Selbst genähtes für untendrunter

Mittlerweile kaufe ich fast gar keine Kleidung mehr im Laden, eine Ausnahmen machen da Schlüppis und Socken – bis jetzt, denn ich hab mich an Unterwäsche getraut.

Kennt ihr die wünderschönen Unterwäscheschnittmuster von Evie la Luve? Ich hab mir ihren Schnitt Esme abgeguckt und selber aus dem Freebook Eve von Pattydoo einen „eigenen Schnitt für die Esme gebastelt. Dabei war mir das Nähvideo für die Esme und insbesondere ihre Abwandlung eine große Hilfe.

Ausgetobt mit wilden Mustern

Als erstes hab ich aber natürlich die Eve ausprobiert. Auch für die Eve gibt es ein Nähvideo in dem ein wirklich guter Tipp, nämlich das Aufrollen von Vorder- und Hinterteil zum Einnähen des Zwickels, gezeigt wird. Beim Nähen war ich ganz erstaunt, wie schnell so ein Schlüppi genäht ist, innerhalb von nicht einmal einer halben Stunde hat man einen niegel-nagel-neuen Schlüppi in den wildesten Mustern vor sich liegen. Neben dem neuen witzigen Kleidungsstück hat das Nähen von „kleinen“ Dingen, wie Unterhosen, Socken und ähnlichem Firlefanz noch einen weiteren Vorteil – der Resteberg wird kleiner. Bei mir haben sich in ca. 2 Jahren aktivem Nähen mittlerweile drei Kisten  à 45l angesammelt und ich kann immernoch nicht aufhören Stoffe zu kaufen, geschweige denn mich dazu überwinden kleine, und damit meine ich wirklich kleine, Stoffreste zu entsorgen.

Meine Probe-Eve ist aus einem der wohl witzigsten Stoffe, die ich je verarbeitet habe, einem mintgrünen Jersey mit kindlichem Katzenmuster, aus dem ich zu Weihnachten eine Snugglehose genäht und verschenkt habe – den Stoff hat sie sich selbst ausgesucht. Was macht man also mit den Resten – richtig, man näht ein Paar Unterhosen und wer hier genau hinsieht entdeckt vielleicht auch den Fehler, den ich begangen habe.

Katzenschlüppi Eve inklusive Nähfehler

Die Eve hab ich in Größe 38 [HU ~100cm] genäht. Beim ersten Anprobieren passte sie super, aber je länger ich sie getragen hab, desto weiter wurde sie. Die nächste kommt dann mindestens eine, wenn nicht sogar zwei Nummern kleiner. Allerdings ist der Allerwerteste mit der Eve ein wenig knapp eingepackt, das stört mich aber herzlich wenig.

Spitzenschlüppi selbstgemacht

Jetzt aber zu meinen Abwandlungen. Die Esme von Evie la Luve hat keinen extra angenähten Zwickel sondern besteht aus einem Stück mit Verstärkung Innen, also hab ich den Zwickel von der Eve an das Vorderteil gebastelt um diesen Effekt zu bekommen. Außerdem hab ich den Übergang von der Vorderhose zu den Hinterhosen verschmälert, ca. 10cm verlängert und spitz zulaufend überlappen lassen, sowie die Kante, die später über dem Po verläuft begradigt. Das ist nötig damit man diese Kante später gut an die extrabreite (mindestens 20cm) elastische Spitze anlegen kann und die schöne Spitzenkante als Abschluss hat.

Hier einmal zum Vergleich, die beiden Schnittmuster …. hups, da hab ich bei der Esme ja glatt die Zwickelverstärkung auf dem Bild vergessen.

Schnittmuster Eve
Schnittmuster DIY Esme

Was ich natürlich nicht bedacht hab, ist dass die Spitzenkante der Hinterhose so bündig wie möglich abschließen muss damit man einen schönen Übergang hat. Ich musste die Spitze zwei Mal wieder abtrennen und neu annähen (nagut einmal weil ich beim Kürzen der Nahtzugabe etwas zu großzügig war und in die Naht geschnitten hab).

Nun möchte ich sie euch nicht weiter vorenthalten, die Tragebilder erspare ich euch aber lieber ….

Meine DIY-Esme von Vorne
… und von Hinten

Schnittmuster: Freebook Eve von Pattydoo

Stoffverbrauch: ca. 35cm (Esme)/ 25cm (Eve) Jersey, jeweils 75cm Falzgummi und ca. 80cm elastische Spitze

Verlinkt bei RUMS und Stoffreste Linkparty

RUMS

Probenähen Betty Butterfly

Meinen neuen Rock hatte ich hier ja schoneinmal ganz kurz gezeigt, jetzt möchte ich aber nocheinmal anständig berichten.

