Socken nähen: Sockenliebe vs. Ringelprinz

Ran an die Reste: Socken nähen

Ich liebe bunte und verrückte Socken! Daher war es nur eine Frage der Zeit, ehe ich selbst Socken nähen würde. Ich habe die Schnittmuster „Sockenliebe“ und „Ringelprinz“ ausprobiert und verglichen.

Eigentlich  habe ich hässliche Füße. Daher hätte ich auch nie gedacht, dass ich sie auf dem Blog zur Schau stellen würde. Aber plötzlich erfasst die Näh-Community der Socken-Hype! Vielleicht liegt die Popularität am kommenden Herbst oder daran, dass so viele gerne auch den allerkleinsten Stofffetzen noch verwenden. Jedenfalls ist er da und es war klar, dass ich auf den Trend aufspringen und selbst Socken nähen würde. Und diese dann auch auf dem Blog zeigen – also meine Füße präsentieren! Die krummen Zehen sieht man in den Socken glücklicherweise nicht. Den Hallus Valgus schon. Tja, da müsst ihr durch.

Socken selber nähen
Links Sockenliebe, rechts Ringelprinz. Die Flecken sind Regentropfen, denn inmitten des Shootings fing es an zu schütten und wir mussten auf Omas hübschen Terrazzo-Boden als Location ausweichen.

Socken-Schnittmuster im Vergleich

Zwei Schnittmuster sind zur Zeit populär: Das Freebook „Sockenliebe“ von Cherry Picking und die Neuerscheinung „Ringelprinz(essin)“ von Hilli Hiltrud. Ich habe beide Schnittmuster ausprobiert, vergleiche sie miteinander und zeige euch hier die Ergebnisse.

Freebook „Sockenliebe“ von Cherry Picking nähen

Einen Pluspunkt gibt’s natürlich erst einmal dafür, dass die Anleitung und der Schnitt kostenlos sind! Auf nur zwei DIN A4 Seiten ist alles fix ausgedruckt und schnell vorbereitet. Den Stoff habe ich mir von verschiedenen T-Shirts, die bereits reif für den Altkleidercontainer waren, zusammengesucht. Das ist eine schöne Möglichkeit zum Upcycling.

Freebook Sockenliebe
Meine Sockenliebe-Socken bestehen aus drei unterschiedlichen Stoff-Resten.
– Die  Anleitung

Die Anleitung ist sehr knapp gehalten. Wer noch nie zuvor Socken genäht hat, muss erst einmal grübeln! Auch, dass es nur ein Bild von den Socken (und das in Pumps) gibt, erschwert das Nähen, da man keine Vergleichsmöglichkeiten hat. Ehe ich verstanden habe, dass die Ferse  mithilfe von Kellerfalten genäht wird und ob ich diese auf der rechten oder linken Seite der Sohle machen soll, ist einige Zeit vergangen.

– Das Nähen

Ich habe die Socken an der normalen Nähmaschine genäht und nicht an der Overlock, da ich das mit den vielen Rundungen gar nicht so einfach finde. Da ich faul bin und auch keine Lust auf störende Nähte habe, habe ich nichts versäubert. Die verschiedenen Teile sind groß genug, um gut damit zu arbeiten.

– Passform

Die Ferse passt gut in die Kellerfalten, angezogen sieht der Socken ganz hübsch aus. Was mir nicht gefällt: Auf der Oberseite des Sockens bilden sich Falten. Auch das Bündchen bildet keinen geraden Abschluss.

Sockenliebe nähen
Hier gut erkennbar: Graue Sohle und Fersenfalte.
Sockenliebe Cherry Picking
Aber hallo, Farbe!
– Tragekomfort

Da ich die Nähte nicht extra versäubert habe, stören sie auch nicht. Die Socken bleiben auch mit Schuhen beim Gehen da, wo sie sollen. Mit Schuhen bilden die verschiedenfarbigen Schnitteile bei mir einen witzigen Kontrast, jedoch kann man auch hier die Falten erkennen.

„Ringelprinz“ von Hilli Hiltrud nähen

Das Socken-Schnittmuster von Hili Hiltrud gibt’s gleich in drei verschiedenen Versionen: Als Strumpf, Sneakersocke und Sneakersocke mit höherer Ferse. Bereits auf den Bildern im eBook kann man erkennen, dass die langen Strümpfe im Knöchelbereich oben Falten schlagen, daher habe ich mich gegen sie entschieden. Die Sneakersocken hingegen fand ich spannend. Nachdem ich erst die reguläre Sneakerversion getestet und festgestellt habe, dass die an meinen Füßen herunterrutscht, nähte ich die Sneakersocken mit der höheren Ferse.

Besonders mag ich auch ihre Idee, die Sockensohle aus Sweatstoff-Resten zu nähen! Das ist richtig kuschelig für jemanden wie mich, der ständig kalte Füße hat.

Das Schnittmuster besteht aus vier DIN A4-Blättern, die zunächst zusammengeklebt werden müssen.

Socken Hilli Hiltrud nähen
Regennasse Sneaker-Socken.
–  Die Anleitung

Gut bebildert und ausführlich. Es fehlt jedoch ein Bild-Beispiel zum Nähen der Sneakerversion mit der höheren Ferse.

– Das Nähen

Auch hier habe ich mich nicht an die Overlock getraut. Die Sneakersocken bestehen aus vier Teilen, von denen drei relativ klein sind. Ich hatte Schwierigkeiten, die Sockenteile gut festzustecken. Fast einen Krampf bekommen habe ich beim Bündchen annähen, da der Sockenteil, an den der Bund genäht werden muss, an einer Stelle sehr schmal ist (hier einmal ein großes Lob an alle von euch die für Kleinkinder nähen: Ich würde durchdrehen, wenn ich ständig mit solchen Friemelarbeiten zu tun hätte). Versäubert habe ich auch beim Ringelprinz nichts.

– Passform

Wenn sie erst einmal genäht sind, passen die Socken prima. Nirgendwo sind Falten. In der Ferse sitzen die Socken sehr gut.

Ringelprinz Socken nähen
Die dunkle Sohle aus Sweatshirt gefällt mir besonders. Einziger Nachteil: Dalmatiner-Haare sind darauf sehr gut zu sehen.
– Tragekomfort

Nichts drückt, und alles bleibt beim Tragen dort, wo es sein soll. Aufgrund der Sneakersockenlänge sieht man die Söckchen in Schuhen gar nicht.

Socken nähen: Fazit

Wenn Menschen aus der Näh-Community behaupten, sie hätten 15 Paar Socken in einer Stunde genäht, kann ich das kaum glauben. Ich finde es gar nicht so einfach, mit den vielen kleinen Teilen zu hantieren. Besonders an der Overlock! Daher brauchen auch die beiden vorgestellten Schnittmuster ihre Zeit. Besonders der „Ringelprinz“ dauert mit seinen klitzekleinen Schnitteilen – dafür bin ich von der Passform aber auch wirklich überzeugt. Die „Sockenliebe“ hingegen sitzt, finde ich, nicht ganz so gut. Dennoch ist das Freebook eine gute Lösung, wenn man das Socken nähen ersteinmal ausprobieren möchte. Beide Schnittmuster eignen sich hervorragend, um noch die kleinsten Jersey-Reste zu verwerten (meine Schwester hat sich übrigens zur Resteverwertung Unterwäsche ausgesucht).

Und ihr? Habt ihr auch schon einmal Socken genäht? Die schrillsten Reste-Kombinationen ausprobiert? Und welcher Schnitt gefällt euch besser?

 

Schnitt:  Freebook „Sockenliebe“ von Cherry Picking und  „Ringelprinz(essin)“ von Hilli Hiltrud.

