Rotes Raglan-Shirt für Frauen

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Nach meinem Riesenprojekt, dem Wind und Wetter Parka, musste wieder etwas kleines, schnelles genäht werden: Ich entschied mich für ein Raglan-Shirt, um endlich auch den roten Jersey, der sich seit Ewigkeiten in meiner Stoffsammlung befand, zu verarbeiten.

rotes raglanshirt nähen
Beim Fotografieren schien noch die Sonne. Jetzt ist mein rotes Raglanshirt ein Farbtapfer im Hamburger Novembergrau.

Raglanshirt nähen: Die Farbwahl

Während inzwischen viele meiner Kleidungsstücke pink oder rosa sind, bewege ich mich mit rot außerhalb meiner Komfortzone. Ich finde die starke Wirkung, die die Farbe hat, toll ( zum Vorstellungsgespräch für meinen neuen Job trug ich eine rote Bluse und ich glaube fest daran, dass die zum Erfolg beitrug), fühle mich aber nun nicht jeden Tag so strotzend vor Selbstbewusstsein, dass ich Rot tragen mag.

Ich habe zuvor auch erst ein rotes Kleidungsstück genäht, das Kleid Lilou von Tilly and the Buttons. Das habe ich im Sommer auch einige Male getragen, aber nun wollte ich etwas, das noch alltagstauglicher ist und mir hilft, ganz unauffällig Rot in meine Garderobe zu schmuggeln.

rotes Raglanshirt nähen
Auch der Gemütlichkeitsfaktor war ein Motivationsgrund, das Raglanshirt zu nähen! Besonders gut sieht man hier die Briefecken mit Schlitz – im Alltag etwas unpraktisch, da ich immer etwas unterziehen muss.

Raglanshirt nähen: Der Schnitt

So habe ich mich für ein Raglanshirt entschieden, dass durch die interessante Nahtführung nicht langweilig wird: Das Shirt stammt aus dem Buch Sew Me, dass ich bereits auf dem Blog vorgestellt habe.

Zurzeit macht es mir Spaß, Sachen, die ich bereits genäht habe, in anderer Variation auszuprobieren. Das liegt auch daran, dass ich durch den Job weniger Zeit habe als vorher: immerhin muss ich dann nicht neu Schnittmuster kleben! Und kann direkt loslegen.

raglanshirt nähen
Wer genau hinsieht, erkennt am Ärmel ein klitzekleines Loch. Das habe ich inzwischen aber mit Nadel und Faden geflickt 🙂

Raglanshirt nähen – Fazit

Beim Raglanshirt lief das Nähen jedoch, obwohl ich den Schnitt und das Projekt kannte, nicht ganz problemlos ab. In einem Moment geistiger Umnachtung (na ja, vielleicht auch, weil ich zu faul war, die Knipse zu setzen) habe ich die Ärmel falsch herum angenäht. Aber was soll’s – Schwund ist immer!  Genäht habe ich mit meiner neuen Overlock von W6*, der Rest hat ganz hervorragend geklappt.

raglanshirt nähen
Manche sagen Augenkrebs, ich finds super: Hier kombiniere ich meinen pinken Parka mit dem roten Raglanshirt.

Und der Plan, mehr Rot zu tragen, ist auch aufgegangen: Ich habe das Raglanshirt schon einige Male getragen und auch zur Arbeit angehabt.

Wie gefällt euch mein Raglanshirt?

 

Schnitt: Raglanshirt/Yogashirt aus Sew Me von Silke Türck

Stoff: 1 m roter Jersey (mit Puzzeln gerade gereicht)

 

Verlinkt bei: DufürdichamDonnerstag, Sewlala, WomenonFire

* Die W6 wurde mir für meinen Blog kostenfrei zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

Wind und Wetter Parka von Lotte & Ludwig

Schon lange bin ich um den Wind&Wetter-Parka von Lotte & Ludwig herumgeschlichen und immer gedacht, dass das Nähprojekt eine Stufe zu hoch für mich sei. Jetzt habe ich mich endlich herangetraut und freue mich sehr über das gelungene Ergebnis!

Wind&Wetter-Parka
Im strahlenden Sonnenschein und ganz ohne eine Böe – trotzdem macht es Spaß, den Wind&Wetter-Parka auszuführen!

Wind&Wetter-Parka: Angst vor dem Großprojekt

Ich bin ein großer Fan der Lotte & Ludwig Schnitte (habe bereits das Kleid Augenweide, Irenes Kleid und auch ein Top aus dem Buch “Alles Active”genäht): Die Modelle sind durchdacht, super erklärt und man lernt beim Nähen jede Menge dazu.

In den Wind&Wetter-Parka habe ich mich bereits vor zwei Jahren verliebt: Die perfekte Jacke, um morgens und abends mit dem Hund spazieren zu gehen! Was mich allerdings abschreckte: Es war eine Jacke! Konnte ich eine richtige Jacke nähen? Der Reißverschluss bereitete mir Kopfschmerzen, genauso wie das Futter.

Ich habe lange, lange gezögert – Abhilfe brachte erst eine Kooperationsanfrage von mahler.stoffe, mit denen ich im Sommer bereits zusammengearbeitet habe. Plötzlich hatte ich ein konkretes Ziel vor Augen, zudem konnte ich mich ausführlich beraten lassen.

Wind&Wetter-Parka nähen
Rot und Pink? “Ja, das geht!”, sagte ich trotzig zu meinem Mann, als er mich in meinem neu genähten Wind&Wetter-Parka fotografierte.

Wind&Wetter-Parka: Die Stoffe

Ich entschied mich für eine sehr rosafarbene (oder:quietschpinke) Version des Parkas mit beerenfarbenem Tactel (wasserabweisend, perfekt für Spaziergänge mit Hund) und pink-orangener Baumwolle von Hamburger Liebe*. Zuhause angekommen, konnte ich es gar nicht mehr erwarten, loszulegen.

Doch für den Wind&Wetter-Parka benötigt man Durchhaltevermögen. Erst musste gedruckt, gefaltet, geklebt werden (inzwischen gibt es auch die Papierschnittmuster, darauf werde ich beim nächsten Mal definitiv zurückgreifen). Dann wird kopiert, Nahtzugabe hinzugegeben, geschnippelt. Danach folgte: Das Futter steppen. Und das war für mich eine echte Quälerei.

Wind&Wetter-Parka: Warum Slow Sewing mich nicht glücklich macht

Ich habe in der letzten Zeit viel über Slow Sewing gelesen. Ich finde es toll, sich lange und ausführlich mit seinen Kleidungsstücken zu beschäftigen, in Flow-Zustände zu versinken, neue Techniken zu lernen und auszuprobieren. Aber ich glaube, das passiert, wenn man näht, automatisch bei den meisten Projekten.

Ich arbeite 40 Stunden die Woche, habe einen Hund, der ausgeführt werden muss, eine Wohnung, die geputzt werden soll, einen Mann, mit dem ich Zeit verbringen und Freunde, die ich zwischendurch auch ab und zu mal sehen möchte. Da bleibt nicht viel Zeit zum Nähen – meist bin ich abends zu müde (und morgens auch – nicht, dass ich das nicht versucht hätte).

Wenn ich dann an Projekten nähe, die einfach so unendlich langsam vorankommen, finde ich das super frustrierend. Ich raffe mich abends auf, konzentriere mich, und bin doch nur minimal vorangekommen. Ich möchte sehen können, wie unter meinen Händen etwas entsteht – und dazu gehört Fortschritt.

Lange Rede, kurzer Sinn: Ich werde es mir zweimal überlegen, ob ich jemals wieder Futter selbst steppen möchte. Vor allem, weil ich finde, dass man die Nähte kaum erkennen kann. Das ist, bei all den Stunden, die darin stecken, einfach ärgerlich. Ich hätte es genau wie bei den Ärmeln machen können, wo ich das Futter einfach an den Rändern auf die Einlage (übrigens winddichtes Vlies von Stoff&Stil) genäht habe.

wind&wetter-Parka von innen
Da steppt der Bär? Nö. Hat mir wenig Freude gemacht: So viel Arbeit steckt im selbstgesteppten Futter des Wind&Wetter-Parkas, und so wenig davon kann man erkennen!

