Socken nähen: Sockenliebe vs. Ringelprinz

Ran an die Reste: Socken nähen

Ich liebe bunte und verrückte Socken! Daher war es nur eine Frage der Zeit, ehe ich selbst Socken nähen würde. Ich habe die Schnittmuster „Sockenliebe“ und „Ringelprinz“ ausprobiert und verglichen.

Eigentlich  habe ich hässliche Füße. Daher hätte ich auch nie gedacht, dass ich sie auf dem Blog zur Schau stellen würde. Aber plötzlich erfasst die Näh-Community der Socken-Hype! Vielleicht liegt die Popularität am kommenden Herbst oder daran, dass so viele gerne auch den allerkleinsten Stofffetzen noch verwenden. Jedenfalls ist er da und es war klar, dass ich auf den Trend aufspringen und selbst Socken nähen würde. Und diese dann auch auf dem Blog zeigen – also meine Füße präsentieren! Die krummen Zehen sieht man in den Socken glücklicherweise nicht. Den Hallus Valgus schon. Tja, da müsst ihr durch.

Socken selber nähen
Links Sockenliebe, rechts Ringelprinz. Die Flecken sind Regentropfen, denn inmitten des Shootings fing es an zu schütten und wir mussten auf Omas hübschen Terrazzo-Boden als Location ausweichen.

Socken-Schnittmuster im Vergleich

Zwei Schnittmuster sind zur Zeit populär: Das Freebook „Sockenliebe“ von Cherry Picking und die Neuerscheinung „Ringelprinz(essin)“ von Hilli Hiltrud. Ich habe beide Schnittmuster ausprobiert, vergleiche sie miteinander und zeige euch hier die Ergebnisse.

Freebook „Sockenliebe“ von Cherry Picking nähen

Einen Pluspunkt gibt’s natürlich erst einmal dafür, dass die Anleitung und der Schnitt kostenlos sind! Auf nur zwei DIN A4 Seiten ist alles fix ausgedruckt und schnell vorbereitet. Den Stoff habe ich mir von verschiedenen T-Shirts, die bereits reif für den Altkleidercontainer waren, zusammengesucht. Das ist eine schöne Möglichkeit zum Upcycling.

Freebook Sockenliebe
Meine Sockenliebe-Socken bestehen aus drei unterschiedlichen Stoff-Resten.
– Die  Anleitung

Die Anleitung ist sehr knapp gehalten. Wer noch nie zuvor Socken genäht hat, muss erst einmal grübeln! Auch, dass es nur ein Bild von den Socken (und das in Pumps) gibt, erschwert das Nähen, da man keine Vergleichsmöglichkeiten hat. Ehe ich verstanden habe, dass die Ferse  mithilfe von Kellerfalten genäht wird und ob ich diese auf der rechten oder linken Seite der Sohle machen soll, ist einige Zeit vergangen.

– Das Nähen

Ich habe die Socken an der normalen Nähmaschine genäht und nicht an der Overlock, da ich das mit den vielen Rundungen gar nicht so einfach finde. Da ich faul bin und auch keine Lust auf störende Nähte habe, habe ich nichts versäubert. Die verschiedenen Teile sind groß genug, um gut damit zu arbeiten.

– Passform

Die Ferse passt gut in die Kellerfalten, angezogen sieht der Socken ganz hübsch aus. Was mir nicht gefällt: Auf der Oberseite des Sockens bilden sich Falten. Auch das Bündchen bildet keinen geraden Abschluss.

Sockenliebe nähen
Hier gut erkennbar: Graue Sohle und Fersenfalte.
Sockenliebe Cherry Picking
Aber hallo, Farbe!
– Tragekomfort

Da ich die Nähte nicht extra versäubert habe, stören sie auch nicht. Die Socken bleiben auch mit Schuhen beim Gehen da, wo sie sollen. Mit Schuhen bilden die verschiedenfarbigen Schnitteile bei mir einen witzigen Kontrast, jedoch kann man auch hier die Falten erkennen.

„Ringelprinz“ von Hilli Hiltrud nähen

Das Socken-Schnittmuster von Hili Hiltrud gibt’s gleich in drei verschiedenen Versionen: Als Strumpf, Sneakersocke und Sneakersocke mit höherer Ferse. Bereits auf den Bildern im eBook kann man erkennen, dass die langen Strümpfe im Knöchelbereich oben Falten schlagen, daher habe ich mich gegen sie entschieden. Die Sneakersocken hingegen fand ich spannend. Nachdem ich erst die reguläre Sneakerversion getestet und festgestellt habe, dass die an meinen Füßen herunterrutscht, nähte ich die Sneakersocken mit der höheren Ferse.

Besonders mag ich auch ihre Idee, die Sockensohle aus Sweatstoff-Resten zu nähen! Das ist richtig kuschelig für jemanden wie mich, der ständig kalte Füße hat.