Stoff: diverse Jersey-Reste aus alten T-Shirts, Sweatstoff-Rest

 

Verlinkt bei: Me Made Mittwoch, Stoffreste-Linkparty , Kostenlose Schnittmuster Linkparty  

 

 

 

Vintage-Style Rock nähen für die #12coloursofhandmadefashion

Wau, wie schön: Für die #12coloursofhandmadefashion-Challenge entschied ich mich, einen Vintage-Style Rock zu nähen, und zwar aus einem wildgemusterten Hunde-Stoff!

Freebook Rock nähen
Mimimi, mein Rock hat Falten!
Violette Zweifel und die Qual der Wahl

„Lila? Im Ernst?“ Das waren die ersten Gedanken, die mir bei der Bekanntgabe der August-Farbe von Selmins #12ColoursofHandmadeFashion-Challenge in den Sinn kamen. Ich habe ernsthaft erwogen, diesen Monat einfach ausfallen zu lassen. Denn ich besitze kein einziges lilafarbenes Kleidungsstück – mit Ausnahme des wunderbaren Kleids „Augenweide“, das ich in fuchsia genäht habe, aber das gute Stück wartet auch noch auf seinen großen Auftritt, und einem lila Unterhemd. Aus lila bin ich eigentlich rausgewachsen. Das war die Farbe, die ich vor über zehn Jahren trug, als T-Shirt und Tuch zu Jeans und Chucks. Aber heute nicht mehr. Dachte ich.

Aber zum Glück erlauben die Regeln der Challenge ja nicht nur unifarbene Projekte, auch Details in der Farbe gelten. Also entschied ich mich für einen absolut wild gemusterten Stoff, den ich vor einigen Wochen gekauft hatte. Ein Stoff mit Hunde-Print!

Baumwolle Hunde Print
Ein Teil des Musters im Detail.

 

Stoff rosa Hund
Hier tummeln sich Dackel, französische Bulldoggen und Pudel mit fragwürdigen Frisuren.
 Nähen außerhalb der Komfort-Zone

Den Baumwollstoff fand ich zwar wirklich großartig, aber ich konnte mir einfach nicht vorstellen, wie das Muster und die Pastell-Farben als Kleidungsstück wirken. Deshalb bin ich Selmin ziemlich dankbar: Die Challenge hat mir einen Ruck gegeben, mich aus meiner Komfortzone zu bewegen! Ich habe mich nicht nur an das wilde Muster getraut, sondern auch noch einen Schnitt gewählt, den ich sonst nicht anziehen würde. Ich entschied mich für ein Freebie vom Peppermint Mag, einen Rock mit Falten – und einem hohen Bund!

Vintage-Style Rock nähen

Und mit dieser Wahl bin ich mehr als zufrieden! Schon als ich die ersten Teile zuschnitt, wusste ich, das wird richtig, richtig gut. Das Schnittmuster war leicht zu verstehen und detailliert erklärt. Das Falten legen hat sehr gut geklappt. Ich habe insgesamt zwei klitzekleine Änderungen vorgenommen: Anstatt das Vorderteil des Rocks aus zwei Teilen zusammenzunähen, habe ich es (abzüglich der vorderen Nahtzugabe) in den Bruch gelegt. Eine Naht mitten in der Mitte hätte mir nicht gefallen. Als zweites sieht die Anleitung ein Saumband vor. Das habe ich weggelassen und den Saum einfach doppelt eingeschlagen und dann abgesteppt.

Vintage-Style Rock nähen
Hier gilt: Tschüß Anti-Age, hallo Falten!
Rock mit Falten nähen
Huch, ich hab Falten am Po! Und einen (nicht ganz perfekten, aber ich bin zufrieden mit dem Fortschritt) nahtverdeckten Reißverschluss. Den habe ich übrigens mühselig aus einem alten Kleid herausgetrennt.
Rock mit großen Taschen

Was mir an diesem Schnitt am meisten gefällt: Durch den Sitz in der Taille macht er eine sehr schöne Silhouette! Der Bund sitzt viel besser am Körper an, als es z.B. bei meinem Clémence-Rock der Fall ist. Ich bin froh, etwas Neues ausprobiert zu haben! Was mir am zweitbesten gefällt: Die Taschen! Die sind einfach riesig. Da passen Hände hinein, Taschentücher, Hundeleckerlis, Schlüssel und sogar mein Handy. Ich finde, Taschen sind ein unverzichtbares Detail! Für den Taschenbeutel habe ich  quietschgelbe Baumwolle gewählt; ein Reststück, von dem ich dachte, dass ich es nie wieder benutzen würde.

Vintage-Style Rock nähen
Hier kann man die riesigen Taschen mit dem gelben Taschenbeutel erkennen.
Was passt zum 50er Jahre-Rock?

Als mein wunderbarer Rock fertig genäht war, und das ging relativ fix, und ich ihn anprobierte, stellte sich die dringende Frage: Was ziehe ich dazu an? Meine erste Idee, ein weißes T-Shirt, musste ich verwerfen, da das Ganze nach 80er Jahre Tennis-Dress aussah. Das lilafarbene Unterhemd passte auch nicht, also entschied ich mich für grau. Leider besaß ich kein graues Shirt. Nach kurzer Internet-Recherche und Suche in den Kleiderschränken meiner Geschwister hielt ich das kostenlose Schnittmuster für das Kirsten Kimono Tee von Maria Denmark sowie zwei riesengroße ungeliebte graue T-Shirts in den Händen.

Diesen Trend habe ich verpasst – schon vor ein paar Jahren geisterten unzählige Versionen des Kimonoshirts auf den DIY-Blogs herum. Mein T-Shirt ist nicht perfekt geworden, aber ich freue mich, dass das Upcycling so gut geklappt hat. Außerdem macht sich das Kimono Tee sehr gut zu meinem Vintage-Style Rock!

50er Jahre Rock nähen
Sogar die Schuhe passen.
Kimono Tee kombinieren
Grund zum Grinsen: ein DIY-Outfit.
Vintage-Style Rock nähen
Mein Hund schaut sich ganz verwundert die vielen Hunde auf dem Rock an.

 

Wie gefällt euch mein Outfit? Habt ihr den Vintage-Style Rock auch schon einmal genäht? Oder das Kirsten Kimono Tee? Ich bin gespannt auf eure Kommentare – und auf die tollen Kreationen der anderen #12coloursofhandmadefashion-Näher!

 

Schnitt: Vintage-Style Skirt, kostenloses Schnittmuster vom Peppermint Magazine

Stoff: 1,5 m Baumwolle mit Hunde-Print von Herr Schneider, Reststück gelbe Baumwolle

 

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12ColoursofHandmadeFashion

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Sweatjacke Sarooja

Ah wie schön es doch in der Heimat ist. Für ein Paar Tage darf ich die salzige Luft und die immerwährende Brise, die vom Meer weht, genießen, ehe es wieder in die Pfalz zurück geht. Gegen den Wind hilft natürlich nur eines: eine schöne kuschelige Jacke und genau die möchte ich heute zeigen.

Sweatjacke Sarooja

Genäht habe ich die Sweatjacke Sarooja von Sarona Handmade in Größe M und sogar in der kürzeren Version obwohl ich einen langen Oberkörper habe (natürlich nicht, weil der Reißverschluss, den ich gekauft hatte, 5cm zu kurz war).

Habt ihr schonmal einen Reißverschluss in Jersey oder Sweatshirtstoff eingenäht? Ich finde das ist gar nicht so leicht, weil sich der dehnbare Stoff und der nicht dehnbare Reißverschluss nicht so gut vertragen. Ständig verrutscht alles, egal wie penibel man mit gefühlten tausend Nadeln und/oder Clips feststeckt. Um mich nicht wieder totzuärgern hab ich dieses Mal das Stylefix von Farbenmix benutzt und ich muss sagen, es war eine gute Wahl. Endlich ging mir das Einnähen des Reißverschluss leicht von der Hand. Kein Verrutschen, keine Fältchen, Antje glücklich.

