Pulli-Parade

Ich liebe Pullis. Mit Kapuze oder Kragen, mit und ohne Taschen, in jeglichen Variationen. Bei mir kommen auch definitiv keine gekauften Pullis mehr in den Schrank, es geht einfach nichts über selbstgenähte.

Ich liebe meine Pullis viel zu sehr um mich für einen einzigen entscheiden zu können, deshalb zeig ich sie jetzt einfach alle beim Jahres sew along im März: Lieblingshoodie.

No. 1 – Einfach Spitze

Mein erster Hoodie, ein LadyHood Rockers von mamahoch2, ist Mitte letzten Oktober entstanden und noch eins meiner ersten Kleidungsstücke. Ich hab diesen wunderschönen Pulli auf DaWanda entdeckt und es mir in den Kopf gesetzt das gute Stück nachzunähen. Ja-ha, denkste. Dieser Pulli hat mich echt Nerven gekostet. Das Colorblocking passte im ersten Anlauf natürlich nicht aufeinander, geschweige denn im Zweiten, schlussendlich ist der Pulli „aus Versehen“ von einer 40 auf eine 38 geschrumpft damit es zumindest halbwegs aufeinander passte.

Das nächste Desaster ließ nicht lange auf sich warten. Auf der einen Schulter war die Spitze aus der Naht gerutscht, auf der anderen bereits nach kurzer Zeit gerissen und allgemein hat die elastische Spitze, die ich verwendet hab, eine wahnsinnig schlechte Qualität. Sie zieht extrem viele Fäden. Vom Weiten sieht der Hoodie immer noch richtig toll aus, vom Nahen aber ist es nach etlichen Waschgängen leider nur noch ein fusseliges Etwas. Egal, ich liebe ihn trotzdem.

No. 2 – Grau in Grau

Auch der zweite Hoodie ist ein LadyHood Rockers. In der Zwischenzeit hatte ich angefangen hier in Kiel in einem Stoffgeschäft zu arbeiten und der Sweatshirtstoff hat mich wochenlang aus dem Regal heraus angelächelt, ehe ich mich dann doch dazu durchringen konnte. Ich hatte einfach sehr lange Bedenken, dass das Muster viel zu wild für einen Pullover ist – War wohl doch grundlos.

Diesmal ein Pulli ohne Pleiten, Pech und Pannen, dafür aber mit gepfuschtem Kapuzeninnenleben, das war in seinem vorigen Leben nämlich eine Hose.

LadyHood Rockers Pullover Sweatshirt

Der LadyHood Rockers geht mir leicht von der Hand, mit der Overlock ist das Zusammennähen ein Kinderspiel und in einer dreiviertel Stunde geschafft. Noch besser würde es gehen, wenn man zumindest ein Passzeichen für die Schulternaht auf dem Ärmel hätte, es geht aber auch so. Die Passform des Hoodies gefällt mir eigentlich ganz gut (hier eine 40, die ich an den Seitennähten jeweils noch zweimal um die Nahtbreite der Overlock, also ca. 1,2cm, gekürzt hab). Einzig störend finde ich, dass unter den Armen irgendwie zu viel Stoff ist. Ich glaube der Schnitt ist einfach für Frauen mit mehr Oberweite konzipiert.

No. 3 – Ein bisschen Farbe bitte

Darf ich vorstellen: meine Lady Hennja von Mamili1910. In Hoodies nähen hatte ich mittlerweile genug Übung, das dachte ich zumindest. Doch dann kam Hennja. Was hab ich geflucht … und geschimpft und gezetert.

Es fing schon mit der Platzierung der Reißverschlusstaschen an. Der Schneiderkreidestift wollte nicht so wie ich, der Trick-Marker ist übers Wochenende auf der Vlieseline verschwunden (ja, das soll er auch, ich hatte nur nicht erwartet, dass das Zeug so gut funktioniert) und die H250 Vlieseline ist mir irgendwie doch zu steif zum Verstärken von Sweat und Jersey. Trotz gewisser Startschwierigkeiten sind die Taschen doch ganz gut geworden – naja bis auf die Tatsache, dass sie falsch herum auf gehen. Macht nix, weis ja keiner, dass das nicht so gehört.

Weiter ging es dann mit dem Reißverschluss um die Kapuze. Feinstsäuberlich abgesteckt und trotzdem hat der Nähmaschinenfuß den Sweatshirtstoff verschoben, so dass am Ende nichts mehr passte. Auch beim Annähen des Kapuzenfutters aus Jersey ist es eher noch schlimmer geworden, sogar eine kleine Falte hat sich eingeschmuggelt. Die Lösung des Problems von Reißverschlüssen auf elastischen Stoffen nennt sich Stylefix bzw. Wonder Tape (wasserlöslich). Wird im ebook übrigens auch empfohlen, aber ich dachte, ich würde es auch so hinkriegen – Da hab ich mich wohl mal wieder geirrt, aber aus Fehlern lernt man ja bekanntlich.

Als nächstes war das Annähen des Kapuzeninnenfutters auf die „schöne“ *hust* Art dran. Das sollte man nämlich um die Nahtzugabe der bereits bestehenden Naht zwischen Pulli und äußerer Kapuze legen und feststeppen. Das war eine äußerst friemelige und rutschige Angelegenheit und sieht im Endergebnis auch nicht so toll aus, wie gehofft.

Lady Henna Sweatshirt Pullover Hoodie nähen

Der Schnitt sitzt im Allgemeinen lockerer als der LadyHood Rockers, was mich im Nachhinein dann doch irgendwie stört, ich mag es tailliert. Dass die Kapuze nicht ganz zu geht, ist von den Schnittmachern so gewollt, ich hätte es dann aber doch ganz gern so gehabt, vielleicht ja beim nächsten Mal, wobei ich dabei den Reißverschluss um die Kapuze weglassen würde und nur den kleinen Zierreißverschluss auf der Brust nähen würde.

No. 4 – Mit dem Strom geschwommen

Im Laden sind über den Winter gefühlt jeden Tag mindestens fünf Frauen im Laden gewesen um Stoff für die Nelly von pattydoo zu kaufen und da sich von den vorigen Pullis so langsam Reste angesammelt haben, die sich perfekt für einen Patchwork-Pulli eigneten, musste ich den Schnitt ja dann doch ausprobieren. Man will ja mitreden können.

pattydoo Nelly nähen

Was soll ich groß zur Nelly sagen, Größe 38 genäht, bisschen kurz für meinen Geschmack aber passt. Verlängern wäre mir beim der Patchwork-Pulli auch einfach zu umständlich geworden.

No. 5 – Einmal Raglan bitte

Nach den vielen normalen Hoodies wollte ich auch mal einen Raglan-Pulli haben und die Amy von pattydoo (bekommt man, wenn man sich zum pattydoo Newsletter anmeldet) hat noch in den Tiefen meines Computers geschlummert. Ausgedruckt, Größe 38 ausgeschnitten, für viel zu groß befunden und großzügig verändert. Am Bruch hab ich 1,5cm weggeschnippselt, die Taille auf Größe 32 zurückgestutzt und die Ärmel verlängert. Tatarata – meine Schwalben-Amy.

pattydoo Amy nähen Raglan-Pulli

Schnitte:
LadyHood Rockers von mamahoch2
Lady Hennja von Mamili1910
Nelly von pattydoo
Amy von Pattydoo

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