Ich dachte eigentlich beim Nähen hätte ich bis auf Covern schon alles gemacht aber da hab ich mich geirrt, denn auch bei diesem Projekt konnte ich Neues ausprobieren. Einerseits habe ich zuvor noch nie so etwas wie Voile vernäht, andererseits habe ich die Rollsaumfunktion von meiner Overlock noch nie benutzt. Das waren also gleich zwei Premieren auf einmal.

Rollsäumen stand ich bisher immer eher skeptisch gegenüber, das hat sich aber schlagartig geändert als ich die erste Probenaht auf der Voile gemacht hab. Meine W6 hat einen wunderschönen gleichmäßigen Rollsaum gezaubert und ich bin hellauf begeistert davon, nur das Umbauen der Maschine ist ein bisschen nervig. Man benötigt nur die rechte Nadel für den Rollsaum, die Linke wird also ausgebaut. Die Fadenspannungen werden auf „0-4-2-7“ eingestellt. Dann wird das Messer weggeklappt, die Maschine auf „R“ für Rollsaum gestellt, die Stichlänge ebenfalls auf „R“ gestellt und ggf. noch der Differentialtransport angepasst. Die letzten beiden Einstellungen hab ich natürlich nicht gemacht (wer liest schon Betriebsanleitungen?) deswegen ist mein Rollsaum auch eher einer feine Art des Versäuberns geworden anstelle des klassischen rüschigen Rollsaums. Macht nix, ich mag meinen Rock auch so.

Meine positiven Erfahrungen mit dem Rollsaum werden allerdings ein wenig von den negativen mit der Voile überschattet. An sich wäre der Rock innerhalb von 30 Minuten genäht gewesen, aber dieser blöde rutschige Stoff hat mir einen Strich durch die Rechnung gemacht. Nur für sich gesehen ließ er sich ja ganz gut verarbeiten, aber sobald es daran ging, die beiden Schichten mit dem Bündchen zu vereinen, ging gar nichts mehr. Munter hab ich drauflos genäht um dann zu sehen, dass die mittlere Lage, also eben diese blöde Voile, nur an ein paar Stellen mit in der Naht war und ich habe wirklich vorsichtig genäht und darauf geachtet, dass alle Schichten bündig liegen. Für den Tag war es das dann erstmal mit meiner Nählaune und der Rock ist erstmal in der nächsten Ecke gelandet. Am nächsten Morgen hab ich mich dann wenig motiviert ans Auftrennen der Overlocknaht gemacht, Voile und Jersey erst mit der Nähmaschine verbunden und erst danach das Bündchen mit der Overlock angenäht, zum Glück mit Erfolg.

Schnittmuster:
Betty Butterfly von Katjuschka
Stoff:
schwarzer Jersey, 1m (Tedox)
schwarze Voile, 1m (Tedox)
Schwarzes Bündchen, 15cm

Verlinkt bei

„Betty Butterfly“ und Verlosung des Schnittmusters

Nach langer Funkstille melde ich mich auch mal wieder zurück und zwar mit dem Rock „Betty Butterfly“ von Katjuschka. Ich hatte das große Glück und durfte bei ihrem Probenähen mitmachen. Und jetzt darf ich sogar ein Exemplar des eBooks, das am Samstag erscheint, verlosen.

Der Rock ist ein Wickelrock für uns Damen und besteht aus drei Teilen, die sich nach Belieben kombinieren lassen. So kann man z.B. einen ganz schlichten Rock ohne Wickeleffekt nähen indem man für Vorder- und Rückseite das gleiche Schnittteil nimmt, einen einfachen Wickelrock ohne Raffungen oder wie ich mit Raffungen, mehrere Lagen und sogar einen Wenderock aus dem Schnitt machen.

Betty ist ein wahnsinnig wandelbarer Rock, von chic über lässig bis hin zu mädchenhaft verspielt und total verrückt haben die Probenäherinnen alles abgedeckt. Der Schnitt ist zwar für Jersey konzipiert, lässt sich aber aus fast allen Materialien nähen, von Webware über Mousselin und Spitze bis hin zu Jersey und Sweat war alles dabei.