Sweatjacke Sarooja Detailbild Reißverschluss

Und weil mir die Jacken und Pullis von Naketano immer so gut gefallen, hab ich meiner Jacke einen ähnlichen Look verpasst. Das kleine Wappen auf der Brust gefällt mir super, obwohl das Friemelarbeit ohne Ende war. Zuerst hab ich den hellgrauen Jersey, ein Rest von einem anderen Projekt, dass ich immernoch nicht gezeigt habe, mit ein bisschen Stylefix auf dem Kunstleder fixiert und die beiden Schichten, feinsäuberlich ausgerichtet, auf der Jacke festgenäht. Erst im Anschluss hab ich dann das kleine „A“ auf den Stoff gesteppt. Wie genau das funktioniert, habe ich hier schon einmal beschrieben. Hätte, ich das mal zuerst gemacht. So musste ich gefühlte Unmengen an Stoff unter meinem Nähmaschinenfuß hin- und herbewegen.

Anstelle einer Kapuze wollte ich lieber den Kuschelkragen haben. Und wie kuschelig der ist.

             

Wenn ich schonmal Zuhause bin darf ein Foto mit meiner alten Dame natürlich nicht fehlen (das eine Foto auf dem wir ausnahmsweise mal beide halbwegs anständig gucken).

Schnitt: Sarooja von Sarona Handmade

Material:
65cm Reißverschluss
80cm Kordel
50cm gemusterter Stoff
1,5m grauer Sweatshirtstoff

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Meine DIY-Urlaubsgarderobe

Nähen für die Reise
Und ich packe ein: nicht nur, aber viel Selbstgenähtes!
Ich packe meinen Koffer

Kennt ihr das Spiel noch? Als Kind habe ich es auf jeder langen Reise gespielt – und immer gewonnen. Ha! Ich habe nämlich ein Elefantengedächtnis. Darum soll es aber in diesem Beitrag nicht gehen, sondern um die Dinge, die ich tatsächlich in meinen Koffer packe. Meine DIY-Urlaubsgarderobe!

Camping-Urlaub in Schweden

Dieses Jahr fahren wir nach Schweden! Und das wird ein ganz besonderer Urlaub. Nicht, weil es zum Campen nach Skandinavien geht (wir waren im letzten Jahr bereits in Norwegen) oder weil wir zum ersten Mal richtig mit Hund verreisen, sondern weil wir mit unserem nicht ganz nagelnagelneuem Auto hinfahren. Und das ist auch der Grund, warum ich zur Zeit so selten zum Nähen komme: Ich stecke bis über beide Ohren im größten DIY-Projekt, an dass ich mich je herangewagt habe: Mein Freund und ich restaurieren unser Auto selbst.  Bäm!

Meine selbstgenähte Urlaubsgarderobe

Ich freue mich also schon sehr auf die Ferien. Und aufs Kofferpacken! Für mich ist das pure Vorfreude. Besonders gerne überlege ich mir natürlich bei meinen selbstgenähten Klamotten, welche mitdürfen. Camping und Wandern erfordern ja eher bequeme Funktionskleidung statt schicker Kleidchen, aber das macht nichts. Inzwischen habe ich schon so viel genäht, dass ich genug alltags- und draußentaugliches besitze.

DIY Urlaubsgarderobe
1. Meine Lieblingsshirts: Freebie vom Peppermint Magazine
T-Shirt Freebie
Die besten Sachen gibts manchmal eben doch umsonst: Meine JERSEY TOPS aus dem Peppermint Magazine.

Nach diesem Schnitt habe ich mindestens vier Shirts genäht, aber diese beiden sind nicht nur meine liebsten, sondern gehören auch zu den ersten Sachen aus Jersey, die ich je genäht habe (sie durften sogar letztes Jahr bereits mit den Urlaub)! Die Shirts sind bei weitem nicht perfekt, aber ich finde sie trotzdem sehr schön und vor allem unheimlich bequem.  Ich habe den Saum jeweils um 7 cm verlängert und ansonsten bei Größe S keine Änderungen vorgenommen. Das Punkte-Shirt wurde schon so häufig gewaschen, dass man Pilling auf dem Stoff sieht, hat jemand einen guten Tipp dagegen? Ansonsten werde ich diese T-Shirts vermutlich so lange tragen, bis sie gänzlich auseinander fallen. Und dann nähe ich mir identische 😉

Schnitt: Freebie JERSEY TOP aus dem Peppermint Magazine 

2. Pullover aus Jacquard-Strick
Maritimen Pullover nähen
Eines meiner liebsten Basics: Der kuscheligste Pulli der Welt!

Erinnert ihr euch noch an meinen allerersten Blogeintrag? Ich weiß noch, wie aufgeregt ich war, ehe ich auf „Veröffentlichen“ geklickt habe! Das Thema war: Mein erster genähter Pullover im Naketano-Stil. Und dieser Pulli ist zu einem treuen Begleiter geworden! Ich ziehe ihn zu Hause zum Kuscheln an, draußen schützt er mich vor Wind und Wetter und sein maritimes Muster macht sich hier an der Küste besonders gut. Ich freue mich schon darauf, abends in Schweden am Lagerfeuer zu sitzen, Marshmallows zu grillen  und dabei dieses Sweatshirt zu tragen.

Schnitt: aus  „Nähen macht glücklich“ von Katrin Ziegler 

3. Jerseykleid Joy aus der LMV
Kleid Joy nähen
In dieses Muster habe ich mich auf dem Stoffmarkt schockverliebt.

Jersey ist ein super dankbares Material, wenn man Koffer packen will. Ich kann das Kleid rollen, falten, in die Ritzen stopfen – und nix passiert. Na ja, fast nix. Ich gehöre jedenfalls nicht zu den Menschen, die ein Reisebügeleisen mit in den Urlaub nehmen, und da freue ich mich über jedes faltenfreie Kleidungsstück! Ausführlich habe ich euch das Kleid „Joy“ schon einmal hier vorgestellt. „Joy“ ist jetzt vielleicht nicht unbedingt das richtige, um ein paar Tage wandern zu gehen, aber einen Waldspaziergang macht es sicher mit! Es ist unkompliziert, ich fühle mich damit in Sekundenschnelle richtig angezogen und richtig weiblich. Ein schöner Gegensatz, wenn man sonst in Wanderschuhen und Fleeceshirts herumläuft 😉

Schnitt:  „Joy“ aus der „La Maison Victor“ 2/2017

4. Blusenkleid „Barbara“
Blusenkleid Barbara LMV
Hier gibt’s bestimmt Falten. Macht aber nix! Schließlich gehören die kleinen Raffungen zum Schnitt dazu!

Noch ein Kleid, und noch eines aus der La Maison Victor! Die „Barbara“ hat sich vom „Kittelkleid“, wie mein Freund es liebevoll betitelte, zum absoluten Lieblingskleid gemausert! Ich habe es den ganzen Sommer gefühlt noch kein einziges Mal ausgezogen. Klar, dass es auch mit in die Ferien kommt! Es passt super zu offen getragenen Jeanshemden, zu meiner schwarzen Lederjacke oder auch einfach ganz allein getragen. Das Beste: Trotz der vielen, vielen Knöpfe ist es sehr schnell an- und ausgezogen. Zum Beispiel fürs Baden gehen ist das ein absoluter Pluspunkt. Mehr über meine „Barbara“ könnt ihr übrigens hier erfahren.

Kleid Barbara La Maison Victor
„Barbara“ in Action – beim Wattwandern!