Mein Wind&Wetter-Parka: Das Nähen

Der Rest des Wind&Wetter-Parkas ging mir aber relativ leicht von der Hand. Aus Gründen der Ungeduld entschied ich mich, die Nähte nicht noch einmal extra abzusteppen, das würde ich beim nächsten Mal anders machen, es sieht einfach schöner aus.

Auch der Reissverschluss, mein Endgegner, entpuppte sich als gar nicht so schlimm. Ich musste einen zweiten kaufen, nachdem sich der erste vom Stoffmarkt als zu lang erwies und ich keine Lust hatte, den Metallreissverschluss zu kürzen und dabei eventuell zu verschandeln. Aber das war halb so wild – ebenso wie das Annähen. Hier half der Spezial-Nähfuß ebenso wie das Heften.

Wind&Wetter-Parka – Fazit

Mit der Passform bin ich zufrieden. Ich habe eine 34 genäht und die Ärmel um 2 cm verlängert – hier hätten zwei weitere cm gut getan. Um die Brust herum hätte ich vermutlich auch besser in eine 36 gepasst. Diese Änderungen würde ich beim nächsten Mal berücksichtigen.

Beim nächsten Mal? Ja! Trotz der Frustration zwischendurch bin ich ganz verliebt in meinen Wind&Wetter-Parka und habe große Lust, noch einen zu nähen. Schließlich liegt hier noch ein Reissverschluss herum. In den Tiefen meiner Stoffsammlung befindet sich zudem noch ein Futterstoff, der toll aussieht… und das Wetter in Hamburg schreit ohnehin immer nach Parka.

Wie gefällt euch meine Jacke?

Wind&wetter-parka aus Tactel

Wind&Wetter-Parka Kapuze

wind&wetter parka

Schnitt: Wind&Wetter-Parka von Lotte&Ludwig in Größe 34

Stoff: 2 m Tactel und 2 m Popeline von Hamburger Liebe*, 2 m winddichtes Vlies von Stoff & Stil

 

Verlinkt bei: Sewlala, DufürDichamDonnerstag, WoF

* Die Stoffe wurden mir von mahler.stoffe kostenlos zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

Cover-Test: Gritzner Coverstyle 4850

Nach ewig langem hin und her hab ich mich jetzt doch für die Anschaffung einer Cover entschieden. Geworden ist es die Gritzner Coverstyle 4850. Leider gibt es zu dieser Maschine wirklich wenige hilfreiche Rezensionen aber das möchte ich heute ändern.

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* Bei dieser Rezension handelt es sich um meine eigene objektive Meinung *

Warum ich mich für die Cover von Gritzner entschieden habe

Ich habe wirklich lange überlegt ob ich eine Cover haben möchte und als der Entschluss dazu gefasst war konnte ich mich eine kleine Ewigkeit nicht entscheiden, welche es denn nun sein sollte. Möglichst wenig Geld ausgeben und dafür eine Nähmaschine bekommen, die all die typischen Probleme nicht mit sich bringt, lässt sich einfach nicht gut vereinen.

Ich war tatsächlich sogar im Nähgeschäft in Ingolstadt und habe mich beraten lassen. Naja ich habe versucht mich beraten zu lassen, aber die Dame war nur ansatzweise kooperativ und die Vorführmaschinen sowohl falsch eingefädelt, als auch völlig verstellt. Eine der vier Covermodelle wollte sie mir nicht einmal vorführen – die würde eh Stiche auslassen. Letztendlich wollte man mir eh nur die BLCS (Babylock Coverstitch) verkaufen, bei allem anderen müsste ich halt Kompromisse eingehen. Angesehen hab ich mir dann also die BLCS, die Easycover von Elna und die Juki MCS-1500. Und was soll ich sagen, die BLCS hat mir am wenigsten gefallen, das Teil ist dermaßen laut und klingt als hätte man eine Maschine aus dem Vorjahrhundert vor sich. Ganz Fehlerfrei lief der “Ferrari” unter den Covermaschinen dann trotz diverser Versuche der Verkäuferin trotzdem nicht – und das für schlappe 1300€ – nein Danke, da krieg ich ja drei für.

Obwohl ich die Elna ziemlich gut fand – Lautstärke gut, großer Durchlass, langsames Annähen möglich, keine Aussetzer beim Stoppen mit Nadel oben und lediglich eine leichte Verkürzung der Stichlänge beim Nähen über 6 anstelle von 2 Lagen – war mir das gute Stück einfach zu teuer. In Frage kamen bei einem Budget von 500€ nur noch zwei Modelle: Die Janome Cover Pro 2000 CPX und die Gritzner Coverstyle 4850. Schlussendlich hat der Preis und das Argument meines Liebsten, dass die Technik dahinter ja die gleiche wäre, zu der Gritzner geführt und was soll ich sagen – ich bereue nichts.

Frisch aus dem Karton geschlüpft – meine neue Gritzner Cover kam fix und fertig eingefädelt und eingestellt bei mir an.
Ein Paar Fakten zur Gritzner Coverstyle 4850

Die Gritzner Coverstyle gehört mit einem Preis von aktuell rund 350€ zu den günstigsten Covermaschinen. Mit dabei sind vier Konen Madeira Aerolock, ein Klarsichtfuß und das Handbuch “Meine Coverlock”. Eigentlich müsste es aber Coverstitch heißen – eine Coverlock ist nämlich Cover und Overlock in einem, also eine Kombimaschine. Tatsächlich steckt die Gritzner Coverstyle sogar in der Hülle einer solchen Kombimaschine, der Pfaff Coverstyle 4850. Der Name hat sich kaum verändert. Die Maschine hat einen großen Stoffdurchlass, den man bei anderen Modellen aus dem Hochpreissegment vergeblichst suchen kann. Einen Freiarm hat sie leider nicht, klitzekleine Nähstücke sollte man also besser noch vor dem finalen Zusammennähen mit Covernähten versehen.

Ein Hindernisparcours für die Cover

Covermaschinen sind berüchtigt dafür richtige Diven zu sein. Garnabrisse, Fehlstiche oder ein unschönes Stichbild können mal mehr mal weniger oft vorkommen. Das ist sowohl von Hersteller zu Hersteller als auch von Maschine zu Maschine unterschiedlich und tritt in allen Preisspannen auf. Ich hab so viel über das Vorkommen dieser Aussetzer gelesen, dass die Angst davor, nur Probleme zu haben, mich beinahe davon abgehalten hätte mir eine Cover zuzulegen.

Meine neue Cover möchte ich natürlich ausgiebig auf Herz und Nieren testen um ein gerechtfertigtes Urteil treffen zu können. Nachfolgend hab ich einige typische Anwendungsfälle, die zum Teil zu Problemen mit Fehlstichen oder Fadenabrissen führen können, aufgelistet. Sozusagen ein richtiger Hindernisparcours für die Cover.

1. Säume nähen
Was eine Cover auf jeden Fall können muss, sind elastische Saumabschlüsse. In diesem Fall sollte eine fehlerfreie Naht auf zwei Lagen Jersey oder Sweat entstehen können, ohne dass ich viel an den Einstellungen herumdoktern muss.

Kurzer Hand hab ich mir gleich einen Jerseyrest geschnappt und drauflos genäht. Auch hier sehen die Nähte richtig gut und gleichmäßig aus. Einziges Manko, am Nahtbeginn lässt sie immer ein Paar Stiche aus – damit kann man aber leben.

Erste Probenähte mit meiner neuen Cover. Die kleinen Pfeile markieren Fehlstiche zu Beginn der Naht. In der zweiten und dritten Reihe von Oben hab ich mehrfach angehalten und wieder losgenäht.