Das Schnittmuster besteht aus vier DIN A4-Blättern, die zunächst zusammengeklebt werden müssen.

Socken Hilli Hiltrud nähen
Regennasse Sneaker-Socken.
–  Die Anleitung

Gut bebildert und ausführlich. Es fehlt jedoch ein Bild-Beispiel zum Nähen der Sneakerversion mit der höheren Ferse.

– Das Nähen

Auch hier habe ich mich nicht an die Overlock getraut. Die Sneakersocken bestehen aus vier Teilen, von denen drei relativ klein sind. Ich hatte Schwierigkeiten, die Sockenteile gut festzustecken. Fast einen Krampf bekommen habe ich beim Bündchen annähen, da der Sockenteil, an den der Bund genäht werden muss, an einer Stelle sehr schmal ist (hier einmal ein großes Lob an alle von euch die für Kleinkinder nähen: Ich würde durchdrehen, wenn ich ständig mit solchen Friemelarbeiten zu tun hätte). Versäubert habe ich auch beim Ringelprinz nichts.

– Passform

Wenn sie erst einmal genäht sind, passen die Socken prima. Nirgendwo sind Falten. In der Ferse sitzen die Socken sehr gut.

Ringelprinz Socken nähen
Die dunkle Sohle aus Sweatshirt gefällt mir besonders. Einziger Nachteil: Dalmatiner-Haare sind darauf sehr gut zu sehen.
– Tragekomfort

Nichts drückt, und alles bleibt beim Tragen dort, wo es sein soll. Aufgrund der Sneakersockenlänge sieht man die Söckchen in Schuhen gar nicht.

Socken nähen: Fazit

Wenn Menschen aus der Näh-Community behaupten, sie hätten 15 Paar Socken in einer Stunde genäht, kann ich das kaum glauben. Ich finde es gar nicht so einfach, mit den vielen kleinen Teilen zu hantieren. Besonders an der Overlock! Daher brauchen auch die beiden vorgestellten Schnittmuster ihre Zeit. Besonders der „Ringelprinz“ dauert mit seinen klitzekleinen Schnitteilen – dafür bin ich von der Passform aber auch wirklich überzeugt. Die „Sockenliebe“ hingegen sitzt, finde ich, nicht ganz so gut. Dennoch ist das Freebook eine gute Lösung, wenn man das Socken nähen ersteinmal ausprobieren möchte. Beide Schnittmuster eignen sich hervorragend, um noch die kleinsten Jersey-Reste zu verwerten (meine Schwester hat sich übrigens zur Resteverwertung Unterwäsche ausgesucht).

Und ihr? Habt ihr auch schon einmal Socken genäht? Die schrillsten Reste-Kombinationen ausprobiert? Und welcher Schnitt gefällt euch besser?

 

Schnitt:  Freebook „Sockenliebe“ von Cherry Picking und  „Ringelprinz(essin)“ von Hilli Hiltrud

Stoff: diverse Jersey-Reste aus alten T-Shirts, Sweatstoff-Rest

 

Verlinkt bei: Me Made Mittwoch, Stoffreste-Linkparty , Kostenlose Schnittmuster Linkparty  

 

 

 

Vintage-Style Rock nähen für die #12coloursofhandmadefashion

Wau, wie schön: Für die #12coloursofhandmadefashion-Challenge entschied ich mich, einen Vintage-Style Rock zu nähen, und zwar aus einem wildgemusterten Hunde-Stoff!

Freebook Rock nähen
Mimimi, mein Rock hat Falten!
Violette Zweifel und die Qual der Wahl

„Lila? Im Ernst?“ Das waren die ersten Gedanken, die mir bei der Bekanntgabe der August-Farbe von Selmins #12ColoursofHandmadeFashion-Challenge in den Sinn kamen. Ich habe ernsthaft erwogen, diesen Monat einfach ausfallen zu lassen. Denn ich besitze kein einziges lilafarbenes Kleidungsstück – mit Ausnahme des wunderbaren Kleids „Augenweide“, das ich in fuchsia genäht habe, aber das gute Stück wartet auch noch auf seinen großen Auftritt, und einem lila Unterhemd. Aus lila bin ich eigentlich rausgewachsen. Das war die Farbe, die ich vor über zehn Jahren trug, als T-Shirt und Tuch zu Jeans und Chucks. Aber heute nicht mehr. Dachte ich.

Aber zum Glück erlauben die Regeln der Challenge ja nicht nur unifarbene Projekte, auch Details in der Farbe gelten. Also entschied ich mich für einen absolut wild gemusterten Stoff, den ich vor einigen Wochen gekauft hatte. Ein Stoff mit Hunde-Print!

Baumwolle Hunde Print
Ein Teil des Musters im Detail.