In den letzten Jahren hat sich Rosa von „Iiih, Mädchenfarbe“ zu meiner absoluten Lieblingsfarbe verändert. Dementsprechend sieht es auch in meinem Kleiderschrank aus. Aber meine „Barbara“ in rosa ist momentan das Liebste! Ich hoffe also einfach auf ein paar sonnige Tage in Schweden, an denen ich das Kleid tragen kann.

Schnitt:  „Barbara“ aus der „La Maison Victor“ 2/2017

5. Katzen-Schlafmaske: Freebie auf Craftsy
Schlafmaske Katzenohren
Na dann: Gute Nacht!

Miauuuuu: Eigentlich bin ich ja kein Katzen-, sondern Hundemensch! Aber eine Schlafmaske in Hundeform? Och nö. Dieses Accessoire habe ich bereits auf einem Festival ausprobiert und für super befunden! So kann ich im Urlaub endlich mal ausschlafen (wenn Hund und Freund mich denn lassen), auch wenn es draußen schon hell ist! Beide Stoffe für die Schlafmaske lagen schon lange im Fundus. Der bunte Stoff mit den Tieren ist von Free Spirit und ich hatte mal versucht, eine Tasche mit Kellerfalten daraus zu nähen. Das hat leider nicht geklappt, aber da der Stoff bereits mit dicker Vlieseline verstärkt war, war er die perfekte Wahl für die Schlafmaske! Die Rückseite und der Tunnel für das Gummiband sind aus türkis-weiß gepunkteter Baumwolle von Rico. Damit konnte ich also auch meinen Fundus ein klitzekleines bisschen verkleinern. Das kostenlose Schnittmuster ist übrigens für Kinder ausgelegt – kein Problem, wenn man den Schnitt einfach ein kleines bisschen größer ausdruckt.

Schnitt: Kostenloses Schnittmuster Incognito Sleep Mask auf Craftsy   

DIY Garderobe nähen
Alle bereit zum Einpacken!
DIY Urlaubsgarderobe
Es kann losgehen!

Wie sehen eure Urlaubspläne aus? Wohin fahrt ihr? Und nehmt ihr auch selbstgenähte Sachen mit? Und habt ihr Reisetipps für Schweden für mich? Ich bin gespannt auf eure Kommentare!

 

 

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Lilou – and stitch!

Lilou – and stitch!

Monatsende bedeutet nicht nur, dass das Geld da ist, sondern auch die nächste #12coloursofhandmadefashion-Challenge! In diesem Monat dreht sich alles um die Farbe Rot. Und obwohl ich schon bei der Bekanntgabe der Farbe ganz genau wusste, was ich nähen will, habe ich getrödelt und andere Näh-Projekte vorgezogen, so dass die letzten anderthalb Tage Akkordnähen angesagt war.

Zum Glück war mein gewähltes Projekt sehr viel weniger aufwendig als das letzte Kleid, das ich genäht habe, die Augenweide. Das Kleid „Lilou“ von Tilly and the Buttons hat nur ein paar Abnäher, ein gefüttertes Oberteil, einen nahtverdeckten Reißverschluss und einen gerafften Rock. Easypeasy 😉

Tilly and the Buttons Kleid Lilou nähen
Sonne, Wasser, Sommerkleid.
Lilou in Red

Tatsächlich habe ich sogar schonmal eine Lilou genäht. Die ist allerdings so schlecht geworden, dass ich das Kleid schließlich wieder aufschnitt, um den Stoff und Reißverschluss wiederzuverwerten. Aber das war letzten Sommer, inzwischen habe ich ja einiges mehr an Näh-Erfahrung gesammelt und so konnte ich mich frohen Mutes noch einmal daran wagen. Auf ein Neues, Lilou!

Ich mag die Schnitte von Tilly and the Buttons sehr, sehr gern. Mit dem Buch „Liebe auf den ersten Stich“ habe ich meine ersten Näh-Schritte gemacht. Ich habe fast alles daraus genäht: z.B. einen maritimen Dirndlrock Clémence, eine Mimi-Bluse mit Bubikragen und eine Mimi in dunkelblau! Und jedes Mal, wenn ein neuer Schnitt herauskommt, bin ich ganz aufgeregt!

Im Gegensatz zur Original-Anleitung habe ich allerdings ein paar Änderungen vorgenommen. Das Wenden des Oberteils zum Beispiel. Ich war etwas voreilig und hatte die Seiten meiner beiden Oberteile bereits zusammengenäht. Tilly sieht das erst nach dem Wenden vor. Ich hatte aber keine Lust, alles wieder aufzutrennen. Damit das Wenden trotzdem funktioniert, habe ich die Träger oben alle offen gelassen und erst nach dem Wenden zusammengenäht. Die Naht liegt dann direkt auf der Schulter und ich finde, sie fällt nicht auf.

Beim Futteroberteil habe ich mich für babyblaues Mischgewebe entschieden.

Nahtverdeckten Reißverschluss einnähen

Nachdem der Reißverschluss beim letzten Kleid wirklich gut gelungen ist, war ich beim nahtverdeckten Reißverschluss für Lilou ganz zuversichtlich. Haha. Hat natürlich nicht so geklappt, wie ich es wollte, ich musste den RV zwei Mal wieder auftrennen, ehe er tatsächlich auch nahtverdeckt war. Wieder habe ich als Hilfe das Video von Svenja von Lotte & Ludwig, das den nahtverdeckten Reißverschluss für das Kleid Augenweide erklärt, genutzt. Bisher habe ich kaum Videos zur Anleitung von Näh-Projekten angesehen. Papier fand ich einfach geduldiger und oft nervt mich die blöde Hintergrundmusik und dass ich Vor- und zurückspulen muss. Bei frickeligen Angelegenheiten wie Reißverschlüssen muss ich allerdings zugeben, dass es Sinn macht, jemanden direkt auf die Finger gucken zu können 😉

Spark of Happiness
Free Spirit Spark of Happiness
Das Paisley-Muster im Detail.

Der Stoff, den ich benutzt habe, besitze ich bereits seit ca zweieinhalb Jahren. Es war mit der erste Stoff, den ich mir überhaupt gekauft habe! Und tatsächlich war er seit Anfang an für das Kleid „Lilou“ vorgesehen – ich schrieb ja, dass ich mit „Liebe auf den ersten Stich“ nähen gelernt habe. Aber zwischendurch fiel mir auf, dass das Kleid doch nicht 100%ig anfänger geeignet ist. Dazu war ich wirklich unsicher, ob mir das Muster steht. Ich liebe zwar Paisley, aber so schnell fühlt man sich von den vielen Tropfen erschlagen. Und dann das Rot – ich besitze fast keine roten Sachen. Die Farbe fällt auf und ist nicht das Richtige, wenn man sich an mausgrauen Tagen hundeelend fühlt und nicht auffallen will. Da bin ich froh, dass die #12coloursofhandmadefashion-Challenge mich gekitzelt hat, es auszuprobieren! Denn beim ersten Tragen fürs Foto fühlte sich das Rot sehr gut an. Und wenn es mir zuviel wird, kann ich mich ja auf das rosafarbene Muster konzentrieren. Rosa ist schließlich meine absolute Lieblingsfarbe.

Kleid Lilou rot

Lilou Tilly and the buttons
Wer erkennt, wo die Bilder aufgenommen wurden, bekommt einen Keks!

Zurück zum Stoff. „Spark of Happiness“ heißt das Design – ein schöner Name. Und den habe ich auch zum Anlass genommen, die Fotos an einem meiner liebsten Orte in der Heimat aufzunehmen. Hier gehe ich mit dem Hund im Watt spazieren, bis er aussieht wie ein Schlickmonster, hier habe ich letztens Queller fürs Abendbrot gepflückt und hier bade ich im Sommer, bis die Lippen blau werden. Deshalb gefallen mir die Fotos dieses Mal auch ausgesprochen gut!