Manche Covermaschinen haben ein Problem damit, wenn man mitten in der Naht stoppt und die Nadeln nicht wieder im Stoff versenkt, ehe man weiter näht. Bei meiner Cover kann ich das nicht bestätigen.

Die Cover kann vier verschiedene Sticharten. Von oben nach unten: Die 3-Fäden-Covernaht, die breite 2-Fäden-Covernaht, die schmale 2-Fäden-Covernaht und den Kettstich.
Auch auf der Greiferseite sehen die Stiche super aus. Das Geradeausnähen muss ich aber noch ein bisschen üben.

2. Über Nahtkreuzungen covern
Manchmal möchte man zur Zierde zwei Covernähte überkreuzen und auch das sollte die Cover ohne zicken machen.

Die Gritzner Coverstyle lässt sich durch bereits bestehende Covernähte nicht beeindrucken.

3. Über eine Overlocknaht covern
Eine Cover sollte am Saum natürlich auch über die Seitennähte covern können ohne an der dicken Nahtstelle (2 Lagen Stoff + 2 Overlocknähte) Stiche auszulassen oder die Stichlänge zu verändern.

Bei zwei Overlocknähten übereinander hat die Gritzner dann schon eher Schwierigkeiten. Man muss schon sehr darauf achten, dass der Stoff nicht vor dem Nähfüßchen hergeschoben wird, ggf. auch mal kurz das Füßchen lüften damit sich nichts verzieht. Außerdem werden die Stiche auf der Overlocknaht gerne deutlich kürzer, Fehlstiche kamen bei mir aber nicht auf.

Beim quer über doppelte Ovinähte covern sieht das Stichbild nicht immer ideal aus. Mit ein bisschen Übung werden die Resultate aber deutlich besser.

Es macht übrigens einen Unterschied in welche Richtung die doppelte Ovinaht liegt. Die erste Ovinaht liegt so, dass die Nahtzugabe zuerst übernäht wird, die zweite genau andersrum. Wie man auf dem Foto ganz gut sehen kann, kommt es beider zweiten Ovinaht mit NZ vom Nähfuß weg zu Faltenbildung. Bei der roten Naht hab ich die Ovinäht besser mit den Fingern fixiert (etwas Zug zur Seite und leicht mitschieben) und die Stichlänge sieht schon viel gleichmäßiger aus.

3. Auf einer Overlocknaht covern
Covernähte sieht man neben dem Saum auch oft an Ausschnitten oder Teilungsnähten. Typischerweise wird erst der Stoff mit einer Overlocknaht verbunden und anschließend auf dieser Naht gecovert. Meine Gritzner hat damit überhaupt kein Problem. Keine Veränderung der Stichlänge, keine Fehlstiche, alles supi.

Dummerweise hab ich total vergessen von der Covernaht direkt auf der Overlocknaht Bilder zu machen.

4. Schlechte Garnqualität
Wenn man sich bei den günstigen Covermaschinen umhört, kommt das Thema auch immer wieder zu Fehlstichen und Co, wenn Garn mit weniger guter Qualität benutzt wird. Da ich zufälligerweise Overlockgarn von Lidl und Tedi da habe – meine W6 Overlock nimmt das nämlich ganz gerne – wollte ich das auch gleich mal ausprobieren.

Markengarn vs. Billigfaden auf Sweat. Madeira Aerolock in Weiß, Lidl Overlockgarn in Rot und Tedi in Türkis.
Auch die Greiferseite kann sich auf Sweat durchaus sehen lassen. 

Mit dem mitgelieferten Madeira Aerolock läuft meine Gritzner wie am Schnürchen, sowohl auf Baumwoll- und Viskosejersey als auch auf Sweat. Mangels mehr als 2 Garnkonen pro Farbe hab ich die anderen Garne nur mit zwei Nadeln getestet und das Madeira-Garn im Greifer gelassen. Auf dem Baumwolljersey mag die Gritzner das Billiggarn nicht ganz so gerne. Die Schlaufen auf der Unterseite sind zu locker und ein wenig ungleichmäßig, auf Sweat sehen die Nähte aber aus wie geleckt. Einen einzelnen Fehlstich hab ich mit dem Garn vom Tedi leider auch produziert aber ich habe sehr viel schlimmeres als ein etwas lasches Stichbild erwartet.

Covernähte mit unterschiedlichem Garn auf Baumwolljersey. Oben Madeira Aerolock in Weiß, Tedi Overlockgarn in Türkis und Lidl Overlockgarn in Rot. Der Pfeil markiert einen Fehlstich.
Oben hui, unten … naja nennen wir es mal verbesserungsfähig. Auch mit ein bisschen herumspielen an der Fadenspannung des zweiten Fadens zeigt sich beim Tedigarn keine Verbesserung.

Günstiges Garn ist also nicht immer schlecht, um Ärger zu vermeiden lohnt es sich aber ein Paar Probenähte zu machen. Übrigens muss man nicht von jeder Farbe gleich vier Konen kaufen, die Nadeln brauchen lange nicht so viel Garn wie der Greifer und theoretisch kann man sich dafür auch Garn auf Unterfadenspulen umspulen, so lang ist eine Covernaht ja in der Regel nicht.

Das erste Nähstück

Als erstes richtiges Nähprojekt für meine neue Cover hab ich mal wieder eine Boxershorts für meinen Freund ausgesucht, die werden immer gebraucht. Der Schnitt ist mein eigener und ist in Größe M auch kostenlos verfügbar. Die Buxe macht sich übrigens super als Inhalt für den Adventskalender oder zum Nikolaus.

Der erste Arbeitseinsatz für meine neue Cover waren die Beinabschlüsse von der Piratenbuxe.
Entgegen aller Befürchtungen liefert die Gritzner Coverlock 4850 tadellose Covernähte.

Mir sind meiner Meinung nach sogar super Covernähte gelungen. Die Stichlänge ist schön gleichmäßig und bei den Overlocknähten hab ich darauf geachtet die NZ nicht direkt aufeinander zu legen, sondern einen kleinen Einschnitt auf Saumhöhe gemacht und die NZ in verschiedene Richtungen geklappt. Dabei ist mir ein kleines Missgeschick passiert. Ich hab nämlich den Nähfuß angehoben und nicht darauf geachtet, dass die Nadeln im Stoff stecken und deswegen einen einzigen Fehlstich an der Innenbeinnaht. Naja egal – geht nicht weiter auf und an der Stelle sieht das eh keiner.

Ein kleines Missgeschick ist mir leider trotzdem passiert. Ist ja aber noch kein Meister vom Himmel gefallen, oder?
Fazit

Der erste Eindruck der Gritzner Coverstyle 4850 war durchweg gut und ich bin ganz ehrlich gesagt sehr angetan von der Leistung der Maschine, ich hatte nicht damit gerechnet, dass sie sich so gut macht. Die befürchteten Probleme mit Fehlstichen mitten im Nähstück und Fadenabrissen sind bei mir nicht aufgetreten. Natürlich kann man bei der günstigsten Cover auf dem Markt nicht davon ausgehen, dass sie jeden Anwendungsfall ideal meistert. Die ausgelassenen Stiche am Nahtanfang und eine veränderte Stichlänge beim Nähen über schmale, dicke Stellen, wie doppelte Overlocknähte, sind Dinge mit denen man sich bei dem Preis abfinden muss und die auch bei doppelt so teuren Maschinen nicht ausbleiben. Meiner Meinung nach kann man damit aber ganz gut leben indem man z.B. die ersten Stiche auf einem Stoffrest covert und doppelte Overlocknähte so legt, dass weniger Dicke vorhanden ist.

Die Gritzner ist auch nicht flüsterleise wie die Juki MCS-1500 oder die Elna Easycover. Mit etwa 74 dB bei Fullspeed kann man die Lautstärke eher mit einem Staubsauger oder einer Waschmaschine beim schleudern vergleichen. Sie braucht übrigens zum losnähen immer ein bisschen Bedenkzeit und brummt kurz vor sich hin, da muss man ein wenig aufpassen, dass man das Pedal nicht zu sehr durchdrückt, sonst rast sie los, sobald sie sich dazu entschieden hat.