Um am Gewinnspiel teilzunehmen einfach einen Kommentar hinterlassen. Da ich ein bisschen spät bin, ist es ein kleines Blitzgewinnspiel und endet morgen Samstag den 05.08. um 12 Uhr.

Mit der Teilnahme am Gewinnspiel erklärt sich der Teilnehmer damit einverstanden, im Gewinnfall namentlich und hier auf der Facebook Seite veröffentlicht zu werden. Der Gewinner muss 18 Jahre alt sein und sich innerhalb von 48h melden, ansonsten verfällt der Anspruch. Der Gewinn kann nicht ausgezahlt werden.

Schaut doch mal bei Katjuschka und den anderen Probenäherinnen vorbei, sie haben wirklich tolle Röcke gezaubert und auch dort habt ihr die Chance das Schnittmuster zu gewinnen.

Und weil ich mich wahnsinnig freue, endlich meinen Rock zeigen zu dürfen, geht es damit zum Freutag.

Von Ankern, Applikationen und Jersey-Schrägband

In Kiel gab es schon ein Paar wirklich schöne wärmere Tage, daher wird es jetzt trotz wieder eisiger Temperaturen Zeit für die Sommergaderobe. Klassische T-Shirts aus nur einem Stoff hab ich schon genug also sollte dieses Mal was neues ausprobiert werden.

Das Kimono-Shirt ist ein Freebie von iCandy handmade, allerdings nur in Größe M zu haben und enthält keine Naht oder Saumzugabe. Ich hab mir den Schnitt an der Taille ein bisschen schmaler gemacht und Vorder- und Rückteil gleich lang zugeschnitten. Zwischen den beiden Schnittteilen hab ich eine Fake-Paspel eingenäht (ein 2cm breiter Jerseystreifen, der gefaltet zwischen die Stoffschichten gelegt wird) und diese noch auf der Rückseite mit der schmalen Zwillingsnadel festgesteppt. Auf dem Rücken hab ich in der Mitte einen kleinen Schriftzug appliziert.

Der Kampf mit dem Einfassband

Ich hab bisher nur klassische Bündchen genäht und wollte immer schon mal Jersey-Schrägband ausprobieren. Einmal und nie wieder – ich hab den Ausschnitt zwei Mal wieder auftrennen müssen, bis es einigermaßen akzeptabel aussah. Ich hab es einfach noch nicht so richtig raus, wie lang das Bündchen für diese Ausschnittversion sein muss. Ich glaube das ist sehr materialabhängig, je weicher das Material, desto kürzer muss das Bündchen zugeschnitten werden.

Beim ersten Versuch hab ich das Bündchen genauso lang wie den Halsausschnitt zugeschnitten – was für ein Desaster. Viel viel viel zu lang zudem verliert der Stoff durch das doppelte Annähen an Elastizität und steht ganz grauenhaft ab.

Für den zweiten Versuch hab ich mein Halsbündchen auf die klassische Bündchenlänge, sprich Ausschnittlänge mit 0,7 multipliziert, gekürzt. Das sah schon viel besser aus, aber zufrieden war ich damit trotzdem nicht. Nachdem ich dann noch einmal 5cm von der Länge abgenommen und einmal mit ordentlich Dampf drüber gebügelt hab hat das Shirt das Attribut „vorzeigbar“ verdient.

Ist das Kunst oder kann das weg

Um das Shirt noch ein wenig aufzupeppen hab ich mich das allererste Mal an Applikationen versucht. Das Vliesofix hatte ich schon irgendwo liegen – aber wo nur? Ah, direkt vor meiner Nase.

Den Schriftzug hab ich direkt in Word erstellt (Schriftart: Master of Break) und mir über die Schriftart-Optionen nur den Umriss der Schrift anzeigen lassen.

Einmal für die Vorlage abgepauscht und nochmal spiegelverkehrt auf die Papierseite vom Vliesofix gemalt. Der Schritt hätte ich mir eigentlich sparen können und einfach nur das Vliesofix etwas größer als meine Schablone ausschneiden können, aber warum einfach, wenn es auch kompliziert geht. Das Ganze dann zuerst auf den roten Stoff und dann auf die Rückseite von meinem Shirt aufgebügelt, die Papierschablone darauf festgesteckt und dann immer schön ordentlich auf der Linie genäht – naja gut, zumindest hab ich mir die größte Mühe dabei gegeben. Dazu hab ich den ganz normalen Geradstich mit Stichlänge 1 benutzt. Zu guter letzt hab ich den überstehenden Stoff außenherum mit einer scharfen spitzen Schere, bei mir kommt dazu eine zweckentfremdete Nagelschere zum Einsatz, weggeschnitten – und natürlich auch ein winziges Loch in meinen Stoff geschnitten, macht nichts, sieht da eh keiner. Die Schnörkel zwischen den Buchstaben bekommt man übrigens unfallfrei freigestellt indem man den Kopf einer Stecknadel zwischen die beiden Stoffschichten schiebt und so das Vliesofix wieder löst bevor man schneidet.

