Von Ankern, Applikationen und Jersey-Schrägband

In Kiel gab es schon ein Paar wirklich schöne wärmere Tage, daher wird es jetzt trotz wieder eisiger Temperaturen Zeit für die Sommergaderobe. Klassische T-Shirts aus nur einem Stoff hab ich schon genug also sollte dieses Mal was neues ausprobiert werden.

Das Kimono-Shirt ist ein Freebie von iCandy handmade, allerdings nur in Größe M zu haben und enthält keine Naht oder Saumzugabe. Ich hab mir den Schnitt an der Taille ein bisschen schmaler gemacht und Vorder- und Rückteil gleich lang zugeschnitten. Zwischen den beiden Schnittteilen hab ich eine Fake-Paspel eingenäht (ein 2cm breiter Jerseystreifen, der gefaltet zwischen die Stoffschichten gelegt wird) und diese noch auf der Rückseite mit der schmalen Zwillingsnadel festgesteppt. Auf dem Rücken hab ich in der Mitte einen kleinen Schriftzug appliziert.

Der Kampf mit dem Einfassband

Ich hab bisher nur klassische Bündchen genäht und wollte immer schon mal Jersey-Schrägband ausprobieren. Einmal und nie wieder – ich hab den Ausschnitt zwei Mal wieder auftrennen müssen, bis es einigermaßen akzeptabel aussah. Ich hab es einfach noch nicht so richtig raus, wie lang das Bündchen für diese Ausschnittversion sein muss. Ich glaube das ist sehr materialabhängig, je weicher das Material, desto kürzer muss das Bündchen zugeschnitten werden.

Beim ersten Versuch hab ich das Bündchen genauso lang wie den Halsausschnitt zugeschnitten – was für ein Desaster. Viel viel viel zu lang zudem verliert der Stoff durch das doppelte Annähen an Elastizität und steht ganz grauenhaft ab.

Für den zweiten Versuch hab ich mein Halsbündchen auf die klassische Bündchenlänge, sprich Ausschnittlänge mit 0,7 multipliziert, gekürzt. Das sah schon viel besser aus, aber zufrieden war ich damit trotzdem nicht. Nachdem ich dann noch einmal 5cm von der Länge abgenommen und einmal mit ordentlich Dampf drüber gebügelt hab hat das Shirt das Attribut „vorzeigbar“ verdient.

Ist das Kunst oder kann das weg

Um das Shirt noch ein wenig aufzupeppen hab ich mich das allererste Mal an Applikationen versucht. Das Vliesofix hatte ich schon irgendwo liegen – aber wo nur? Ah, direkt vor meiner Nase.

Den Schriftzug hab ich direkt in Word erstellt (Schriftart: Master of Break) und mir über die Schriftart-Optionen nur den Umriss der Schrift anzeigen lassen.

Einmal für die Vorlage abgepauscht und nochmal spiegelverkehrt auf die Papierseite vom Vliesofix gemalt. Der Schritt hätte ich mir eigentlich sparen können und einfach nur das Vliesofix etwas größer als meine Schablone ausschneiden können, aber warum einfach, wenn es auch kompliziert geht. Das Ganze dann zuerst auf den roten Stoff und dann auf die Rückseite von meinem Shirt aufgebügelt, die Papierschablone darauf festgesteckt und dann immer schön ordentlich auf der Linie genäht – naja gut, zumindest hab ich mir die größte Mühe dabei gegeben. Dazu hab ich den ganz normalen Geradstich mit Stichlänge 1 benutzt. Zu guter letzt hab ich den überstehenden Stoff außenherum mit einer scharfen spitzen Schere, bei mir kommt dazu eine zweckentfremdete Nagelschere zum Einsatz, weggeschnitten – und natürlich auch ein winziges Loch in meinen Stoff geschnitten, macht nichts, sieht da eh keiner. Die Schnörkel zwischen den Buchstaben bekommt man übrigens unfallfrei freigestellt indem man den Kopf einer Stecknadel zwischen die beiden Stoffschichten schiebt und so das Vliesofix wieder löst bevor man schneidet.

Für schönere Säume

Einen kleinen Trick hab ich noch in petto. Beim Säumen hat man doch an den Seitennähten immer diese beuligen Stellen, weil man an der Stelle nicht 2 sondern 6 Schichten Stoff hat, wenn man die Nahtzugabe zu einer Seite klappt. Man kann die Dicke reduzieren, indem man auf Höhe der Falz einen Einschnitt in die Nahtzugabe macht und diese dann zu beiden Seiten klappt. Das näht sich leichter und fühlt sich auch schöner an.

Schnitt: Fun Summer Tee von iCandy handmade, an der Taille schmaler gemacht

Stoff: Anker-Jersey und weißes Bündchen von Tedox
blauer und roter Jersey von Karstadt

RUMS

2 Antworten auf „Von Ankern, Applikationen und Jersey-Schrägband“

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