Alles in Allem biete die Gritzner ein gutes Preis-Leistungsverhältnis und ich kann sie nur weiter empfehlen.

Ringel-Rolli aus “Skandinavische Mode selbstgenäht”

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Eigentlich nähe ich gerade an einem langwierigen Projekt – aber nun hat sich ganz frech einfach ein Ringelrolli dazwischen gemogelt! Denn während ich mit meinem großen Projekt beschäftigt war, verspürte ich das Bedürfnis nach einem “Quick and Dirty” Projekt, das sich einfach dazwischen quetschen ließ und vor allem ein schnelles Erfolgserlebnis bot – Projekt “Rolli nähen”!

Rolli nähen aus dem Näh-Buch "Skandinavische Mode selbst genäht"
Ringel, Ringel, Rolli: Ich finde, die bunten Streifen harmonieren ganz hervorragend mit dem bunten Herbstlaub im Hintergrund!

Zuwachs im Nähmaschinen-Fuhrpark: Hallo, W6!

Ein Zielvorhaben war schnell gefunden: Ich wollte etwas aus Jersey nähen. Und: Es sollte etwas sein, dass sich blitzschnell mit meiner neuen Overlock von W6 nähen ließ. Denn mein Nähmaschinen-Fuhrpark hat Zuwachs bekommen! Bereits vor über einem Jahr klagte ich über die Maschine von Singer, die ichmein Eigen nannte, weil ich nicht gut damit klar kam und meine Schwester mir erst einmal zeigen musste, wie ich sie richtig einstelle. Auch danach war die Singer Overlock immer eine kleine Diva, und so war ich sehr froh, als W6 mir für meinen Blog die Overlock zur Verfügung stellte.*

Nähzimmer mit Overlock und Nähmaschine
Sneak Peak auf meinen Arbeitsplatz: Neben der Uralt-Singer meiner Mama darf mich jetzt die W6 begleiten!

Ich war aufgeregt wie Hulle, als das ersehnte Paket endlich ankam und ich die W6 auspacken konnte! Die Maschine war (dank der Hilfe meines Mannes, der wesentlich geduldiger ist als ich) schnell eingefädelt und zeigte sofort ein gleichmäßiges Stichbild. Ich war im siebten Nähhimmel!

W6 Overlock Rolli nähen
Happy sewing an der neuen Nähmaschine

Rolli für den Herbst nähen

Ich entschied mich dann, für den Herbst einen Rolli zu nähen – aus dem Buch “Skandinavische Mode selbstgenäht”, das ich hier auf dem Blog auch bereits vorgestellt habe. Durch eine Instagram-Buchtour von Eleonore Creative und mein gewisses Etwas war es wieder in meinen Fokus gerückt.

Der Stoff für den Rolli ist ein richtiges Urlaubssouvenir: Ich habe ihn im Sommer in einem Secondhandladen in Den Helder für wenig Geld erstanden und danach in meiner Fahrradtasche durch halb Holland gefahren. Nicht nur, weil ich mein schweres Gepäck unterwegs sicher 100x verflucht habe, freute ich mich wie eine Wahnsinnige darauf, ihn zu vernähen!

Jerseystoff aus Holland
Tatsächlich bin ich in den Niederlanden nicht auf einem Stoffmarkt fündig geworden, sondern in einem kleinen Thrift Store in Den Helder.

Rolli nähen: Der Kragen

Der Rolli war ein schnelles und befriedigendes Projekt, aber ich wäre nicht ich, wenn ich es nicht auch bei so einer einfachen Aufgabe geschafft hätte, ein Fehlerchen einzubauen. Ich habe die Länge des Rollikragens in der Anleitung falsch gelesen und ging davon aus, dass ich ihn im Bruch zuschneiden sollte. Tja, falsch gedacht!

Selbstverständlich habe ich meinen Irrtum auch erst bemerkt, als der Kragen bereits dran war – denn, wie es sich für ein „Quick and Dirty“- Projekt gehört, war ich nur mit der halben Aufmerksamkeit dabei. Vermutlich war Sherlock Holmes, den ich nebenbei gehört habe, einfach zu spannend.

Zum Glück war der Fehler, der ausgesprochen ulkig aussah, dann nicht allzu schwierig zu beheben, der Rolli trotzdem ratzfatz fertig – und ich happy!

Rolli nähen aus dem Näh-Buch "Skandinavische Mode selbst genäht"
Genau meine Kragenweite: Mit fertigem Ringel-Rolli.
Rolli nähen aus dem Näh-Buch "Skandinavische Mode selbst genäht"
Wer genau hinsieht, der merkt, dass die Streifen nicht überall zu 100% aufeinander treffen. Zum Quick and Dirty-Projekt “Rolli nähen” gehörte sorgfältiges Streifenstecken eben nicht dazu. Nieder mit der Perfektion!

Rolli nähen – Fazit

Rolli nähen aus dem Näh-Buch "Skandinavische Mode selbst genäht"
Neues Outfit: Ich trage meinen neu gekauften Rolli gerne mit meiner neu gekauften High Waist Jeans.

Das Projekt war wirklich schnell, einfach und genau das, was ich gebraucht habe, während ich eigentlich langwierig Futter absteppen sollte. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht und ich finde den Ringelrolli super – wie gefällt er euch? Ich bin gespannt auf eure Kommentare!

Schnitt: Rollkragenpullover in Größe 36 aus “Skandinavische Mode selbst genäht”

Stoff: Vintage Ringel-Jersey aus Holland

 

Verlinkt bei: AfterWorkSewing, DufürDichamDonnerstag, Sewlala, WoF

 

* Die W6 N 454D wurde mir für den Blog kostenfrei von W6 zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

Alles Active Nähbuchrezension

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Nachdem ich euch bereits die Nähbücher “Sew Me” von Silcke Türck und “Skandinavische Mode selbst genäht” von Annabel Benilan vorgestellt habe, wird es heute sportlich: Das neue Nähbuch, dass ich für euch rezensiere, ist “Alles Active – Funktionskleidung selber nähen” von Svenja Morbach*. Lest hier, was mir besonders gut gefallen hat und warum ich beinahe an der Versäuberung mit Falzgummi gescheitert wäre!

Sport und ich – das war nicht immer eine innige Lovestory. Zunächst haben wir gefremdelt (Schulsport! Völkerball!), schließlich fing ich an zu Laufen, um meinen Kopf frei zu bekommen, später besuchte ich mit meiner Freundin Wiebke meinen ersten Yogakurs (aus dem selben Grund), diesen Sommer haben mein Mann und ich sogar eine Fahrradreise unternommen (und immer Gegenwind gehabt). Dennoch gleicht das Verhältnis ehrlich gesagt eher einer Zweckbeziehung: Ich muss zudem meinen inneren Schweinehund immer ganz schön überwinden! Ob ein paar selbstgenähte Teile da wohl motivieren?

Alles Active Buchcover Nähbuch
Die Farben in “Alles Active” sind sehr rosa- und pastell-lastig – und so voll mein Ding!

Das Buch “Alles Active – Funktionskleidung selber nähen” stammt von Svenja Morbach, die auch das Label Lotte & Ludwig betreibt. Ihre Schnitte mag ich furchtbar gern – sie haben so viele raffinierte Details und man lernt durch die ausführlichen Anleitungen ganz viel Neues. Von Lotte & Ludwig habe ich bereits Irenes Kleid und die Augenweide genäht; auf meiner To Sew List steht außerdem seit langem der Wind & Wetter Parka. Das alles hat mich neugierig auf das Nähbuch gemacht.

Alles Active Nähbuch Klappentext
Auf der Rückseite des Buchumschlages werden nur einige der Projekte aus “Alles Active” angeteasert.