Für schönere Säume

Einen kleinen Trick hab ich noch in petto. Beim Säumen hat man doch an den Seitennähten immer diese beuligen Stellen, weil man an der Stelle nicht 2 sondern 6 Schichten Stoff hat, wenn man die Nahtzugabe zu einer Seite klappt. Man kann die Dicke reduzieren, indem man auf Höhe der Falz einen Einschnitt in die Nahtzugabe macht und diese dann zu beiden Seiten klappt. Das näht sich leichter und fühlt sich auch schöner an.

Schnitt: Fun Summer Tee von iCandy handmade, an der Taille schmaler gemacht

Stoff: Anker-Jersey und weißes Bündchen von Tedox
blauer und roter Jersey von Karstadt

RUMS

Pulli-Parade

Ich liebe Pullis. Mit Kapuze oder Kragen, mit und ohne Taschen, in jeglichen Variationen. Bei mir kommen auch definitiv keine gekauften Pullis mehr in den Schrank, es geht einfach nichts über selbstgenähte.

Ich liebe meine Pullis viel zu sehr um mich für einen einzigen entscheiden zu können, deshalb zeig ich sie jetzt einfach alle beim Jahres sew along im März: Lieblingshoodie.

No. 1 – Einfach Spitze

Mein erster Hoodie, ein LadyHood Rockers von mamahoch2, ist Mitte letzten Oktober entstanden und noch eins meiner ersten Kleidungsstücke. Ich hab diesen wunderschönen Pulli auf DaWanda entdeckt und es mir in den Kopf gesetzt das gute Stück nachzunähen. Ja-ha, denkste. Dieser Pulli hat mich echt Nerven gekostet. Das Colorblocking passte im ersten Anlauf natürlich nicht aufeinander, geschweige denn im Zweiten, schlussendlich ist der Pulli „aus Versehen“ von einer 40 auf eine 38 geschrumpft damit es zumindest halbwegs aufeinander passte.

Das nächste Desaster ließ nicht lange auf sich warten. Auf der einen Schulter war die Spitze aus der Naht gerutscht, auf der anderen bereits nach kurzer Zeit gerissen und allgemein hat die elastische Spitze, die ich verwendet hab, eine wahnsinnig schlechte Qualität. Sie zieht extrem viele Fäden. Vom Weiten sieht der Hoodie immer noch richtig toll aus, vom Nahen aber ist es nach etlichen Waschgängen leider nur noch ein fusseliges Etwas. Egal, ich liebe ihn trotzdem.

No. 2 – Grau in Grau

Auch der zweite Hoodie ist ein LadyHood Rockers. In der Zwischenzeit hatte ich angefangen hier in Kiel in einem Stoffgeschäft zu arbeiten und der Sweatshirtstoff hat mich wochenlang aus dem Regal heraus angelächelt, ehe ich mich dann doch dazu durchringen konnte. Ich hatte einfach sehr lange Bedenken, dass das Muster viel zu wild für einen Pullover ist – War wohl doch grundlos.

Diesmal ein Pulli ohne Pleiten, Pech und Pannen, dafür aber mit gepfuschtem Kapuzeninnenleben, das war in seinem vorigen Leben nämlich eine Hose.

LadyHood Rockers Pullover Sweatshirt

Der LadyHood Rockers geht mir leicht von der Hand, mit der Overlock ist das Zusammennähen ein Kinderspiel und in einer dreiviertel Stunde geschafft. Noch besser würde es gehen, wenn man zumindest ein Passzeichen für die Schulternaht auf dem Ärmel hätte, es geht aber auch so. Die Passform des Hoodies gefällt mir eigentlich ganz gut (hier eine 40, die ich an den Seitennähten jeweils noch zweimal um die Nahtbreite der Overlock, also ca. 1,2cm, gekürzt hab). Einzig störend finde ich, dass unter den Armen irgendwie zu viel Stoff ist. Ich glaube der Schnitt ist einfach für Frauen mit mehr Oberweite konzipiert.