Hier musste ich gegen die Sonne blinzeln…
Was flattert so schön durch Watt und Wind? Es ist Lilou in rot und pink!

Das Kleid kommt auf jeden Fall in meinen Urlaubskoffer, denn im August fahren wir nach Schweden! Ich hoffe, das Wetter spielt mit. Ansonsten passt das Rot mit Paisley sicherlich auch gut zu meinem dunkelblauen Regenmantel mit Regenschirmen drauf… Gehört auch viel Selbstgenähtes in eure Urlaubsgarderobe?

 

Schnitt: Kleid Lilou aus Tilly Walnes: Liebe auf den ersten Stich

Stoff: 2,2 m Patchwork-Baumwolle „Spark of Happiness“ von Free Spirit, Futter: 0,5 m Mischgewebe aus meinem Fundus

 

Verlinkt bei:

#12coloursofhandmadefashion auf tweedandgreet.de

RUMS

12 Themen 12 Kleidungsstücke 

Kleid Augenweide probenähen

Endlich mal wieder ein Projekt, bei dem alles geklappt hat! Keine verkehrt herum angenähten Teile, keine unschmeichelhafte Passform. Dafür habe ich mein Näh-Repertoire um einige Skills erweitert. Und durfte das Schnittmuster für das Kleid Augenweide vor allen anderen testen. Das hat alles ziemlich viel Spaß gemacht.

Kleid Augenweide nähen
Das Kleid Augenweide in seiner ganzen Pracht
Probenäher werden

Manchmal juckt es mir in den Fingern, etwas zu nähen, ich habe Lust, an meiner Maschine richtig Gas zu geben – aber ich weiß nicht, für welches Projekt ich mich entscheiden soll. Ausgelöst hatte meine Näh-Begierde ein 2,5 m langes Stück Viskose in krassem Fuchsia. Ich weiß gar nicht, wie ich diese Farbe einordnen soll, ein Pink- oder ein Lilaton? Der Stoff lag bereits eine Zeitlang  zwischen den Schätzen meiner Schwester herum, unsere Tante hatte ihn uns vor einer Weile geschenkt (an dieser Stelle ein großes Dankeschön). Ich besitze kein einziges Kleidungsstück in dieser Farbe. Und obwohl mein Freund meinte, Fuchsia sei nur etwas für die Umhänge von Königen, wollte ich genau diesen Stoff vernähen.

Also suchte ich nach Schnittmustern. Vieles war mir zu einfach, zu businessmäßig, zu lang, zu kurz. Ich wollte ja etwas, dass die starke Farbe am besten zur Geltung bringt. Schon vor längerem bin ich über den Schnitt „Irenes Kleid“ vom Label Lotte & Ludwig gestolpert und fand die vielen Details so toll. Ich dachte, dass dies etwas für mich sein könnte und versuchte, den Stoffverbrauch zu googeln. Dabei stieß ich auf die Facebook-Seite von Lotte & Ludwig – und einen Aufruf zum Probenähen für ihre neueste Kreation! Nach einer kurzen Schocksekunde, weil das gezeigte Kleid wirklich so, so schön war, habe ich nicht länger gezögert und mich direkt unter dem Post dafür beworben (dafür zeigte ich übrigens ein Bild meines Jerseykleides „Joy„). Und es dauerte nicht lang, da wurden die ernannten Probenäher bekannt gegeben – und ich gehörte dazu! Juhu!

Seitdem habe ich übrigens auch eine Facebook-Gruppe entdeckt, in der viele Probenäher-Aufrufe verlinkt werden. Da ist immer mal wieder etwas interessantes dabei.

Das Kleid „Augenweide“

Ich wurde eingeladen, einer Facebook-Gruppe beizutreten, in der alle Probenäher vertreten waren und in denen sie ihre Fortschritte zeigten, Fragen stellten und mir mit ihren tollen Kleidern regelmäßig die Kinnlade offen stehen ließen. Das Kleid „Augenweide“ ist wirklich ein sehr schmeichelnder Schnitt. Das liegt unter anderem an dem tiefen Herzausschnitt, der Weite im Rockteil, die das Kleid so schön schwingen lässt und den angepassten Wiener Nähten. Im ersten Schritt muss für die „Augenweide“ nämlich ein Nesselteil anfertigt werden, damit das Oberteil wirklich passgenau sitzt – eine echte Maßanfertigung eben! Das hört sich nach viel Arbeit an, ging aber tatsächlich relativ schnell, da am Nesselteil ja nichts versäubert werden muss.

Neue Näh-Techniken lernen

Die Anfertigung des Nesselteils gehörte übrigens zu den neuen Techniken, die ich mit diesem Schnitt gelernt habe. Ich habe nach meinen Maßen eine 38 genäht und musste die Brust-Nähte obenhin etwas abflachen – jeder Busen ist schließlich anders! Diese Änderungen habe ich auf das Schnittteil übertragen, indem ich das Nesselteil auf ein Stück DIN A4 Papier gelegt und an den Nähten und markierten Änderungen abgepaust habe.

Nahtverdeckten Reißverschluss mit Prym- Reißverschlussfuß einnähen
nahtverdeckten Reißverschluss nähen
Mein erster nahtverdeckter Reißverschluss. Ich bin zufrieden!

Ebenfalls zum allersten Mal habe ich einen nahtverdeckten Reißverschluss eingenäht! Das Ergebnis ist nicht zu 100% perfekt, dafür müsste ich sicher noch mehr üben. Aber ich bin zufrieden. Sehr geholfen hat mir dabei das Video von Svenja von Lotte & Ludwig, die sehr detailliert zeigt, was man da machen muss. Allerdings besitzt sie einen Reißverschlussfuß, der den Reißverschluss automatisch zur Seite klappt. Es hat vier Versuche gebraucht, ehe ich festgestellt habe, dass mein Reißverschluss-Fuß von Prym das nicht tut. Schließlich habe ich bei YouTube nach einem Video für ebendiesen Spezialfuß gesucht und bin auch fündig geworden. Jetzt weiß ich auch, dass ich den Reißverschluss selbst umklappen muss. Dann funktioniert das Einnähen allerdings fast ohne Probleme.

Fast, weil ich ja mit Viskose genäht habe, und der Stoff ist superrutschig! Deshalb war es eine ziemliche Friemelarbeit, die Teilungsnaht an beiden Seiten des Reißverschlusses auf eine Höhe zu bekommen. Zwar steckte ich alles gewissenhaft fest, aber beim Nähen verrutschte der Stoff um einige ausschlaggebende Millimeter. Mir wurde der Tipp gegeben, alles mit der Hand festzunähen, aber ich war zu faul und habe schließlich alles noch einmal extra mit Tesafilm fixiert. Das hat gut geklappt.

Näh-Fehler ausmerzen
Kleid Augenweide Ausschnitt
Warum ich so grinse? Könnte am Fotografen liegen. Oder an der gelungenen Lösung für mein Träger-Problem!

Ein Fehlerchen hat sich natürlich trotzdem eingeschlichen ( ganz ohne wäre ja auch langweilig). Ich habe die Anleitung nicht 100%ig gelesen und beim Verstürzen von Außenstoff und Futterstoff vergessen, die Träger dazwischenzulegen und so mit festzunähen. Schade! Nach einiger Grübelei war ich schon fast so weit, dann eben eine trägerlose „Augenweide“ fertigzustellen, bis mir einfiel, dass ich die Träger ja auch per Hand direkt am Futter, ganz nah an der Naht, festnähen könnte. Das habe ich gemacht und auch hier ist das Ergebnis nicht 100%ig, aber gut genug für mich, damit ich trotzdem stolz auf meinen Einfall und das fertige Kleid sein kann!