Alles Active – Das Buch

Svenja richtet sich mit ihrem Nähbuch an Hobbyschneiderinnen, die bereits etwas Erfahrung sammeln konnten und nun Lust auf neue Materialien haben. Dafür hat sie 16 Schnitte für Frauen entwickelt, die sie in Alles Active in verständlichen Step-by-Step Anleitungen zeigt.

Die Schnittmuster müssen nicht extra ausgedruckt und geklebt werden, sondern befinden sich auf 6 Schnittmusterbögen hinten im Buch. So müssen sie nur noch kopiert werden (zudem muss die Nahtzugabe zugegeben werden, etwas, dass ich persönlich sehr nervig finde). Schön hingegen ist, dass die verschiedenen Schnittmusterteile auf der Lasche für die Papierbögen noch einmal alle aufgezählt und dem richtigen Bogen zugeordnet werden. Sehr praktisch!

In einem Grundlagenteil werden die verschiedenen Outdoor- und Sportstoffe mit ihren Spezifikationen, die Grundauststattung zum Nähen und einige wichtige Nähtechniken vorgestellt. Diesen Teil finde ich teilweise, auch wenn es sich nicht explizit um ein Buch für Nähanfänger handelt, zu oberflächlich und zu kurz. Aber dazu komme ich später noch.

Alles Active – Die Projekte

Alles Active Nähbuch Regenjacke nähen

Die 16 Projekte sind nach verschiedenen Kategorien geordnet: Summervibes, Run the world, Wind- und wetterfest, Time for Yoga.

Alles Active Nähbuch Laufkleidung nähen

Alles Active Yogasachen nähen Nähbuch

Folgende Projekte gibt es in Alles Active:

  • Bikini
  • Sport-BH
  • Shorts
  • Top
  • Sportarmband
  • Raglanpulli
  • Leggins
  • Shirt
  • Bauchtasche
  • Windbreaker
  • Weste
  • Rucksack
  • Regenjacke
  • Yogahose
  • Collegejacke
  • Yogatasche

Ich habe mich dafür entschieden, das Sport-Top und das Sport-Shirt zu nähen.

Alles Active – Top

Alles Active Nähbuch Sporttop nähen
Ein Traum in Rosa: Das Sporttop sollte mein erstes Projekt aus “Alles Active” werden.

Für meinen Urlaub wollte ich das Sporttop** nachnähen – für eine Fahrradreise ist ein locker sitzendes Top eine sehr gute Wahl, schließlich passt es perfekt zu den sexy gepolsterten Radlerhosen.

Alles Active Top: Die Materialien

Meine Version sollte eher bold sein: Für den Jerseypart wählte ich einen türkisen Stoff, den ich für ein richtiges 80er Jahre Aerobic-Feeling gern mit pink kombinieren wollte. Doch dann zeigte sich, dass es gar nicht so einfach war, verschiedenste Materialien für Funktionskleidung zu bekommen, ich wollte schließlich nicht bei zig Shops bestellen und ebenso oft Versandkosten zahlen (leider hatte ich aber auch keine Zeit, in Hamburg die Stoffgeschäfte abzulaufen).

Nach gefühlt endloser Internetstöberei bestellte ich schließlich bei Snaply: Mesh von by Annie’s und das farblich passende Falzgummi dazu. Doch so schön die Farbe auch war, der Mesh war absolut nicht das Richtige für das Projekt: Viel zu fest und viel zu plastikartig vom Tragegefühl. Natürlich merkte ich das aber erst, als das meiste bereits zusammengenäht war!

Das nächste Dilemma ließ ebenfalls nicht lange auf sich warten – und folgte sogleich beim Falzgummi annähen.

Alles Active Top: Das Falzgummidebakel

Tatsächlich war das eine Premiere für mich: Ich hatte noch nie mit Falzgummi gearbeitet. Aber bis zu dem Moment, an dem ich mit dem frickeligen Zeug an der Nähmaschine saß, hatte ich mir nie träumen lassen, dass mein Nähprojekt daran wirklich scheitern könnte.

Tja, damit lag ich leider falsch. Es stellte sich nämlich heraus, dass der Part alles andere als einfach war. In der Anleitung im Buch wird nur auf den Grundlagenteil verwiesen, der allerdings auch nicht unbedingt ausführlich ist.

Alles Active Grundlagenteil
Im Grundlagenteil von “Alles Active” hätte ich mir an dieser Stelle mehr Informationen gewünscht.

Auch, wenn “Alles Active” kein Buch für Nähanfänger ist, hätte ich mir hier und auch bei der Schnittanleitung mehr Informationen gewünscht. Schließlich stellte sich beim Googeln heraus, dass es sich hierbei um eine Nähtechnik handelt, für die zB extra Nähfüße entwickelt werden. Von den eBooks bin ich von Lotte & Ludwig auch ganz anderes gewöhnt, daher finde ich es einfach schade.

Ich nähte also zunächst fröhlich drauflos – und scheiterte grandios. Ich faltete das Gummi direkt um die Schnittkante, gab mir dabei Mühe, höchstens minimal zu dehnen, nähte alles auf einmal fest, schaffte es aber nicht, alles auf einmal auch tatsächlich einzufassen. Es war ein Horror, der damit mündete, dass meine fast zwei Meter Falzgummi nicht ganz ausreichten und schlussendlich dennoch alles abstand.

Alles Active Sporttop nähen
Es hätte so schön sein können – war es aber nicht: An meinem ersten Projekt aus “Alles Active” scheiterte ich grandios. Hier kann man schon erkennen, wie unregelmäßig die Versäuberung mit Falzgummi geworden ist.

Ausgesprochen frustriert schmiss ich das Top in die Ecke und fuhr ohne in den Urlaub.

Projekt 2 oder eine Zweite Chance: Das Sportshirt aus Alles Active

Alles Active Nähbuch Sportshirt nähen
Mein zweiter Anlauf mit “Alles Active”: Als nächstes wagte ich mich an das Sportshirt.

Doch die Schmach über das Scheitern brodelte in mir, also beschloss ich, das nicht auf mir sitzen zu lassen. Ich wollte dem Falzgummi die Stirn bieten! Also wagte ich einen zweiten Versuch und wollte statt des Tops dem Shirt aus “Alles Active” eine Chance geben.

Alles Active Nähbuch Step by Step
Auch beim Sportshirt wird alles Step-by-Step erklärt.

Die Anleitung sah hier zwar ein richtiges Bündchen vor, doch jetzt wollte ich es wissen und auch diese Version mit der unbezwingbaren Versäuberungsmethode versuchen.

Den Mesh in schwarz schnippelte ich dieses Mal aus alter Sportkleidung meines Mannes, dazu kombinierte ich einen Rest rosafarbenem Jersey. Dieser reichte leider nicht für eine langärmlige Version, aber das machte ja nichts. Alles gefiel mir wunderbar, bis ich auf den Endgegner traf: Das Falzgummi!

Das Falzgummi-Scheitern 2.0

Obwohl ich zuvor verschiedene Tutorials angesehen hatte, dauerte es nur ein paar Takte an der Nähmaschine, ehe ich begriff, dass das wieder nichts werden würde. Meine Uralt-Singer fand es gar nicht gut, das dünne Schrägband zu vernähen und wollte nicht richtig transportieren, weshalb ich den Stoff sehr stark führen musste.

Auch beim Dehnen des Falzgummis hatte ich so Probleme – jedes Mal, wenn ich dehnen wollte, flutschte der Mesh raus. Letztendlich war also auch mein zweiter Versuch gescheitert und der gesamte Ausschnitt wellte sich ausgesprochen unansehnlich. Das Ende vom Lied: Falzgummi: 2, Ute: 0.

Ich trennte also alles wieder auf, was mir außergewöhnliche Geduld und Willensstärke abverlangte. Dieses Spiel wiederholte sich übrigens mehr als ein Mal, da mit zunehmender Übung zwar die Ergebnisse langsam etwas ansehnlicher wurden, aber dennoch weit davon entfernt waren, meinen Ansprüchen zu genügen.