No. 3 – Ein bisschen Farbe bitte

Darf ich vorstellen: meine Lady Hennja von Mamili1910. In Hoodies nähen hatte ich mittlerweile genug Übung, das dachte ich zumindest. Doch dann kam Hennja. Was hab ich geflucht … und geschimpft und gezetert.

Es fing schon mit der Platzierung der Reißverschlusstaschen an. Der Schneiderkreidestift wollte nicht so wie ich, der Trick-Marker ist übers Wochenende auf der Vlieseline verschwunden (ja, das soll er auch, ich hatte nur nicht erwartet, dass das Zeug so gut funktioniert) und die H250 Vlieseline ist mir irgendwie doch zu steif zum Verstärken von Sweat und Jersey. Trotz gewisser Startschwierigkeiten sind die Taschen doch ganz gut geworden – naja bis auf die Tatsache, dass sie falsch herum auf gehen. Macht nix, weis ja keiner, dass das nicht so gehört.

Weiter ging es dann mit dem Reißverschluss um die Kapuze. Feinstsäuberlich abgesteckt und trotzdem hat der Nähmaschinenfuß den Sweatshirtstoff verschoben, so dass am Ende nichts mehr passte. Auch beim Annähen des Kapuzenfutters aus Jersey ist es eher noch schlimmer geworden, sogar eine kleine Falte hat sich eingeschmuggelt. Die Lösung des Problems von Reißverschlüssen auf elastischen Stoffen nennt sich Stylefix bzw. Wonder Tape (wasserlöslich). Wird im ebook übrigens auch empfohlen, aber ich dachte, ich würde es auch so hinkriegen – Da hab ich mich wohl mal wieder geirrt, aber aus Fehlern lernt man ja bekanntlich.

Als nächstes war das Annähen des Kapuzeninnenfutters auf die „schöne“ *hust* Art dran. Das sollte man nämlich um die Nahtzugabe der bereits bestehenden Naht zwischen Pulli und äußerer Kapuze legen und feststeppen. Das war eine äußerst friemelige und rutschige Angelegenheit und sieht im Endergebnis auch nicht so toll aus, wie gehofft.

Lady Henna Sweatshirt Pullover Hoodie nähen

Der Schnitt sitzt im Allgemeinen lockerer als der LadyHood Rockers, was mich im Nachhinein dann doch irgendwie stört, ich mag es tailliert. Dass die Kapuze nicht ganz zu geht, ist von den Schnittmachern so gewollt, ich hätte es dann aber doch ganz gern so gehabt, vielleicht ja beim nächsten Mal, wobei ich dabei den Reißverschluss um die Kapuze weglassen würde und nur den kleinen Zierreißverschluss auf der Brust nähen würde.

No. 4 – Mit dem Strom geschwommen

Im Laden sind über den Winter gefühlt jeden Tag mindestens fünf Frauen im Laden gewesen um Stoff für die Nelly von pattydoo zu kaufen und da sich von den vorigen Pullis so langsam Reste angesammelt haben, die sich perfekt für einen Patchwork-Pulli eigneten, musste ich den Schnitt ja dann doch ausprobieren. Man will ja mitreden können.

pattydoo Nelly nähen

Was soll ich groß zur Nelly sagen, Größe 38 genäht, bisschen kurz für meinen Geschmack aber passt. Verlängern wäre mir beim der Patchwork-Pulli auch einfach zu umständlich geworden.

No. 5 – Einmal Raglan bitte

Nach den vielen normalen Hoodies wollte ich auch mal einen Raglan-Pulli haben und die Amy von pattydoo (bekommt man, wenn man sich zum pattydoo Newsletter anmeldet) hat noch in den Tiefen meines Computers geschlummert. Ausgedruckt, Größe 38 ausgeschnitten, für viel zu groß befunden und großzügig verändert. Am Bruch hab ich 1,5cm weggeschnippselt, die Taille auf Größe 32 zurückgestutzt und die Ärmel verlängert. Tatarata – meine Schwalben-Amy.

pattydoo Amy nähen Raglan-Pulli

Schnitte:
LadyHood Rockers von mamahoch2
Lady Hennja von Mamili1910
Nelly von pattydoo
Amy von Pattydoo

Ausgehfein

Vor Kurzem hatte ich ja schon über den Tshirt-Schnitt auf Maß berichtet, jetzt hab ich daraus gleich mal ein ganzes Kleid gebastelt. Das hab ich natürlich nicht gemacht, weil der mittlerweile abgeänderte Schnitt als doppellagiges Top auf den Hüften wie Pelle saß oder so, nein nein…

rückenfreies Kleid nähen

Das Kleid hat einen High-Neck-Ausschnitt, Prinzessnähte, Taillenband und einen XXL-Rückenausschnitt, den ich mit einem Druckknopf am Halsband verschlossen hab.

