Ein Tag mit Barbara

Kleid „Barbara“ aus der La Maison Victor

Mein liebster Nähtag ist Sonntag! Da wandere ich direkt nach dem Frühstück mit einer extra großen Tasse Kaffee in mein Arbeitszimmer, und während ich mich stundenlang meinem aktuellen Näh-Projekt widme, vergesse ich alles um mich herum.

An den letzten Sonntagen hieß das aktuelle Projekt „Barbara“. Das finde ich lustig, weil auch die Mutter meines Freundes so heißt. Hier handelt es sich allerdings um ein Kleid aus der aktuellen „La Maison Victor“. Im Vintage-Stil, mit Raffungen, fast knielang, zum Knöpfen. Bereits beim ersten Durchblättern der Zeitschrift hatte ich mich verliebt. Mir war klar, dieses Kleid will ich nähen – in rosa.

La Maison Victor Barbara nähen
Hallo, Babsi!
Stoffwahl

Zunächst schwebte mir ein rosa gepunkteter Stoff von Stoff und Stil vor, aber auf dem Stoffmarkt in Viersen habe ich mich spontan umentschieden. Ein Coupon rosa Blümchen-Baumwolle, 1,80 mal 1,60 Meter für 6 Euro – gekauft. Farblich passendes Garn hatte ich auch noch.

Stoffmarkt Holland Baumwolle rosa
Stoff und Garn liegen bereit!
Die Vorbereitung

Ich wollte also direkt loslegen. Zum Glück habe ich mir die Anleitung vorher nochmal angeschaut – und dabei festgestellt, dass die Nahtzugaben nicht enthalten waren. Oje. Bisher hatte ich Nahtzugaben dann öfter pi mal Daumen mit zugeschnitten, aber dementsprechend auch nur so mittelmäßig schöne Ergebnisse erreicht. Also mal wieder den Akkuratesse-Modus einschalten: Ich habe alle Schnittmuster in meiner Größe mit Kopierpapier kopiert, dann zwei Stifte mit Tesa aneinander geklebt, und dann alles nochmal nachgezogen und dabei gleich 1 cm Nahtzugabe mit eingezeichnet.

Nahtzugabe einzeichnen
Hier wird voll ordentlich gearbeitet.

Genau so ordentlich war ich bei den weiteren Schritten. Schnittmusterteile sehr sorgfältig ausgeschnitten, aufgelegt, umrandet und wieder ausgeschnitten. Alleine die Vorbereitung hat mehrere Stunden gedauert. Ich wundere mich immer, wenn Leute schreiben, sie hätten ganz schnell was genäht – Sorgfalt braucht schließlich Zeit.

La Maison Victor Barbara nähen
Man beachte die Kinder-Bastelschere, die mit ins Bild durfte.
An die Nähte, fertig, los!

Das Nähen ging relativ leicht von der Hand. Das Raffen mit Kräuselfaden habe ich ja bereits bei meiner „Mimi“-Bluse geübt. Beim Festnähen meiner Kräuselung habe ich getrickst und sie einfach kurz mit Tesa festgeklebt. Das hat ganz gut funktioniert.

Herausforderung Halsbeleg

Ich bin davon ausgegangen, dass die Herausforderungen bei „Barbara“ für mich die Ziernähte werden würden. Da lag ich falsch (mit etwas Geduld und rosa Garn, damit Fehler nicht auffallen, ging es ganz gut). Stattdessen hatte ich richtigen Kummer mit dem Halsbeleg. Das Stück für die Hinterseite hat einfach nicht gepasst! Da muss ich bereits beim Abpausen einen Fehler gemacht haben. Nach einigem Hin und Her musste ich einsehen, dass ich das Problem nicht lösen kann – außer mit neu zuschneiden. Dafür habe ich die Breite der Beleg-Vorlage genommen und an Schnittmusterteil für den hinteren Halsausschnitt gelegt, um es in der richtigen Breite und Lange neu schneiden zu können. Danach hat es geklappt.

Auch Fehler zwei fand sich beim Beleg: Ich hatte zwei Teile jeweils nur zwei und nicht vier Mal zugeschnitten. Die Belegteile sollten eigentlich verstürzt werden, bevor sie an den Ausschnitt gesteppt werden. Ich hatte keine Lust, neu zuzuschneiden (und neu Vlieseline aufzubügeln), also habe ich den Beleg links auf rechts an den Ausschnitt genäht, so dass beim Umklappen trotzdem die rechte, schöne Seite zu sehen ist. Da bereits Bügelvlies untergebügelt war, fransen die Belegteile nicht aus.

Näh-Hack: Damit der Beleg nicht zurück klappt

Zum Befestigen des Belegs hat mir meine Schwester einen super Tipp gegeben: Saumband. Ich habe also kleine Stücke an verschiedenen Stellen angebügelt und der Beleg hält wunderbar, ohne wieder in die andere Richtung zu kippen.

Knöpfe werden rollen…

Ich war in drei Geschäften, um mir Knöpfe für „Barbara“ zu kaufen, und bin doch nicht fündig geworden. Mir schwebten kleine, rote Knöpfe vor – aber die, die es zu kaufen gab, waren nicht zu 100% das, was ich wollte, und außerdem zu teuer. Letztlich habe ich bei Ebay kleine, rot glänzende Knöpfe ersteigert. Die waren eigentlich für Puppenkleidung gedacht, aber das macht ja nix. Insgesamt elf Knopflöcher und Knöpfe habe ich angenäht. Puh!

 

Die ganze Arbeit hat sich gelohnt, ich bin sehr stolz auf mein Kleid, habe es zu Ostern bereits getragen und werde es sicher den ganzen Sommer über oft anziehen.

Schnitt: „Barbara“ aus der La Maison Victor 2/2017

Stoff: Baumwolle-Coupon 1,60 x 1,80 m vom Stoffmarkt in Viersen

La Maison Victor Barbara nähen
Barbara wird ausgeführt!
La Maison Victor Barbara nähen
Rücken-Raffungen.

Verlinkt beim Creadienstag:

und bei Handmade on Tuesday

Eine Antwort auf „Ein Tag mit Barbara“

  1. Mega-Schön geworden, die Barbara! Das mit den Knöpfen kann ich sehr gut verstehen – sie sind schließlich das I-Tüpfelchen, stimmts? 🙂
    Und deine roten sind perfekt!
    Liebe Grüße von Wiebke

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