Mastering the Art of the Falzgummi

Besser wurde es erst, als ich nach dem x-ten entnervtem Versuch “Falzgummi wellt sich” googelte und auf ein Nähforum stieß, in dem der Tip gegeben wurde, das Falzgummi so zu kürzen, dass es die Ausschnittlänge minus 20% hat und noch zu einem Ring zu schließen – wie bei einem Bündchen quasi.

Auch diese Methode brauchte zwei Anläufe, ehe sie gelang. Nicht zu 100% perfekt, aber viel, viel besser. Ich war unendlich happy und der Rest des Shirts war ein Klacks! Ich bin begeistert und bereit, damit eine Runde laufen zu gehen.

Sportshirt nähen Alles Active
Fix und fertig (auch mit den Nerven): So sieht das Shirt aus “Alles Active” am Ende aus.

Alles Active – Fazit

Alles Active Sportshirt nähen
Nicht perfekt, aber ich bin trotzdem stolz wie Bolle auf mein neues Shirt mit der geglückten Versäuberung!

Das Nähbuch “Alles Active” steckt voller spannender Projekte für fortgeschrittene Näher. Einen Minuspunkt gibt es allerdings: Gerade die  ungewohnten Materialien verdienen meiner Meinung nach zum Teil etwas längere Einführungen. Nachdem ich das Dilemma mit dem Falzgummi gelöst habe, habe ich aber dennoch Lust bekommen, weitere Teile aus dem Nähbuch zu nähen. Ich freue mich über den Zuwachs im Regal und bin sicher, “Alles Active” noch oft in die Hand zu nehmen.

 

Verlinkt bei: Sewlala, DufürDichamDonnerstag

**Das Schnittmuster für das Sporttop aus Alles Active gibt es übrigens auch als Freebook bei Snaply.

*Das Buch habe ich zur Besprechung kostenlos vom EMF-Verlag zugeschickt bekommen. Vielen Dank dafür!

Wickelrock aus Viskose nähen

Wickelrock fürs Büro nähen

Still ist es hier geworden in den letzten Monaten. Das lag hauptsächlich an meinem Job, der mich auf Trab gehalten hat. Der ist es allerdings auch, der mich nach wochenlanger Abstinenz wieder an die Nähmaschine getrieben hat. Denn bei den aktuellen sommerlichen Temperaturen habe ich mir ein langes, luftiges Kleidungsstück gewünscht, dass ich im Office tragen kann – in kurzen Shorts fühle ich mich am Schreibtisch nicht ganz so wohl. Deshalb wollte ich mir einen herrlich schwingenden Wickelrock nähen!

Wickelrock nähen
Topview: Ein #fromwhereistand mit nagelneu genähtem Wickelrock.

Wickelrock nähen: Das Schnittmuster

Ich bin ja bekennender Zeitschriften-Liebhaber. Zwar gehört die Burdastyle nicht unbedingt zu meinen Favoriten, aber dafür liebe ich andere, unbekanntere Nähzeitschriften umso mehr. Deshalb habe ich mich auch sehr gefreut, über Kleinanzeigen zwei alte Ausgaben der CUT ergattern zu können.

Cut Magazin nähen
Lesefutter für Näh-Nerds: Es macht so viel Spaß, in den alten Cut-Zeitschriften zu schmökern!

In einer der beiden war der Wickelrock – und ich habe mich direkt verliebt und umgehend Stoff bestellt. Dabei habe ich aber auch schon entschieden, das Schnittmuster abzuändern und den Wickelrock ohne den Unterrock zu nähen. Dennoch benötigte ich ganze 3 Meter Stoff.

Cut Wickelrock nähen
Bereits beim allerersten Blättern wusste ich: Diesen wunderbaren Wickelrock will ich nähen!

Wickelrock nähen – ein Traum mit Saum

Ganz so einfach hat sich das Nähen des Wickelrocks allerdings nicht gestaltet. Mir sind auch einige Fehler passiert, die dem scharfsinnigen Beobachter direkt auffallen mögen.

Bei den meisten schiebe ich dem Stoff die Schuld in die Schuhe: Die Viskose, für die ich mich entschieden habe, hat zwar einen sehr schönen Blauton, ist allerdings auch unheimlich flutschig. So ist mir der Stoff einige Male unter der Nähmaschine verrutscht und es haben sich Falten gebildet.

Zudem knittert die Viskose bereits, wenn man sie nur einmal schief anschaut. Deshalb bestand die Hauptaufgabe beim Nähen des Wickelrocks nur mit Bügeln: Vor dem Zuschneiden, nach dem Zuschneiden, zwischendurch, beim Saum umschlagen, nach dem Saum umschlagen, nach dem Saum nähen. Und Säume gab es mehr als genug bei diesem Projekt!

Denn in der CUT wird zwar vorgeschlagen, den Saum einfach unversäubert zu lassen, aber das konnte ich mit der Viskose nicht machen. Also habe ich gut und gerne 3 Meter Stoffkante mit Rundung brav doppelt eingeschlagen und dann gesäumt. Diese Arbeit hat mich so viele Nerven gekostet, dass ich sie auf mehrere Abende verteilt habe. (Da der Stoff in der Zwischenzeit allerdings wieder knittrig wurde, musste ich dann wieder bügeln – argh!)

Maxirock Wickelrock nähen
Nur etwas schief gewickelt: Mit dem Wickelrock hatte ich zwar kein maximales Nähvergnügen, dafür finde ich das Endergebnis umso schöner.

Unfreiwillig freizügig mit Wickelrock

Heute morgen jedoch, als ich wegen der Hitze nicht mehr schlafen konnte, war es soweit: Die letzte Naht war genäht, das Knopfloch aufgeschnitten und der Knopf angebracht. Nachdem die drängende Frage, was ich denn dazu anziehen sollte, geklärt war (eine rotweiß-geringelte Variante meines liebsten Freebooks), musste ich den Wickelrock direkt ausführen.

Die Viskose flattert dabei herrlich, der Rock schwingt bei jedem Schritt, das ist sehr schön anzusehen. Ebenfalls schön anzusehen, allerdings eher für andere Passanten als für mich, war mein rechtes Bein, dass bei mehreren Windböen durch den Schlitz bis zum Oberschenkel freigelegt wurde. Das war etwas nervig – wird allerdings mit einer strategisch geschickt platzierten Sicherheitsnadel schnell behoben sein.

Wickelrock nähen: Fazit

Da ich bereits einige Kleidungsstücke aus Viskose genäht habe (das Kleid Romina, die Bluse Bruna oder das Kleid Augenweide) war ich überrascht, dass es mir dieses Mal so viele Probleme bereitet hat. Ich kann nicht sagen, ob es an der Qualität des Stoffes oder am falschen Mindset lag: Ich habe den Rock jeweils abends an jeweils sehr stressigen Tagen zur Ablenkung genäht. Vielleicht war das einfach nicht das richtige Projekt, um beim Nähen abzuschalten, vielleicht hätte ich etwas wählen sollen, bei dem man sich nicht ganz so viel Konzentrieren muss.

Und auch, wenn ich jetzt nicht unbedingt maximalen Nähspaß hatte, bin ich zufrieden mit dem Endergebnis. Ich sehe meine Fehler, aber ich ärgere mich nicht darüber. Mir gefällt der selbstgenähte Wickelrock und ich freue mich schon, ihn morgen zur Arbeit anzuziehen und zu schauen, wie praktikabel so ein langes, flattriges Kleidungsstück im Alltag sein wird.

Wickelrock nähen aus Viskose
Beim Spazieren mit Hund macht der selbstgenähte Wickelrock schonmal eine ganz gute Figur.

Wie gefällt euch mein Wickelrock? Ich freue mich über Kommentare!

