Es geht der Bluse an den Kragen!

Bluse = Business?

Früher habe ich so gut wie nie Blusen getragen. Ich fand immer, ich sehe damit verkleidet aus – ein bisschen wie Business-Barbie. Inzwischen arbeite ich ja auch richtig und finde es gar nicht mehr so schlimm, wie Business-Barbie auszusehen. So ein professioneller erster Eindruck kann schließlich auch etwas Gutes sein. Trotzdem wird man die klassische weiße Bluse nicht in meinem Kleiderschrank finden. Stattdessen gibt’s Punkte, Streifen – und inzwischen auch 1,5 selbstgenähte Modelle!

Hallo, Mimi!

Ich mag die Schnitte von Tilly and the Buttons, nähe mich durch ihr Buch und dabei auch die Bluse „Mimi“. Das war für mich bisher das anspruchsvollste Projekt. Schließlich hatte ich noch nie zuvor Knopflöcher genäht! Und auch keine Ahnung, wo man bei meiner Nähmaschine die Knopflochautomatik findet oder ob es da überhaupt eine gibt (ich nähe auf einer alten Singer Samba 40, die mein Papa mal meiner Mama geschenkt und sie dann mir vermacht hat. Romantisch, oder?) Dazu habe ich das erste Mal richtig teuren Stoff vernäht. Entgegen meiner sonstigen Art bin ich also alles ganz, ganz ruhig angegangen und nach einiger Friemelei kann sich das Endergebnis sehen lassen: Den Kragen und die Ärmelbündchen habe ich in unifarbener dunkelblauer Baumwolle genäht und dazu passend auch Knöpfe bezogen.

Mimi Tilly and the Buttons dunkelblau Streifen Bluse
Sogar die Streifen passen aufeinander.
Kragen Bluse Mimi Tilly and the Buttons
Innen sieht’s nicht ganz so hübsch aus. Ich hoffe, mein Anker-Label lenkt davon ab…
Mimimi statt Mimi

Dieses Erfolgserlebnis hätte ich mit Bluse 2 gern einfach wiederholt. Aber „Mimi“ kann auch eine echte Zicke sein –  eher eine „Mimimimimi“. Als Stoff habe ich einen sehr günstiges, türkisfarbenes Mischgewebe verwendet, und so fingen die Probleme bereits beim Zuschnitt an – und das, obwohl ich extra gebügelt hatte. Frechheit. Der Stoff war rutschig ohne Ende und knitterte sofort wieder, was exaktes Zuschneiden fast unmöglich machte. Außerdem hatte ich Extrawünsche: Statt des tiefen Ausschnitts wollte ich einen, der nicht ganz so viel preisgibt und dazu dann auch gleich einen anderen Kragen. Varianten des Kragens seien nicht schwer, steht in dem Buch. Haha, von wegen. Eine besonders gute Idee war es, den Bubikragen aus einem anderen Schnittmuster (1 Schnitt, 10 Kleider von Laura Hertel) einfach zu übernehmen und so halb an das Mimi-Schnittmuster anzupassen. Im Endeffekt hat nichts zusammen- oder aneinander gepasst, so dass ich froh war, dass ich noch genug Stoff übrig hatte, um die Vorderteile ganz neu zuzuschneiden.

Dann die Kragenteile selbst – ich habe alle Anfängerfehler mitgenommen, weil ich gedanklich schon zwei Schritte weiter war. Das Bügeleisen fast ruiniert, weil die falsche Seite des Bügelvlieses oben lag und dann drei gleiche und nur ein spiegelverkehrtes Teil zugeschnitten… so ging es fast den ganzen Nachmittag weiter.

Aber anstatt alles wütend in den Mülleimer zu hauen, habe ich mir ein Hörspiel angemacht und leicht angesäuert weitergeschneidert. Mit viel Geschummel hat es doch noch einigermaßen hingehauen. Ich muss alles noch ordentlich bügeln, aber dann ist der Bubikragen fertig. Und damit auch schon eine ganze halbe Bluse.

Bluse Mimi Tilly and the Buttons türkis
Hier sieht man schön, wie rutschig der Stoff ist. Die Ärmel fehlen noch.
Das Elend von nah. Hat da etwa jemand vergessen, den Beleg zu versäubern?

Schnitt: Bluse „Mimi“ von Tilly and the Buttons in „Liebe auf den ersten Stich“

Stoff Mimi 1: 2 m Popeline von Cotton and Steel, gekauft bei Fadenwerk in Kiel.  Stoff Mimi 2: 2 m türkises Mischgewebe, gekauft bei Karstadt.

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