 

Stoff rosa Hund
Hier tummeln sich Dackel, französische Bulldoggen und Pudel mit fragwürdigen Frisuren.
 Nähen außerhalb der Komfort-Zone

Den Baumwollstoff fand ich zwar wirklich großartig, aber ich konnte mir einfach nicht vorstellen, wie das Muster und die Pastell-Farben als Kleidungsstück wirken. Deshalb bin ich Selmin ziemlich dankbar: Die Challenge hat mir einen Ruck gegeben, mich aus meiner Komfortzone zu bewegen! Ich habe mich nicht nur an das wilde Muster getraut, sondern auch noch einen Schnitt gewählt, den ich sonst nicht anziehen würde. Ich entschied mich für ein Freebie vom Peppermint Mag, einen Rock mit Falten – und einem hohen Bund!

Vintage-Style Rock nähen

Und mit dieser Wahl bin ich mehr als zufrieden! Schon als ich die ersten Teile zuschnitt, wusste ich, das wird richtig, richtig gut. Das Schnittmuster war leicht zu verstehen und detailliert erklärt. Das Falten legen hat sehr gut geklappt. Ich habe insgesamt zwei klitzekleine Änderungen vorgenommen: Anstatt das Vorderteil des Rocks aus zwei Teilen zusammenzunähen, habe ich es (abzüglich der vorderen Nahtzugabe) in den Bruch gelegt. Eine Naht mitten in der Mitte hätte mir nicht gefallen. Als zweites sieht die Anleitung ein Saumband vor. Das habe ich weggelassen und den Saum einfach doppelt eingeschlagen und dann abgesteppt.

Vintage-Style Rock nähen
Hier gilt: Tschüß Anti-Age, hallo Falten!
Rock mit Falten nähen
Huch, ich hab Falten am Po! Und einen (nicht ganz perfekten, aber ich bin zufrieden mit dem Fortschritt) nahtverdeckten Reißverschluss. Den habe ich übrigens mühselig aus einem alten Kleid herausgetrennt.
Rock mit großen Taschen

Was mir an diesem Schnitt am meisten gefällt: Durch den Sitz in der Taille macht er eine sehr schöne Silhouette! Der Bund sitzt viel besser am Körper an, als es z.B. bei meinem Clémence-Rock der Fall ist. Ich bin froh, etwas Neues ausprobiert zu haben! Was mir am zweitbesten gefällt: Die Taschen! Die sind einfach riesig. Da passen Hände hinein, Taschentücher, Hundeleckerlis, Schlüssel und sogar mein Handy. Ich finde, Taschen sind ein unverzichtbares Detail! Für den Taschenbeutel habe ich  quietschgelbe Baumwolle gewählt; ein Reststück, von dem ich dachte, dass ich es nie wieder benutzen würde.

Vintage-Style Rock nähen
Hier kann man die riesigen Taschen mit dem gelben Taschenbeutel erkennen.
Was passt zum 50er Jahre-Rock?

Als mein wunderbarer Rock fertig genäht war, und das ging relativ fix, und ich ihn anprobierte, stellte sich die dringende Frage: Was ziehe ich dazu an? Meine erste Idee, ein weißes T-Shirt, musste ich verwerfen, da das Ganze nach 80er Jahre Tennis-Dress aussah. Das lilafarbene Unterhemd passte auch nicht, also entschied ich mich für grau. Leider besaß ich kein graues Shirt. Nach kurzer Internet-Recherche und Suche in den Kleiderschränken meiner Geschwister hielt ich das kostenlose Schnittmuster für das Kirsten Kimono Tee von Maria Denmark sowie zwei riesengroße ungeliebte graue T-Shirts in den Händen.

Diesen Trend habe ich verpasst – schon vor ein paar Jahren geisterten unzählige Versionen des Kimonoshirts auf den DIY-Blogs herum. Mein T-Shirt ist nicht perfekt geworden, aber ich freue mich, dass das Upcycling so gut geklappt hat. Außerdem macht sich das Kimono Tee sehr gut zu meinem Vintage-Style Rock!

50er Jahre Rock nähen
Sogar die Schuhe passen.
Kimono Tee kombinieren
Grund zum Grinsen: ein DIY-Outfit.
Vintage-Style Rock nähen
Mein Hund schaut sich ganz verwundert die vielen Hunde auf dem Rock an.

 

Wie gefällt euch mein Outfit? Habt ihr den Vintage-Style Rock auch schon einmal genäht? Oder das Kirsten Kimono Tee? Ich bin gespannt auf eure Kommentare – und auf die tollen Kreationen der anderen #12coloursofhandmadefashion-Näher!

 

Schnitt: Vintage-Style Skirt, kostenloses Schnittmuster vom Peppermint Magazine

Stoff: 1,5 m Baumwolle mit Hunde-Print von Herr Schneider, Reststück gelbe Baumwolle

 

Verlinkt bei:

12ColoursofHandmadeFashion

Kostenlose Schnittmuster Linkparty