 

Schnitt: Wickelrock “Blowing in the wind” in der CUT Nr. 9, 02/2013

Stoff: 3 m Viskose von Stoff & Stil

Verlinkt bei: WoF, Sewlala

Kleid Romina aus der LMV nähen

Romantisch durch den Sommer: Kleid Romina

Kann Frau zu viele Kleider haben? Die Antwort ist ganz klar nein. Gerade bei den aktuellen sommerlichen Temperaturen in Hamburg trage ich häufig meine sebstgenähten Sommerkleider – es ist ja schließlich MeMadeMay! Daher war es nicht verwunderlich, dass ein neues genähtes Kleid in meinen Kleiderschrank wandern durfte – das Kleid Romina aus der La Maison Victor.

Kleid Romina nähen
Bei den aktuellen Temperaturen habe ich auch in weich fallender, luftiger Viskose gut Lachen.

Kleid Romina aus der La Maison Victor nähen

Das Kleid ziert das Cover der La Maison Victor-Ausgabe und fiel mir daher bereits ins Auge, als die Zeitschrit herauskam. Das Kleid Romina war der Grund, mir diese Nähzeitschrift überhaupt zu kaufen! Mir gefallen die Details: Der geraffte Rock, der tiefe Ausschnitt und die Puffärmel mit Falte.

Kleid Romina Punkte
Details von Kleid Romina: Puffärmel mit Falte.

Dennoch landeten zunächst andere Modelle aus dem Magazin auf meiner To sew Liste – die Bluse Bruna (die ich übrigens sehr gern zur Arbeit trage) zum Beispiel. Denn für das Kleid Romina fehlte mir der richtige Stoff! Inzwischen nenne ich ja eine beachtliche Stoffsammlung mein Eigen, aber eine schön fallende Viskose war nicht dabei. Im Internet bin ich nicht fündig geworden, dafür aber bei mahler.stoffe in Hamm.*

Punkte-Viskose für Kleid Romina

Wenn ich so meinen Kleiderschrank (eine Kleiderstange aus Metallrohren, die mein Mann gebaut hat) ansehe, dann fallen mir zwei Dinge auf: Die Farbe blau ist überproportional häufig vertreten. Ebenso gepunktete Klamotten – und es gibt sogar zwei blaue, gepunktete Kleider. Kein Wunder also, dass ein blauer Viskosestoff mit Punkten mit nach Hause durfte, der sich wunderbar weich anfühlt, so dass ich ihn auf dem Rückweg in der U-Bahn am liebsten die ganze Zeit gestreichelt hätte.

Viskose von Mahler Stoffe für Kleid Romina
Dieser Punkt geht an den Stoff: Die Viskose ist wunderschön, superweich und lässt sich gut vernähen.

Doch während die Viskose bereits gewaschen und säuberlich gebügelt darauf wartete, zum Kleid Romina vernäht zu werden, kamen andere Dinge dazwischen. Die DSGVO zum Beispiel – nicht, dass ich durch meinen Job nicht häufig genug darauf hingewiesen wurde, dennoch hatte ich bis zuletzt nicht auf dem Schirm, dass auch ich mit meinem kleinen Blog Änderungen vornehmen musste. Als das endlich erledigt war, freute ich mich bereits riesig auf das Zuschneiden und Nähen. Bis zur ersten Anprobe!

Die Viskose ließ sich ganz gut vernähen, nach meinem ersten Fail bei meinem Blümchenkleid vor über einem Jahr klappte das nächste Mal mit dem Kleid Augenweide schon ziemlich gut. Ein Pluspunkt beim Kleid Romina: Hier gibt es keine (nahtverdeckten) Reißverschlüsse, das Kleid wird mit einem Gummi gerafft. Doch dieses Gummiband war während meiner ersten Anprobe noch nicht drin.

Kleid Romina Rückseite
Rückansicht von Kleid Romina. Die Passe wird mit der Burrito-Technik genäht.

Weit, weit, weit sind alle meine Kleider – Passform Kleid Romina

Entsprechend groß war der Schockmoment: Da hatte ich mir so unheimlich viel Mühe gegeben, den Ausschnitt mit Schrägband zu versäubern und die Raffungen vernünftig zu verteilen, und dann saß mein Kleid aus wunderschönstem, weichen Stoff wie ein Sack. Zum Glück gab sich das, nachdem das Gummi eingenäht war!

Kleid Romina

Das Kleid Romina sitzt immernoch sehr locker am Oberkörper, aber bei den aktuellen Temperaturen finde ich das angenehm luftig und mich darin ungemein elegant.

Kleid Romina
Weit und wunderbar luftig: Das Kleid Romina.

Dennoch hätte ich das gern vorher gewusst. In der Zeitschrift kann man die Passform nicht so richtig erkennen, das ist etwas schade. Vielleicht hätte ich mich dann direkt für Größe 34 statt 36 entschieden. Auf der anderen Seite hat so ein weites Kleid auch seine Vorteile – es verdeckt zum Beispiel ganz hervorragend einen Bauch voller Eiscreme! Wie gefällt euch mein Kleid?

Kleid Romina nähen
Hier nochmal das Vorderteil mit Raffungen und tiefem Ausschnitt in Detail.

 

Schnitt: Kleid Romina aus der La Maison Victor 2/2018

Stoff: Blaue Viskose mit Punkten (14-0073) von mahler.stoffe in Hamburg Hamm. * Der Stoff wurde mir kostenlos zur Verfügung gestellt – vielen Dank dafür!

Verlinkt bei: After Work Sewing

Du für Dich am Donnerstag

Sewlala

Me Made May-Zwischenfazit & Irenes Kleid

Me Made May 2018 – ich mach mit!

Chalenge accepted: Ich mache beim Me Made May 2018 mit und habe mir vorgenommen, jeden Tag mindestens ein selbstgenähtes Teil zu tragen. Nach etwas mehr als der Hälfte möchte ich ein Zwischenfazit ziehen: Wie klappt es, habe ich genug selbstgenähte Kleidung, um nicht jeden Tag das gleiche anziehen zu müssen? Dazu zeige ich euch die Bilder, die ich von meinen Outfits gemacht habe und präsentiere euch mein neuestes Kleid!

Ganz neu im Me Made May: Irenes Kleid von Lotte & Ludwig.

Me Made May: Die Outfitfrage

Normalerweise entscheide ich jeden Morgen relativ spontan, was ich anziehe. Je nach Laune, den täglichen To Dos und Wetterlage greife ich an meinen Schrank und fertig ist das Outfit of the Day. Beim Me Made May ist etwas mehr Vorbereitung gefragt. Denn ich habe zwar festgestellt, dass ich inzwischen relativ viele selbstgenähte Kleidungsstücke besitze, aber dennoch die gekauften Sachen dominieren.

Also habe ich mir während der letzten 16 Tage bereits am Abend vorher darüber Gedanken gemacht, was ich am nächsten Tag anziehen möchte. Neben Wetterbericht und der dringenden Frage, ob die gewünschten Teile auch gewaschen sind, habe ich auch viel mehr gebügelt als in meinem sonstigen Alltag. Leider hasse ich bügeln.

Me Made May: Pro und Kontra

Pro. Insgesamt habe ich mir viel mehr Gedanken um meine Kleidung gemacht, was ich als positiv empfinde – weniger Stress am Morgen und mehr Zeit für die angenehmen Dinge des frühen Tages, Kaffee trinken und spazieren gehen. Ich habe einige Kleidungsstücke, die ich im letzten Sommer genäht habe, wieder hervorgekramt, musste bereits einiges flicken und konnte sehen, wie sehr meine Nähkünste sich seitdem entwickelt haben!

Neutral. Ich habe aber auch festgestellt, dass mein Geschmack sich seitdem weiterentwickelt und vor allem meine Ansprüche an die Passform gestiegen sind. In manchen Dingen, auf die ich noch vor einem Jahr wahnsinnig stolz war, fühle ich mich heute einfach nicht mehr wohl. Das ist schade – aber eben ein Schritt im Lernprozess des Nähens.