Den Schnitt stell ich auch gerne als Freebook zur Verfügung, wenn Interesse besteht.

Verlinkt bei:RUMS

Ankerkleid „Toni“

Selten hab ich so viele Komplimente für ein selbst genähtes Kleidungsstück bekommen wie für meine neue „Toni“ und das obwohl ich quasi nur noch in Eigenkreationen herum laufe. Einziger Mangel: der Ausschnitt wellt sich ein kleines bisschen, da hätte ich mal lieber selbst zum Maßband greifen und nicht die Tabelle aus der Schnittanleitung nehmen sollen.

Toni nähen

Milchmonster Toni nähen

Das Schnittmuster ist meiner Meinung nach ein echter Figurschmeichler und sehr bequem, ich mag es gar nicht mehr ausziehen. Ich hab eine Größe 38 genäht, obwohl laut Maßtabelle [meine Maße: 88-73-99] vermutlich auch eine 36 gepasst hätte, und das Rockteil unten um gut 10cm verlängert, weil ich mit meinen 1,76m ja doch recht groß bin.

Schnittmuster:  Raglankleid Toni von Milchmonster
Stoffverbrauch: 1,70m bei Größe 38 (10cm verlängert)

Und damit geht es jetzt zum allerersten Mal zum Memademittwoch und zu After Work Sewing.

Selbstversuch: T-Shirt auf Maß – Ob das gut geht?

Ich finde ja, in den klassischen T-Shirt-Schnittmustern (oder auch Pullover) sind irgendwie immer komische Passformen angenommen. Da landet man anhand von Maßtabellen in mehreren Größen oder muss auf einmal 2 Nummern größer nähen als seine Kaufgröße. Hier verlängern, da eine Nummer breiter, dort eine enger…

Wie man sieht, gibt es immer und überall kleinere Probleme mit der Passform und da dachte ich mir, wenn andere das können, warum sollte ich das nicht auch hinbekommen. Tante Google angeschmissen und nach gefühlt ewigem Suchen auch was gefunden. Der Klassiker bei der Konstruktion von Schnittmustern sind Müller und Sohn, die Bücher kosten allerdings um die 100€ und das gibt mein studentischer Geldbeutel trotz Nebenjob im Stoffladen nicht mal eben so her. Weitere Standardwerke sind Hofenbitzer und Gilewska. Das erste Buch von Teresa Gilewska hab ich mir bestellt und bin gelinde gesagt enttäuscht. Das Buch enthält zwar viele Grundschnitte aber ich hatte gehofft, dass auch darauf eingegangen wird, wie man diese auf verschiedene Materialien umrechnet und das fehlt irgendwie. Ist halt doch eher ein Nachschlagewerk und nicht unbedingt für die Hobbyschneiderin, die nur ein paar Shirts auf Maß zusammenbasteln will, geeignet.

Zum Glück bietet das Internet ja trotzdem reichlich Möglichkeiten, sich das nötige Wissen zusammen zu pfuschen. Z.B. hab ich einen ganz tollen Beitrag von 2013 in der „Nähfabrik“ gefunden, in dem ein T-Shirt Schnitt nach Müller und Sohn konstruiert wird *klick*. Das Ganze hab ich dann auch gleich in Valentina umgesetzt, ein OpenSource CAD Programm extra zum Entwurf von Schnittmustern, und natürlich schnell mal auf meiner Overlock zusammengenäht. Aber bitte nicht auf den hässlichen Stoff achten, den hab ich extra zum Probenähen von solchen spontanen Schnapsideen.

Vorne sitzt das Shirt super gut und auch unter den Armen endlich mal passend, aber hinten ist viel zu viel Stoff, dafür, dass es eng anliegen soll. Meine liebe Freundin, Tante Google, hat mir geflüstert, dass mein Hohlkreuz das Problem ist. Ich müsste einen waagerechten Abnäher auf Höhe der Taille anbringen um Herr über den überflüssigen Stoff zu werden, allerdings verläuft die hintere Mitte dann nicht mehr in einer senkrechten Linie und ich müsste das Rückenteil zweigeteilt nähen. Das hatte ich mir irgendwie anders vorgestellt. Also ist weitersuchen angesagt.