Happy in Fuchsia
Kleid Augenweide Rückenausschnitt
Der Rückenausschnitt ist ganz gut geworden.
Festlich und barfuß!
Kleid Augenweide Futterstoff
Ich liebe Punkte! Deshalb sind sie auch auf dem Futterkleid vertreten.

Mit dem fertigen Näh-Ergebnis bin ich mehr als zufrieden! Ich liebe die starke Farbe und das gepunktete Futter. Als mein Freund mir die fertigen Fotos gezeigt hat, war ich ganz baff, wie elegant ich aussehen kann! Jetzt brauche ich nur noch ein passendes Event, um meine „Augenweide“ auszuführen! Wann ist die nächste Hochzeit im Freundeskreis? 😉 Besonders gefreut habe ich mich auch über viele nette Komplimente in der Probenäh-Gruppe und als ich das fertige eBook sah – da gehöre ich nämlich zu den Cover-Girls! Jetzt darf ich nur nicht abheben 🙂

Habt ihr auch schonmal probegenäht? Wie waren eure Erfahrungen damit?

 

Schnitt: „Augenweide“ von Lotte & Ludwig  (bei Dawanda mit 15% Rabatt bis zum 31.7.17) oder bei Makerist

Stoff: 1,5 m Viskose aus meinem Fundus, 1,5 m gepunktete Viskose als Futter von Näharena

 

 

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Die kreativen Adern 

Jeansjacken-Fail

Projekt: Jeansjacke nähen

Diese vermaledeite Jeansjacke. Ich hatte es hinausgezögert, überhaupt mit dem Projekt anzufangen; es war die Prokrastination am Nähtisch! Nach dem Schreiben meines Blogartikels fasste ich mir ein Herz und legte los. Schritt für Schritt, ganz sorgfältig.

Und es lief auch ganz ok. Dachte ich zumindest.

Burda Jeansjacke nähen
Das Grinsen trügt. Mit dem Stil der Jacke bin ich nicht zufrieden.

 

Fehler-Analyse

Meine heißgeliebte, asbachuralte Singer nähte zuverlässig auch durch mehrere Schichten meines schweren Jeansstoffes – dank Jeansnadel und Extrastark-Garn, welches ich nicht nur für die Ziernähte, sondern einfach für alles verwendete. Ha, wie clever! Kein nerviges Umtauschen von Garnrollen nach jeder Naht. Es gab nur ein Problem mit der Kombination aus schwerem Jeansstoff, Jeansnadel und Supergarn: Manchmal musste ich doch ein wenig nachhelfen, rumzuckeln und-zupfen. Und das bedeutete: Meine Ziernähte wurden nicht akkurat. Es war bei dem Stoff schlichtweg unmöglich.

Jeansjacke knöpf Anker
Hier sieht man nicht nur die Knöpfe, die mir als alte Seemannsbraut richtig gut gefallen, sondern auch die Ziernähte, die nicht 100% gerade und parallel verlaufen.
Ich habe den falschen Jeansstoff gewählt

Wie schwer mein Jeansstoff tatsächlich ist, habe ich erst gemerkt, als ich beim Nähen Berge von Stoff zur Seite schieben musste, um die nächste Naht zu nähen. Und bei der Anprobe, als ich mich plötzlich fühlte, als würde ich eine dieser Bleischürzen beim Röntgen tragen. Und da waren die Ärmel noch nicht einmal drin! Was mich zum zweiten großen Kritikpunkt bringt: Die  Passform gefällt mir nicht. Zum Teil liegt das an mir selbst. Ich habe den Schnitt, obwohl untypisch für eine Jeansjacke, verlängert, denn ich habe keine Lust auf kalte Nieren oder unfreiwillige Höschenblitzer. Nun habe ich gemerkt: Das tut vielleicht meiner Gesundheit gut, sieht allerdings nicht so schön aus, wie ich dachte. Den anderen Teil der Schuld schiebe ich eiskalt dem Schnittmuster selbst in die Schuhe.

Nähen mit Burda-Schnittmustern

Es war kein Wunder, dass ich mich vor dem Nachnähen eines Burda-Schnitts fürchtete. Ich hatte schon so viel über falsche Anleitungen oder fehlende Schritte gelesen. Und nun? Stellt sich alles als wahr heraus. Bei 2 von 2 ausprobierten Burda-Schnitten bin ich unzufrieden. Kein guter Schnitt. Da frage ich mich, warum Burda immer noch so eine Institution im Bereich Handarbeiten in Deutschland ist, da es so viele besser erklärte Independent-Hersteller gibt. Vielleicht waren die Anleitungen vor 30 Jahren besser? Ich habe keine Ahnung. Aber ich ärgere mich.

Fehler in der Näh-Anleitung

Denn Fakt ist: Zwei Schritte, die zum Nähen notwenig sind,  sind in der Anleitung nicht beschrieben (von einer fehlerhaften Anleitung schreibt übrigens auch Fröbelina auf ihrem Blog, die sogar zwei Mal die Jeansjacke genäht hat. Hut ab.) Sie fehlen einfach. Der erste ist absolut zu verschmerzen. Hier geht es um die Versäuberung der Knopfleiste  oben und unten. Die Nahtzugabe muss jeweils nach links umgebügelt werden und dann mit einer Ziernaht versäubert – und das am besten, ehe die längsausgerichteten Ziernähte fertig sind, denn sonst muss man sie, so wie ich, wieder auftrennen. Das spart Zeit und Nerven.

Der zweite Fehler findet sich im Ärmel-Loch. Denn dieses verläuft nicht halbrund, wie ich es gewohnt war, sondern hat im oberen Bereich noch eine Ecke.

Jeansjacke selber nähen
Hier kann man die ungewünschte und irritierende Ecke in der oberen Hälfte des Armlochs gut erkennen.

Das verwirrte mich bereits während der Anprobe ohne Ärmel. Als ich die Ärmel dann probeweise eingesteckt hatte, wurde es noch schlimmer, denn dadurch wurde der Schnitt total verhunzt. Die Jacke sah am Busen absolut ausgebeult aus. Ein wenig Abhilfe verschafft ein Abnäher unter der Achsel, der in der technischen Zeichnung zwar gezeigt ist, aber in der Anleitung mit keinem Wort erwähnt wird. Also musste ich mich durchschummeln und herumprobieren, bis ich einigermaßen zufrieden war. Das ist ein riesengroßes Manko für mich.

 

Ganz behoben hat der Abnäher das Abstehen der Brust-Partie dennoch nicht. Ich habe ratlos die Ärmel An- und wieder neu gesteckt, bis mir das ganze zu blöd war. Kurzerhand habe ich über den Zipfel drübergenäht und eine schöne halbrunde Armkugel draus gemacht. Hier habe ich allerdings wieder gemerkt, wie schwer es sein kann, mit dem dicken Stoff genau zu nähen. So haben meine Ärmel an der Schulter einige Fältchen bekommen, für die ich zu genervt war, um alles nochmal wieder aufzutrennen.

Unglücklich mit Näh-Ergebnis
Burda Jeansjacke nähen
Zumindest ist die Rückenansicht ganz passabel. Hier sind mir die Ziernähte gut gelungen.

 

Nein, ich bin nicht schwanger, meine Jacke sitzt nur wie ein Sack!

Am Ende habe ich zwar das immerhin einigermaßen befriedigende Gefühl, mich trotz fehlerhafter Anleitung durch so ein großes Projekt hangeln zu können, dennoch gefällt mir meine Jeansjacke ganz und gar nicht. Und wenn man weiß, wie viele Stunden Arbeit (plus die Fahrt in die nächste Stadt, um eine neue Rolle extrastarkes Garn zu kaufen) da drin stecken, macht mich das traurig.

Ich muss mich zwingen, daran zu denken, was ich bei dem Projekt gelernt habe (einen Ärmel nähen, der aus Ober- und Unterärmel besteht, zum Beispiel) und mir immer wieder vorsagen, dass ich die Jacke, die ich ja selbst genäht habe, auch wieder aufmachen und anpassen kann. Konkret bedeutet das hier: Kürzen und Weite an der Seite rausnehmen. Aber ehe es soweit ist, wird die Jacke schon noch ein Weilchen in der Ecke ausharren müssen, in die ich sie entnervt geschleudert habe.

Wie würdet ihr die Jacke umnähen, damit sie besser aussieht? Und wie geht ihr damit um, wenn ein Projekt trotz aller Mühe nicht so wird, wie ihr euch das vorstellt?

 

Stoff: 1,4 m Jeansstoff von Stoffe Zanders in Mönchengladbach

Knöpfe von Klunkerinsel

 

 

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Die unperfekte blaue Bluse

Bluse McCalls M7094
Mein Beitrag für #12coloursofhandmadefashion
McCall’s is calling

Als Selmin die Farbe für die aktuelle #12coloursofhandmadefashion-Challenge bekannt gab, musste ich schmunzeln. Schließlich hatte ich gerade erst in zwei sehr schöne Stoffe investiert, die beide zufälligerweise blau waren. Ich hatte also die Wahl: blauer Strickjersey oder blaue Viskose? Nach meinem Dilemma mit der geblümten Viskose entschied ich mich für einen mutigen zweiten Versuch.

Auch das Schnittmuster war schnell gefunden. Während meines spontanen England-Trips im letzten Monat sind mir gleich drei aktuelle Näh-Zeitschriften in die Hände gefallen, die jede Menge Schnittmuster als Extras enthielten und mein Herz vor Freude hüpfen ließen. Der Schnitt für die Bluse mit dem klangvollen Namen M7094 von McCall’s hatte es mir besonders angetan.

Näh-Zeitschriften aus England
So sehen die England-Souvenirs einer Nähbegeisterten aus.
Some like it red

Ich habe viele, viele, viele blaue Kleidungsstücke. Deshalb wollte ich mich bei diesem Projekt ein kleines bisschen aus meiner Komfortzone herauswagen – und entschied mich, dem Ausschnitt einen roten Farbtupfer zu geben. Hui, rot, diese gefährliche Farbe! So auffällig, trage ich sonst fast nie. Allerdings hatte ich auch nicht mehr genug Stoff, um den Ausschnitt aus dem gleichen Stoff zu nähen, also war das Rot beschlossene Sache und irgendwo in der Stoff-Sammlung lag sogar noch rote Viskose, wie praktisch.

Ungewollter Oversize-Look

Als braves Näh-Mädchen, das inzwischen dazugelernt hat, habe ich mir die Anleitung vorher ganz genau durchgelesen. Was ich allerdings nicht getan habe, und was eine echte Hilfe hätte sein können, wäre, mir vorher auf verschiedenen Blogs Erfahrungsberichte über den Schnitt durchzulesen. Hätte ich das getan, so wäre ich beim Zuschnitt klüger gewesen. Viele Näherinnen beklagten nämlich, dass die Bluse verdammt groß ausfalle. Und auch ich habe mich gewundert, dass ich mit meinem Maßen Größe M ausschneiden sollte. Aber ich hatte schon viel zu oft gelesen, dass die Größe eines Schnittmusters oft überhaupt nichts mit der Kaufgröße zu tun haben muss. Tja, dieses Mal habe ich falsch gedacht. Nach dem Zuschnitt wunderte ich mich zwar, wie riesig das Vorderteil aussah, aber ich dachte, die verschiedenen Falten würden es schon richten. Nix da! Bei der ersten Anprobe saß die Bluse wie ein Zelt. Ich habe an den Seiten sicher jeweils 5 cm abgenommen, bis es besser saß. Auch die Ärmel habe ich enger gemacht.

Eckigen Ausschnitt nähen

Im Love Sewing Mag, in dem das Schnittmuster enthalten war, stand, dass die größte Schwierigkeit der Bluse im akuraten Zuschneiden des Kragen besteht. Ich fand das ziemlich einfach – Nadel wenden, Kanten abschneiden, vernünftig wenden, bügeln, fertig. Probleme bereitet hat mir das gleichmäßige Festnähen des oberen Teils… das muss ich wohl nochmal aufmachen und neu nähen, weil die Ecken zwar schön eckig, aber nicht gleichmäßig geworden sind.

Auch der untere Teil des Ausschnitts hat mir Schwierigkeiten bereitet. Man legt die beiden Seiten aufeinander – und dann? Muss der Stoff irgendwie in dem Ausschnitt-Loch vernäht werden. In diesem Schritt kam ich mit der Anleitung (die ich übrigens für Näh-Fortgeschrittene ansonsten gut verständlich fand) nicht zurecht. Ich wusste nicht, wo ich nähen soll, ohne dass man unschöne Nähte sieht und hatte das Gefühl, ich schummele mich da nur so durch. Ich finde, das sieht man auch an der fertigen Bluse – der Stoff steht da ab, wo er nicht abstehen soll.

Bluse McCalls

Hier sieht man, dass der Ausschnitt nicht ganz so geworden ist, wie er sollte.

Die Hinteransicht der Bluse – und ich stelle fest, dass meine Haare durch die Sonne schon ganz schön aufgehellt sind.
Das Resultat

Um ehrlich zu sein, musste ich mich mit dem Endergebnis erst anfreunden. Ich finde, von hinten fällt die Bluse total schön. Vorne hingegen sitzt sie durch die ganzen Falten( die leider nicht gleichmäßig geworden sind) und Details sehr bauschig. Die Schulternpartie hätte ich kürzen müssen. Auch das rot am Ausschnitt ist mir zu gewagt – ich kann mich in der Bluse am Strand sehen, aber nicht im Büro, dafür hat sie für mich zu viel Hippie-Stil, und das mehr, als ich wollte. Das liegt auch an der Weite – obwohl ich sie sehr viel enger gemacht habe, fällt die Bluse noch sehr, sehr locker und ich bin mir nicht sicher, wie mir das gefällt.

Detail-verliebt.

Was ich allerdings sehr liebe, sind die Ärmel-Details! Ich hatte zuvor noch keine Knöpfe zum Hochkrempeln angenäht, dabei war das sehr einfach. Und ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Was mir allerdings Kopfzerbrechen bereitet: Wie heißt dieses Ding, das meinen hochgekrempelten Ärmel hochhält? Ein Riegel? Ich habe schon gegoogelt, nichts gefunden, und ich schäme mich, dass ausgerechnet mir (Literaturwissenschaftlerin, Texterin, Besserwisserin) dieses Wort nicht einfällt. Könnt ihr mir weiterhelfen?

Habt Ihr auch Erfahrung mit diesem Schnittmuster? Seid ihr mit der Passform zufrieden? Ich bin gespannt auf eure Kommentare 🙂

 

Schnitt: McCalls M7094 in Größe M

Stoff: 1, 5 m Viskose von Online Stoffe Werning und 0, 3 m rote Viskose aus meiner Sammlung

 

 

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und bei Vermurkst und Zugenäht 

 

 

 

 

Prokrastination am Nähtisch

Heute näh ich… doch nicht

„Ich näh‘ mir eine Jeansjacke!“, habe ich laut vor circa anderthalb Monaten getönt. Ich hatte alle Materialien bereit, vom extra starken Nähgarn über die Jeansnadel bis zum Stoff. Auch das Schnittmuster lag parat- ein Papierschnitt von burda Young, der als einfach ausgewiesen war. Die flat felled Seams, die für das Modell vonnöten sind, hatte ich bereits bei der „Rosa“-Bluse  von Tilly and the Buttons geübt. Also alles startklar für eine neue Herausforderung – dachte ich. Haha. Falsch gedacht. Denn bis heute ist nix passiert.

burda young 7018 nähen
Das Schnittmuster für meine geplante Jacke. Erkennt noch wer GNTM-Barbara auf den Fotos?

Ich habe das Anfangen immer wieder und immer weiter aufgeschoben – Prokrastination am Nähtisch! Die Aufschieberitis hatte ich zuletzt zu Beginn meines Studiums. Aber bei meinem Lieblingshobby? Normalerweise nähe ich doch so gerne und vergesse dabei alles um mich herum.

Gründe für Näh-Prokrastination

Woran liegts? Ich merke, dass ich mir mit der Challenge vielleicht zu viel zugemutet habe. Ich habe Angst, an meiner selbst gestellten Aufgabe komplett zu versagen. Das liegt an drei Faktoren:

Erstens. Ich habe Schiss vor dem Modell. Ich habe erst einmal nach einer Burda-Anleitung genäht und das war eine Katastrophe. Nichts saß so, wie es sollte. Auch andere Menschen schimpfen hier und da über die Schnitte – das verunsichert mich! Und warum besteht der Schnitt aus einem Ober- und einem Unterärmel? Noch bevor ich überhaupt angefangen habe, denke ich, dass es eh nix werden kann. Keine guten Voraussetzungen für ein schönes DIY-Projekt!

Zweitens: Zudem wird es das erste Schnittmuster, bei dem ich weiß, dass ich Änderungen vornehmen muss, damit die Jacke an mir gut aussieht. Ich habe schmale Schultern und wenn die Ärmel nicht überschnitten aussehen sollen, nützt es nichts – ich muss an der Passform herumspielen. Auch davor habe ich mich bisher erfolgreich gedrückt (auch wenn ich zugeben muss, dass es manchen Teilen gut getan hätte, wenn ich sie angepasst hätte).

Angstfaktor Nummer 3: Jeans. Ich habe noch nie mit Jeans genäht. Zudem habe ich mir ziemlich dicken und schweren Stoff ausgesucht. Was, wenn die Nadeln brechen, der extradicke Faden reißt, meine uralt Singer-Nähmaschine den Geist aufgibt?

Eine gescheite Lösung für diese Probleme gibts nicht. Ich kann mir nur klarmachen, dass nichts schlimmes passiert, wenn ich es nicht schaffe, meine Jeansjacke zu nähen – außer, dass ich Material im Wert von einigen Euro verhunze. Vielleicht zeigt sich dabei, dass mein Nähniveau doch nicht so hoch ist, wie ich dachte – aber auch das ist nicht schlimm, denn das eine oder andere lerne ich selbst bei komplett versauten Projekten noch.

Durchatmen. Und anfangen.
Schulterteile kürzen
Schulterpartie kürzen
Hier hab ich die Schulterpartie gekürzt. Schön geht anders – aber es funktioniert.

Also hilft nur anfangen. Das habe ich gemacht – und bin fertig mit dem Zuschneiden! Die Schulterpartien der Schnittmusterteile habe ich um 2 cm gekürzt. Dabei habe ich so lange rumgepfuscht, bis es funktioniert hat: In die abgepausten Teile einen Schnitt gemacht und die überlappenden Kanten aufeinander geklebt. Funktioniert in etwa wie ein Abnäher – sieht nur nicht so schön aus!

Jeansjacke nähen
So eine Jeansjacke hat ganz schön viele Teile!

Ich bin jedenfalls froh, dass ich die ersten Schritte gemacht hab und bin gespannt, wie es weitergeht!

Habt ihr auch Projekte, vor denen ihr richtig Bammel habt? Bei denen ihr euch gar nicht erst traut, anzufangen? Was macht ihr, um euch zu motivieren?

 

Schnitt: Burda young 7018

Stoff: 1,4 m Denim von Stoffe Zanders in Mönchengladbach

 

 

 

 

 

Joy of Summer

In der letzten Woche war es sogar bei uns an der Nordsee schon ein bisschen sommerlich. Ich habe die Sonne und vor allem den kühlenden Wind, der mir am Niederrhein so sehr gefehlt hat, genossen und es mir mit gar nicht sommerlicher Lektüre im Garten meiner Oma bequem gemacht. Und dabei habe ich ein herrlich sommerliches Blumenkleid getragen.

Blumen, Sonne, Blau!

Das Schnittmuster aus der „La Maison Victor“ heißt Joy und habe bereits länger geplant, das Kleid zu nähen. Auf dem Stoffmarkt in Viersen habe ich sogar schon Stoff dafür gekauft – einen blau-rosa karierten Jersey. Je länger das Projekt aber brachlag, desto mehr kam mir in den Sinn, das das nicht die perfekte Stoff-Wahl war. Also habe ich mich kurzfristig umentschieden und einen blau-gelb geblümten Jersey verwendet, den ich auf dem gleichen Stoffmarkt gekauft hatte.

Der Schnitt besteht nur aus fünf Teilen. Dennoch hatte ich für den Tellerrock nicht ausreichend Stoff im Bruch übrig und musste das hintere Rockteil aus zwei Stoff-Stücken zusammensetzen. Zunächst hatte ich Sorge, dass man die Naht sieht, aber bei dem vielen Blumen und den Falten fällt es nicht auf.

Kräuseln mit Gummiband

Eine Änderung gegenüber der Anleitung habe ich beim Nähen vorgenommen. Statt Kräuselfäden zu benutzen, um das Unterteil auf die Länge des Oberteil-Saums zu bekommen, habe ich Gummiband benutzt. Diesen Hack hatte ich schon vor langer Zeit hier bei Pinterest gesehen und wollte ihn unbedingt ausprobieren! Den Gummiband-Streifen habe ich auf die Länge des Oberteil-Saums geschnitten und beim Nähen an das Unterteil entsprechend gedehnt. Das hat auf Anhieb super funktioniert! Und ich habe mich gefreut, dass keine Kräuselfäden reißen oder die Falten ungleich verteilt sind.

Jersey-Paspelband nähen

Die Anleitung sieht vor, den Ausschnitt mit Paspelband einzufassen. Dass man für Jersey elastisches Paspelband verwenden muss, stand aber nicht dabei. Ich habe mich kurz geärgert und dann kurzerhand entschlossen, mein eigenes elastisches Paspelband herzustellen. Eine sehr gut verständliche Anleitung habe ich hier gefunden – und war froh, dass ich endlich eine vernünftige Resteverwertung für all meine Jerseyschnipsel zu haben!

Ich habe meinen normalen Nähmaschinenfuß benutzt, was ich vielleicht nicht hätte tun sollen. Denn ich finde meinen Ausschnitt zwar gut gelungen – aber den Effekt hätte ich auch mit einem sehr schmalen Bündchen hinbekommen. Wenn ich schmaler an der Schnur genäht hätte, würde es vielleicht anders aussehen.

Schwungvoll in den Sommer

Ich bin trotzdem richtig begeistert von dem Schnitt! Das Kleid war wirklich einfach zu nähen und ich bin ganz verliebt in den Tellerrock. Er schwingt so unheimlich schön! Und das Blumenmuster wirkt auch nicht so truschtig, wie ich befürchtet habe.

Schnitt: Kleid „Joy“ aus der „La Maison Victor“ 2/2017

Stoff: 1 Coupon Jersey vom Stoffmarkt in Viersen

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