Kontra. Dazu kamen in Hamburg richtig sommerliche Temperaturen auf. Gerne hätte ich zwei Shirts, die ich auf dem Flohmarkt erstanden habe, angezogen, aber dazu hätte ich ein selbstgenähtes Unterteil kombinieren müssen – und ich hatte kaum Zeit, die Nähmaschine auch nur anzugucken. An diesen Tagen haben mich die selbstauflerlegten Verbote richtig geärgert. Einen besonders heißen Tag habe ich auch als Cheat Day genutzt und zu einem selbstgekauften flattrigen Sommerkleid einfach selbstgenähte Söckchen kombiniert. Ha!

Fazit. Bisher macht mir die Challenge aber auch viel Spaß. Die Herausforderung, meine Me Made Garderobe jeden Tag mit einem schönen Foto zu dokumentieren, funktioniert mal mehr, mal weniger gut, aber ich freue mich über die vielen Komplimente und über die vielen herrlichen Stoffe, Muster, Farben und Schnitte.

Meine Me Made May-Garderobe

 

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Tag 1: Streifenshirt mit Ausschnittbeleg, nach meinem Lieblings Freebook T-Shirt-Schnitt

Tag 2: Bluse Bruna aus der La Maison Victor

Tag 3: Bluse Mimi von Tilly and the Buttons

Tag 4: Streifenshorts nach dem Spring Shorts-Freebook vom Peppermint Magazine. Von mir auch liebevoll Pyjamapiraten-Shorts genannt

Tag 5: Lehrerinnenkleid Stephanie aus dem Buch “1 Schnitt, 10 Kleider”

Tag 6: Bantam Top von Merchant & Mills

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Tag 7: Kleid “Joy” aus der La Maison Victor

Tag 8: Kleid “Barbara” aus der La Maison Victor

Tag 9: Selbstgenähte Sneakersocken “Ringelprinz”

Tag 10: Oversize-Ringelshirt aus “Sew Me”

Tag 11: Vintage-Style Rock, Freebook aus dem Peppermint Magazine

Tag 12: Irenes Kleid von Lotte & Ludwig

Tag 13: T-Shirt Freebook aus dem Peppermint Magazine

Tag 16: nochmal Irenes Kleid

 

Mein Neuzugang im Me Made May: Irenes Kleid

Bereits seit letztem Sommer habe ich sowohl Schnittmuster als auch den passenden Stoff für Irenes Kleid von Lotte & Ludwig liegen – aber ich bin jetzt erst dazu gekommen, es zu nähen. Der Job ist Schuld! Ich wünschte, ich wäre abends nicht so müde. Aber wenn ich mich fix und fertig an die Nähmaschine setze, sind Flüchtigkeitsfehler und Frustration vorprogrammiert. Keine gute Kombi. Eine sehr gute Kombi hingegen sind dunkelblauer Batist und Irenes Kleid!

irenes Kleid
Romantischer Sommerbegleiter: Irenes Kleid von Lotte & Ludwig.

Im Nachhinein muss ich sagen, ich bin ganz froh, mich jetzt erst an das Projekt gewagt zu haben. Der Schnitt ist durch die vielen Details gar nicht so einfach (und vor allem nicht mal eben so genäht). Vor einem Jahr hatte ich noch nicht die Skills, die ich jetzt habe, und vermutlich wäre Irenes Kleid wütend in eine Ecke geworfen worden (nicht, dass das jetzt nicht passiert wäre).

Herausforderung: Details, Details, Details

Viele Kniffe und Nähtechniken von Irenes Kleid waren neu für mich. Die Wiener Nähte hätten schöner werden können, leider sind einige Wellen beim Nähen entstanden. Auch die Knopflöcher habe ich noch nie mit Schlaufen genäht oder Raffungen mit Schrägband eingefasst. Richtig gut gefallen hat mir dabei meine Neuanschaffung – der Schrägbandformer! Beim ersten Mal Ausprobieren war ich schon total begeistert, wie gut das funktioniert.

Eins der Details: Tropfenärmel mit Raffung, eingefasst mit Schrägband.

Was aber wirklich richtig schlimm beim Nähen war: Das Raffen des Rockes! Ich habe schon oft Kräuselungen gemacht, zum Beispiel beim Kleid Lilou oder Rock Clemence. Aber die Rockbahnen waren so lang, dass meine Kräuselnähte, wenn ich zum nächsten Abschnitt kam, immer wieder von selbst rausgingen und sich ent-kräuselten. Ich wäre beinahe wahnsinnig geworden vor lauter Ärger.

Nach circa fünf Versuchen wurde Irene in eine Ecke gepfeffert und eine Woche lang nicht mehr angesehen. Danach habe ich noch einen Versuch gestartet und als auch der misslang, habe ich mir ein Gummiband geschnappt, das gedehnt und angenäht und so die Mehrweite sogar ganz, ganz gleichmäßig reduziert. Bäm!

Ute, Magdalene und Irene

Und so wurde Irenes Kleid doch noch fertig – rechtzeitig zum Geburtstag meiner Oma. Ich fand es sehr passend, dass der Schnitt nach der Großmutter der Lotte & Ludwig-Gründerin benannt wurde und ich das Kleid wiederum zum ersten Mal zum Geburtstag meiner Großmutter anziehen konnte. Die heißt übrigens Magdalene und ist eine echte Power-Frau! Aber das nur am Rande.

irenes Kleid nähen
Irenes Kleid wurde sogar schon zur Arbeit ausgeführt und durfte in der Mittagspause Frischluft an der Elbe schnuppern.

Dennoch habe ich im ersten Moment mit Irenes Kleid gefremdelt. Ich war nicht sicher, ob die Größe stimmt oder ob ich nicht lieber eine Größe kleiner hätte nähen sollen. Zudem ist der Stil so anders als der meiner anderen Sommerkleider, ich fragte mich, ob er zu bäuerlich war – nö. Inzwischen habe ich viele Komplimente eingeheimst und Irenes Kleid und ich sind richtig gute Freunde geworden.

Stoff: 3 m Batist von stoffe.de

Schnitt: Irenes Kleid von Lotte & Ludwig

Verlinkt bei: RUMS

Jeans nähen

Jeans nähen oder das aufwendigste Nähprojekt in meiner Nähkarriere

Oberteile hab ich schon in rauen Mengen genäht, vorwiegend Pullis, aber irgendwann reichen die einfachen Projekte nicht mehr aus und man möchte sich weiter entwickeln. So ist es zumindest mir ergangen. Schon länger begeistern mich die wildesten Variationen von T-Shirts und Pullis nicht mehr. Mit Röcken und Kleidern kann ich nicht so viel anfangen, ich bin mehr der Jeans-Typ. Davon habe ich aber nie mehr als 3 halbwegs passende im Schrank obwohl sie tagtäglich im Einsatz sind. Es ist nämlich verdammt schwierig eine gut sitzende Jeans zu finden – Ich habe jedes Mal an die 20 verschiedene Hosen an, wenn ich Nachschub brauche und dann sitzt die Beste meistens auch nur so mäßig. Was liegt da also näher als die Jeans selber zu nähen.

Schnittmuster suchen – Die Qual der Wahl

Ich hab mich also durch den Wald der Schnittmuster gewühlt und so einiges zu Tage befördert. Viele namhafte Anbieter sind auf den Jeans-Trend aufgesprungen. Closet Case Patterns hat mit der Ginger Jeans und der wahnsinnig guten Dokumentation des Schnitts extrem vorgelegt aber auch unter den deutschen Anbietern sind viele Schnitt wie z.B. die Skinnyjeans von Sewera, die My Denim Jeans von Muckelie oder die Skinny Fit Jeans von The Couture  zu finden. Wenn die fehlende Anleitung und die französische Sprache nicht stört können sogar die kostenlosen Schnitte 201 und 202 vom Jeanshersteller 1083 genutzt werden.

Ich hab im Schnäppchenfieber bei einer Makerist-Aktion zugeschlagen und die Schnitte von Muckelie und The Couture ergattert. Die My Denim Jeans von Muckelie ist für festere und die Skinny Fit Jeans für elastische Jeansstoffe ausgelegt. