zu erkennen.

Zum anderen ist die Bauchtasche vom Pullee einfach viel zu klein und irgendwie unpraktisch. An den Seiten ist keine Erhöhung, damit nichts rausfallen kann und ich würde es nicht wagen etwas anderes als meine Hände in die Tasche zu stecken, aus Angst, dass es heraus fallen könnte.

Seht ihr, wie schmal und flach die Tasche ist? Nicht einmal mein Handy passt sicher dort hinein – Ich finde das schade.

Trotzdessen gefällt mir meine Kreation sehr gut. Der Pulli ist herrlich warm und kuschelig – genau das richtige für kalte Herbst- und Wintertage.

Wenn die frische Brise an der Nordsee mitspielt gibt es richtig schöne Schnappschüsse.

Habt ihr schon einmal verschiedene Schnitte kombiniert? Was sind eure liebsten Schnittmustermixe?

Schnitte:

Bjelle von Mamili1910
Lady Pullee von Nipnaps

Material:

1.5m petrolfarbener Wintersweat vom Stoffmarkt
0.5m blau-weißer Jersey vom Tedox
10 Ösen, Vlieseline H250 und ca. 0.7m schwarze Kordel

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Nähzeit am Wochenende

Bluse Lene

Ute näht Lene

Als vor einem Monat der Aufruf von Konfetti Patterns von Lissi Wilbat (die auch das Buch Alles Jersey – Cool Kids: Kinderkleidung selber nähen geschrieben hat) zum Probenähen kam, habe ich nicht lange gezögert. Die Bluse Lene sollte probegenäht werden, ein Shirt aus Webware  im Oversize-Look.

Da meine Schubladen voller Webware stecken, die noch vernäht werden möchte, und ich zudem einen neuen Job habe, für das ich ein, zwei neue Blusen durchaus gut gebrauchen konnte, habe ich mich direkt beworben. Und mich wie Bolle gefreut, als ich genommen wurde!

Bluse Lene nähen
Hallo, Lene! Nice to meet you!

Lene, du hast es oft nicht leicht

Ich habe bereits eine Bluse mit Bubikragen genäht: Ein Patternhack von der Bluse „Mimi“ von Tilly and the Buttons, war jedoch mit dem Kragen nie ganz zufrieden. Deshalb habe ich mich auf den Bubikragen besonders gefreut! Schließlich war es jedoch unter anderem der Kragen, der mich einige Nerven gekostet hat. Leider lief während des Probenähens nämlich nicht alles rund. Und – ein neuer Vollzeitjob und zeitaufwändiges Probenähen vertragen sich nicht so gut, wer hätte das gedacht? Ich hatte einige Male ein schlechtes Gewissen, weil ich meine Bilder und Kommentare so spät abgegeben habe und/oder vom Büro zu müde war, um mich an die Nähmaschine zu setzen.

Passform-Probleme mit Lene

Die Bluse Lene wird von Konfetti Patterns folgendermaßen beschrieben:

Lene ist ein leichtes Oversize-Blusenshirt: Schnell genäht wie ein Shirt, aber doch blusenhaft.
Lene kann ganz lässig daherkommen als luftiges Shirt mit Beleg am Ausschnitt, aber auch ein wenig schicker mit hübschem Bubikragen.

Das „Oversize“ habe ich zwischendurch öfter überlesen. Und ich habe so meine Zweifel an weiten Klamotten, da ich mir immernoch nicht sicher bin, ob das unvorteilhaft für meine Figur oder aber cool und lässig ist. Meine Bluse von McCalls zum Beispiel trage ich wegen der Weite nicht so gern. Und auch bei Lene musste ich erst einmal schlucken, als ich die erste Version (zum Glück aus Probestoff, uralter Bettwäsche) anprobierte und an mir heruntersah.

Ich habe mich an die Passformtabelle im Schnitt gehalten und dementsprechend bei BU 86 eine 36 genäht. Die saß aber viiiiiiiel zu weit und sah mit den langen Ärmeln aus wie ein Pyjama-Oberteil.

In der nächsten Version habe ich mich dann eine Größe kleiner versucht. Größe 34 ist auch die kleinste Größe, die im Schnittmuster enthalten ist. Das finde ich etwas schade: Für die ganz zierlichen Frauen ist die Bluse Lene dann leider nicht geeignet.

Kragen nähen will gelernt sein

Die Größe 34 hat dann auch gepasst und ich gefalle mir darin gut. Doch die nächste Schwierigkeit ließ nicht lange auf sich warten: Der Bubikragen. Der ist nämlich leider gar nicht so einfach zu nähen: Am besten funktioniert es bei mir tatsächlich, wenn ich mir die gewünschte Form direkt aufmale und dann auf der gezeichneten Linie nähe. Um das herauszufinden, hat es allerdings auch drei Anläufe gebraucht (zum Glück waren ja zwei meiner drei Line-Blusen Probeteile). Vorher war alles krumm und schief! Wer genau hinsieht, erkennt auch jetzt noch kleine Unregelmäßigkeiten.

Die Farbwahl für die Bluse Lene

Nachdem ich erst mit einer Version in hellblau mit rotem Kragen geliebäugelt und sie dann in der allerersten Probeversion auch umgesetzt habe, musste ich feststellen, dass der rote Kragen mich an Clowns erinnert (könnte möglicherweise aber auch daran liegen, dass ich an dem Tag etwas über die Neuverfilmung von „Es“ las). Nachdem ich in der Probeversion 2 einen geblümten Kragen zu hellblau hatte und mir das auch nicht gefiel, habe ich umdisponiert und mich entschieden, die Bluse Lene unifarben zu nähen: Die Wahl fiel auf ein fröhliches anthrazit-grau. Das lässt sich auch gut für den Workspace kombinieren.

Bluse Lene Konfetti Patterns
Die Hamburger Parks boten mit ihrer herbstlichen Farbenpracht eine schöne Kulisse für die fröhlich graue Lene!
Fazit

Die Bluse Lene und ich sind uns leider nicht sofort warm geworden, aber manchmal braucht es eine Phase der vorsichtigen Anbahnung, ehe sich eine Freundschaft draus entwickeln kann. Mit der richtigen Farbwahl und mit kurzen Ärmeln gefällt mir Lene richtig gut und ich habe sie auch schon zur Arbeit angezogen. Zudem ist sie wirklich schnell genäht, das muss man ihr einfach zugute halten. Ich denke sogar schon über weitere Versionen nach, dieses Mal ohne Kragen: Vielleicht gönne ich mir endlich mal den Liberty of London-Stoff, mit dem ich schon so lange liebäugele, und nähe daraus eine weitere Lene?

Blusenshirt Lene nähen

Lene von Konfetti Patterns

Und wie gefällt euch die Bluse Lene?

 

Schnitt: Blusenshirt Lene von Konfetti Patterns

Stoff: ca 1 m grauer Blusenstoff von eBay

 

Verlinkt bei: RUMS

It’s new Linkparty 

 

 

Plotten ohne Plotter

Wer braucht schon einen Schneidplotter?

Schon länger schlummerte in mir der Wunsch, meine Nähwerke mit diesen tollen sogenannten „Plots“ zu verschönern und jetzt habe ich mich endlich auch einmal daran versucht – trotz fehlendem Plotter. Es geht nämlich auch ohne! Fürs Plotten ohne Plotter braucht man nur ein wenig Geduld!

Ich zeige euch hier eine Step by Step-Anleitung, mit der ihr in 6 einfachen Schritten auch ohne Plotter plotten könnt!

Mein selbstgenähter und fertig beplotteter Beutel
Was ist überhaupt ein Plotter und ein Plot?

Hier ist von einem Schneidplotter die Rede, der mithilfe von Messer oder Laser ein Motiv in eine Folie schneidet, die dann aufgebügelt werden kann. Dieses Motiv ist ein Plot.

Eine tolle Übersicht über einen Einstieg ins Plotten findet ihr bei Alles für Selbermacher.  Dort gibt es eine schöne Zusammenfassung über das benötigte Zubehör und die Funktionsübersicht von Plottern.

Der Unterschied zwischen Plotterfolie und der Bügelfolie zum Bedrucken liegt natürlich zum einen daran, dass beim Plotten das Motiv ausgeschnitten und dann aufgebügelt wird, während die Bügelfolie eben nur bedruckt wird. Vor allem beim Waschen der beplotteten/bedruckten Textilien ist ein Unterschied erkennbar: Ersteres verträgt rund 80°C, während Bügelbilder nur bei 30°C gewaschen werden sollten.

Plotten ohne Plotter

Beim Plotten ohne Plotter nutze ich die Folie, die normalerweise zum Plotten benutzt wird. Da mir aber das Gerät fehlt, dass den Plot ausschneidet, muss ich es selbst ausschneiden – mithilfe von Schere und Cuttermesser. Das kann ganz schön viel Arbeit sein, aber auch meditativ wirken.

Aller Anfang ist schwer: Meine Materialbeschaffung

So ganz einfach war es  nicht, alle nötigen Materialien dafür zusammen zu kriegen. Das fängt schon mit der Folie an: Bei Amazon bekommt man zwar Flexfolie oder Flockfolie, leider aber nur in größeren Paketgrößen und ich wollte doch nur mal ausprobieren, wie das mit dem Plotten funktioniert.

Nach ausgiebiger Recherche habe ich mich entschieden, meine Folie bei kreativmanufaktur.bayern zu bestellen und hab es auch nicht bereut. Zu den 5 DIN A4 Bögen Flexfolie, die ich bestellt hab, kamen noch 5 Teststreifen von der Flexfolie (ca. 30x8cm) dazu – einfach so.

Als weiteres Werkzeug benötigt man noch ein Skalpell. Laut Internet hätte würde man die in jeder Apotheke für’n Appel und’n Ei bekommen – denkste. Ich hab in 4 Apotheken danach gefragt und keine hatte Einmalskalpelle vorrätig. Ich musste mich dann geschlagen geben und doch ein teureres Bastelskalpell kaufen, schließlich lag die Folie schon Zuhause auf dem Tisch und meine Neugierde wollte gestillt werden.

Außerdem sollte man noch eine Schneidunterlage haben. Das kann ein einfaches Brett, die gute Schneidematte oder auch eine kleinere Schneidematte sein.

An die Folie, Fertig, Los!

Das braucht ihr zum Plotten ohne Plotter:

  • Flex- oder Flockfolie
  • Skalpell zum Ausschneiden und Entgittern
  • Schneideunterlage
  • Bügeleisen
  • Backpapier
  • Textilstück, das beplottet werden soll
  • Vorlage (Freihand oder Schablone)
plotten ohne plotter austattung
Mit geplantem Motiv oder Schriftzug, Folie, Schere, Skalpell und Klebefilm kann das Ausschneiden losgehen.

1 ) Wenn man sich eine Vorlage ausgesucht hat, kann es auch schon losgehen. Ich habe mich für die URL unseres Blogs entschieden, die ich auf einen selbstgenähten Beutel plotten möchte.

Wichtig ist, dass man die Vorlage gespiegelt ausdruckt oder aber zum Abzeichnen auf links dreht, weil man von der Folienseite (matt) aus zuschneidet und diese dann später direkt auf den Stoff kommt.

Motiv mit Tesa fixieren und dann vorsichtig anfangen zu schneiden.

2) Ich fixiere dann die gespiegelte Vorlage großzügig mit Klebeband auf der Folie und schneide dann mit viel Geduld und einer ruhigen Hand zu.

Das Schneiden der Folie sollte man vorher evtl. an einem Probestück üben, da die Trägerfolie ja nicht mit durchgeschnitten werden soll.

Zum Entgittern wird das Skalpell vorsichtig unter die Folie geschoben.
Hier wird die Folie zum Entgittern vorsichtig mit dem Skalpell angehoben.

3) Hat man alle Linien geschnitten, geht es daran das Bild zu entgittern – also den Plot von der übrigen Folie zu trennen. Dazu wird die Spitze des Skalpells vorsichtig unter die Teile vom Bild geschoben, die nicht auf den Stoff sollen, und dann die Folie vorsichtig abgezogen.

Ein Teil des Schriftzuges ist fertig entgittert.

Tada – Fertig ist der Plot.

Der Plot wird mit der Klebeseite nach unten auf den Beutel gelegt. Dann wird gebügelt!

4) Jetzt geht es ans Bügeln! Dafür benötigt man neben Bügelbrett und -Eisen einen Zuschnitt Backpapier.

5) Das Backpapier wird auf den Plot gelegt. Das Bügeleisen wird auf „Baumwolle“ gestellt. Wenn es heiß ist, das Eisen auf den Plot und das Backpapier stellen und mit viel Druck 20 Sekunden (nach Herstellerangaben) heiß werden lassen.

Die Folie muss vorsichtig abgezogen werden.

6) Dann den Plot kurz auskühlen lassen und die Folie vorsichtig abziehen, solange sie noch warm ist. Fertig ist das beplottete Kunstwerk!

Fertiger Beutel: Das Schnittmuster dafür stammt übrigens aus dem Buch „Skandinavische Mode selbst gemacht“.

Wie gefällt euch mein Beutel und wie findet ihr meine Anleitung? Habt ihr selbst schon einmal geplottet oder besitzt ihr sogar einen Plotter? Ich bin gespannt auf eure Kommentare!

 

T-Shirt Freebook

Mein liebstes Freebook

Die besten Dinge im Leben… gibt’s manchmal umsonst! Ich habe mein Herz verloren an einen T-Shirt-Schnitt. Und das ist nicht irgendein besonderer, mit vielen aufregenden Details – nein, es ist einfach ein Basic T-Shirt Schnitt. Aber er sitzt wie angegossen. Und das beste daran: Es ist ein gratis Freebook!

Freebook T-Shirt nähen
Polka Dots gehen immer!

Es war der erste T-Shirt Schnitt, den ich ausprobiert habe und es ist immer noch der, den ich am meisten nutze. Ich habe inzwischen zig Versionen genäht – mit kurzen Ärmeln, langen Ärmeln, Bündchen… ein paar davon möchte ich euch heute zeigen!

Freebook T-Shirt nähen
Eine Auswahl meiner Shirts, die ich nach dem gratis T-Shirt Schnittmuster vom Peppermint Magazine genäht habe.

Kurz vorgestellt habe ich mein Lieblingsshirt schon in meinem Beitrag über meine selbstgenähte Urlaubsgarderobe – denn natürlich durfte ein super bequemes T-Shirt in den Ferien in Schweden nicht fehlen!

Der Schnitt
T-Shirt nähen Freebook
Hallo, Lieblingsshirt!
T-Shirt nähen für Damen
Meine neueste Version ist aus gepunkteten Punta di Roma und hat zusätzlich Bündchen an den Ärmeln.
T-Shirt Freebook Frauen
Und hier die Rückseite des Shirts.

Es handelt sich um ein Basic Jersey T-Shirt ohne aufregende Details oder Firlefanz: Das Jersey Top vom Peppermint Magazine (in der Sewing School gibt es viele tolle kostenlose Schnittmuster, z.B. habe ich auch den Vintage-Style Skirt nachgenäht). Mit 3/4 Ärmeln und einem Kragen mit Bündchen. Das wars. Aber er sitzt perfekt!

Mit dem Schnitt umschmeichelt der Jersey meinen Körper wie eine zweite Haut, betont da, wo betont werden soll und verzeiht gnädig das Hüftgold. Das lässt viel Spielraum für tolle und wilde Stoff-Kombinationen! Im Designbeispiel wird ein schräg gestreifter Jersey mit marineblauen Ärmeln kombiniert.

Meine Nähanfänge

Vor circa 1,5 Jahren habe ich das erste Mal mit Jersey genäht. Ich hatte Riesen-Respekt davor, denn ich habe lange gedacht, dass ich unbedingt richtig gut nähen muss und eine Overlock brauche, um mit dem dehnbaren Material zu nähen. Tja, falsch gedacht. Irgendwann fasste ich mir ein Herz, bestellte eine Jersey-Nadel und nähte los – an meiner alten Singer mit Zickzackstich.

Die ersten Stücke, die ich hervorbrachte, waren alles andere als sehenswert. Deshalb war es mir auch so wichtig, für den Anfang kostenlose Schnittmuster zu benutzen (auch so ist Nähen ja nicht unbedingt ein günstiges Hobby). Aber mit dem T-Shirt Freebook habe ich direkt einen richtig guten Fang gemacht. Ich fand die englische Anleitung super verständlich und konnte so meine Skills im Jersey nähen ausbauen, z.B. indem ich das erste mal Ärmel einnähte.

Jersey Top Freebook: Ein Klassiker in meinem Kleiderschrank
T-Shirt nähen Ringel
Meine Versionen mit Streifen: Das linke besteht aus einem alten T-Shirt meines Freundes, sehr praktisch, da man Säume einfach übernehmen kann.

Mit der Zeit sind meine T-Shirts immer besser geworden. Vielleicht liegt es daran, dass ich immer nur mit dem selben Schnitt übe? Inzwischen habe ich sechs verschiedene Versionen genäht: mit Punkten, Streifen, aus Tiermotiv-Stoffen und aus alten, mir viel zu groß geratenen Shirts geupcycelte. Ich variiere die Ärmellänge und gebe manchmal am Saum einige Zentimeter hinzu.

T-Shirt Upcycling
Links: Aus einem alten T-Shirt meiner Mama geupcycelt und mit tropisch-gemusterten Bündchen versehen; rechts: aus Simply Swans von Hamburger Liebe.

Ich kann also quasi jeden Tag in der Woche blind in den Kleiderschrank greifen und habe mit dem Shirt nach dem Freebook immer ein Teil parat, was gut sitzt und zu Jeans in schwarz oder blau perfekt passt. (Selbstgenähter) Cadigan drüber, fertig ist das Outfit.

T-Shirt nähen Frauen gratis Schnittmuster
Die Punkte-Shirts sind meine Favoriten und werden am meisten getragen.

Shirt Polka Dots

Wie geht es euch? Kennt ihr den Schnitt schon und mögt ihn auch so sehr wie ich? Und was sind eure Evergreen-Schnittmuster, die ihr wieder und wieder näht?

 

Schnitt:  Jersey Top vom Peppermint Magazine 

Verlinkt bei: Kostenlose Schnittmuster Linkparty, MeMadeMittwoch 

Latzkleid Cleo nähen

Latzkleid Cleo im September

Bereits zum fünften Mal mache ich bei der #12coloursofhandmade-Fashion Challenge mit, aber noch nie ist es mir so schwer gefallen, mich für ein Projekt zu entscheiden! Nach langem Überlegen habe ich diesen Monat ein Latzkleid von Tilly and the Buttons genäht: Vorhang auf für Cleo!

Tilly and the Buttons Cleo dress
Ente, Ente, Ente, Gans – zufrieden!
Cleo von Tilly and the Buttons

Ich mag die Schnitte von Tilly and the Buttons sehr gern! Ich habe bereits öfter geschrieben, dass ich meine allerersten Projekte überhaupt aus ihrem ersten Buch Liebe auf den ersten Stich habe. Und inzwischen habe ich mich fast ganz durchgenäht mit der Bluse Mimi in blau und türkis, dem Rock Clémence und dem Kleid Lilou!

Doch als vor einer ganzen Weile der Schnitt „Cleo“ als dungaree dress (Jeans-Latzkleid) oder pinafore dress (Latzkleid) erschien, konnte ich mich nicht damit anfreunden. Er schien mir einfach… zu kindlich. Zum Glück bin ich nochmal in mich gegangen!

Cleo und Karo

Es war der Stoff, der mich schließlich überzeugte. Ich konnte den wunderbar karierten Wollstoff mit Entenprint zum absoluten Schnäppchenpreis bei eBay ergattern und überlegte mir fortan, was ich daraus nähen sollte. Ich war mir unsicher und zudem war es im Sommer zu warm für Wollstoffe, so dass ich das Projekt auf den Herbst verschob. Doch dann kam der September, damit auch die Farbe orange für die #12coloursofhandmadefashion-Challenge und nachdem ich erst ernsthaft überlegt hatte, doch ein Mal auszusetzen, fiel mir mein karierter Entenstoff wieder ein. Ha, die Entchen waren orange!

Wollstoff kariert
Enten und Karo? Aber klaro!

Zunächst liebäugelte ich mit einem Faltenrock, doch ich hatte erst letzten Monat einen genäht und wollte nicht, dass die Vögel nicht mehr zu erkennen sein würden. Und dann kam die Eingebung – ein Latzkleid sollte es sein!

Zeitreise mit Cleo

Mit dem karierten Cleo-Kleid begebe ich mich zurück in die Vergangenheit – denn ich hatte schonmal ein kariertes Latzkleid! Es ist stolze 21 Jahre her, ich war also noch ein Kind, und trug das Kleid zu einer ganz besonderen Gelegenheit, dem 90. Geburtstag von meiner Uroma. Sie ist übrigens 99 geworden und ich mochte sie und die Geschichten, die sie mir erzählte, sehr. Heute bewundere ich die Stärke, den Humor und den Optimismus, die sie immer bewährt hat. Das Kleid ist also eine kleine Hommage an meine Uroma und ich freue mich, jedes Mal an sie zu denken, wenn ich es trage.

Latzkleid nähen

Das Kleid Cleo zu nähen war übrigens ziemlich einfach. Es ist auch als Beginner-Schnitt eingestuft – kein Wunder, da es keine Abnäher, Reißverschlüsse oder schwierige Raffungen beinhaltet. Insgesamt müssen nur 6 Teile ausgeschnitten werden und die Anleitung ist wie bei allen Tilly and the Buttons-Schnitten tadellos. Also konnte ich einen Sonntagnachmittag damit verbringen, zu kleben, zu schneiden, zu bügeln und zu nähen.

Ich habe einige sehr wenige Änderungen vorgenommen. Am auffälligsten ist vielleicht, dass ich das Vorderteil des Kleides aus einem Stück genäht habe. Da ich keinen Muster-Wirrwarr mit den Karos und den Enten vorne auf meiner Cleo haben wollte, habe ich einfach die 1,5 cm Nachtzugabe des Vorderteils weggeschnitten und es so in den Stoffbruch gelegt. Natürlich habe ich dementsprechend auch die Ziernähte an der Vorderseite weggelassen.

Beim Wenden der Träger habe ich mich übrigens sehr gefreut, ein Wende-Set zu besitzen! Das habe ich mir zugelegt, nachdem ich beim Wenden einer selbstgenähten Fliege einmal schier verzweifelt bin. Das Werkzeug ist tatsächlich recht primitiv, aber easy-peasy in der Handhabe und ein unverzichtbarer Helfer geworden.

Oversize-und Lagen-Look

Der Schnitt war für mich zunächst gewöhnungsbedürftig, da das Kleid sehr weit – um nicht zu sagen „sackig“ – fällt. Ich nähe sonst lieber Kleidung, die die Figur betont.  Doch jetzt ist schließlich ohnehin Herbst und bald verschwindet alles unter dicken, gefütterten Jacken. So kombiniere ich das Latzkleid Cleo mit einer dicken Strumpfhose und einem grauen Shirt und es gefällt mir ganz gut. Vielleicht führe ich Cleo ja sogar mal ins Büro aus?

Kleid Cleo nähen
Ich hab mir Enten vor den Latz geknallt…
Latzkleid Träger nähen
Hier passt nicht alles hundertprozentig: Ich habe mir Mühe gegeben, damit die Karos sich treffen, aber mit den Enten hat es nicht funktioniert. Was mir gefällt: Die Träger.
Damen Latzkleid nähen
Cleo wirft sich in Pose

Wie gefällt euch mein Latzkleid? Habt ihr auch schonmal eines genäht oder findet ihr, dass das nur etwas für Kinder ist?

 

Schnitt: Latzkleid von Tilly and the Buttons

Stoff: Wollstoff-Schnäppchen bei eBay

 

Verlinkt: #12coloursofhandmadefashion bei Tweed & Greet, MemadeMittwoch

Socken nähen: Sockenliebe vs. Ringelprinz

Ran an die Reste: Socken nähen

Ich liebe bunte und verrückte Socken! Daher war es nur eine Frage der Zeit, ehe ich selbst Socken nähen würde. Ich habe die Schnittmuster „Sockenliebe“ und „Ringelprinz“ ausprobiert und verglichen.

Eigentlich  habe ich hässliche Füße. Daher hätte ich auch nie gedacht, dass ich sie auf dem Blog zur Schau stellen würde. Aber plötzlich erfasst die Näh-Community der Socken-Hype! Vielleicht liegt die Popularität am kommenden Herbst oder daran, dass so viele gerne auch den allerkleinsten Stofffetzen noch verwenden. Jedenfalls ist er da und es war klar, dass ich auf den Trend aufspringen und selbst Socken nähen würde. Und diese dann auch auf dem Blog zeigen – also meine Füße präsentieren! Die krummen Zehen sieht man in den Socken glücklicherweise nicht. Den Hallus Valgus schon. Tja, da müsst ihr durch.

Socken selber nähen
Links Sockenliebe, rechts Ringelprinz. Die Flecken sind Regentropfen, denn inmitten des Shootings fing es an zu schütten und wir mussten auf Omas hübschen Terrazzo-Boden als Location ausweichen.

Socken-Schnittmuster im Vergleich

Zwei Schnittmuster sind zur Zeit populär: Das Freebook „Sockenliebe“ von Cherry Picking und die Neuerscheinung „Ringelprinz(essin)“ von Hilli Hiltrud. Ich habe beide Schnittmuster ausprobiert, vergleiche sie miteinander und zeige euch hier die Ergebnisse.

Freebook „Sockenliebe“ von Cherry Picking nähen

Einen Pluspunkt gibt’s natürlich erst einmal dafür, dass die Anleitung und der Schnitt kostenlos sind! Auf nur zwei DIN A4 Seiten ist alles fix ausgedruckt und schnell vorbereitet. Den Stoff habe ich mir von verschiedenen T-Shirts, die bereits reif für den Altkleidercontainer waren, zusammengesucht. Das ist eine schöne Möglichkeit zum Upcycling.

Freebook Sockenliebe
Meine Sockenliebe-Socken bestehen aus drei unterschiedlichen Stoff-Resten.
– Die  Anleitung

Die Anleitung ist sehr knapp gehalten. Wer noch nie zuvor Socken genäht hat, muss erst einmal grübeln! Auch, dass es nur ein Bild von den Socken (und das in Pumps) gibt, erschwert das Nähen, da man keine Vergleichsmöglichkeiten hat. Ehe ich verstanden habe, dass die Ferse  mithilfe von Kellerfalten genäht wird und ob ich diese auf der rechten oder linken Seite der Sohle machen soll, ist einige Zeit vergangen.

– Das Nähen

Ich habe die Socken an der normalen Nähmaschine genäht und nicht an der Overlock, da ich das mit den vielen Rundungen gar nicht so einfach finde. Da ich faul bin und auch keine Lust auf störende Nähte habe, habe ich nichts versäubert. Die verschiedenen Teile sind groß genug, um gut damit zu arbeiten.

– Passform

Die Ferse passt gut in die Kellerfalten, angezogen sieht der Socken ganz hübsch aus. Was mir nicht gefällt: Auf der Oberseite des Sockens bilden sich Falten. Auch das Bündchen bildet keinen geraden Abschluss.

Sockenliebe nähen
Hier gut erkennbar: Graue Sohle und Fersenfalte.
Sockenliebe Cherry Picking
Aber hallo, Farbe!
– Tragekomfort

Da ich die Nähte nicht extra versäubert habe, stören sie auch nicht. Die Socken bleiben auch mit Schuhen beim Gehen da, wo sie sollen. Mit Schuhen bilden die verschiedenfarbigen Schnitteile bei mir einen witzigen Kontrast, jedoch kann man auch hier die Falten erkennen.

„Ringelprinz“ von Hilli Hiltrud nähen

Das Socken-Schnittmuster von Hili Hiltrud gibt’s gleich in drei verschiedenen Versionen: Als Strumpf, Sneakersocke und Sneakersocke mit höherer Ferse. Bereits auf den Bildern im eBook kann man erkennen, dass die langen Strümpfe im Knöchelbereich oben Falten schlagen, daher habe ich mich gegen sie entschieden. Die Sneakersocken hingegen fand ich spannend. Nachdem ich erst die reguläre Sneakerversion getestet und festgestellt habe, dass die an meinen Füßen herunterrutscht, nähte ich die Sneakersocken mit der höheren Ferse.

Besonders mag ich auch ihre Idee, die Sockensohle aus Sweatstoff-Resten zu nähen! Das ist richtig kuschelig für jemanden wie mich, der ständig kalte Füße hat.

Das Schnittmuster besteht aus vier DIN A4-Blättern, die zunächst zusammengeklebt werden müssen.

Socken Hilli Hiltrud nähen
Regennasse Sneaker-Socken.
–  Die Anleitung

Gut bebildert und ausführlich. Es fehlt jedoch ein Bild-Beispiel zum Nähen der Sneakerversion mit der höheren Ferse.

– Das Nähen

Auch hier habe ich mich nicht an die Overlock getraut. Die Sneakersocken bestehen aus vier Teilen, von denen drei relativ klein sind. Ich hatte Schwierigkeiten, die Sockenteile gut festzustecken. Fast einen Krampf bekommen habe ich beim Bündchen annähen, da der Sockenteil, an den der Bund genäht werden muss, an einer Stelle sehr schmal ist (hier einmal ein großes Lob an alle von euch die für Kleinkinder nähen: Ich würde durchdrehen, wenn ich ständig mit solchen Friemelarbeiten zu tun hätte). Versäubert habe ich auch beim Ringelprinz nichts.

– Passform

Wenn sie erst einmal genäht sind, passen die Socken prima. Nirgendwo sind Falten. In der Ferse sitzen die Socken sehr gut.

Ringelprinz Socken nähen
Die dunkle Sohle aus Sweatshirt gefällt mir besonders. Einziger Nachteil: Dalmatiner-Haare sind darauf sehr gut zu sehen.
– Tragekomfort

Nichts drückt, und alles bleibt beim Tragen dort, wo es sein soll. Aufgrund der Sneakersockenlänge sieht man die Söckchen in Schuhen gar nicht.

Socken nähen: Fazit

Wenn Menschen aus der Näh-Community behaupten, sie hätten 15 Paar Socken in einer Stunde genäht, kann ich das kaum glauben. Ich finde es gar nicht so einfach, mit den vielen kleinen Teilen zu hantieren. Besonders an der Overlock! Daher brauchen auch die beiden vorgestellten Schnittmuster ihre Zeit. Besonders der „Ringelprinz“ dauert mit seinen klitzekleinen Schnitteilen – dafür bin ich von der Passform aber auch wirklich überzeugt. Die „Sockenliebe“ hingegen sitzt, finde ich, nicht ganz so gut. Dennoch ist das Freebook eine gute Lösung, wenn man das Socken nähen ersteinmal ausprobieren möchte. Beide Schnittmuster eignen sich hervorragend, um noch die kleinsten Jersey-Reste zu verwerten (meine Schwester hat sich übrigens zur Resteverwertung Unterwäsche ausgesucht).

Und ihr? Habt ihr auch schon einmal Socken genäht? Die schrillsten Reste-Kombinationen ausprobiert? Und welcher Schnitt gefällt euch besser?

 

Schnitt:  Freebook „Sockenliebe“ von Cherry Picking und  „Ringelprinz(essin)“ von Hilli Hiltrud

Stoff: diverse Jersey-Reste aus alten T-Shirts, Sweatstoff-Rest

 

Verlinkt bei: Me Made Mittwoch, Stoffreste-Linkparty , Kostenlose Schnittmuster Linkparty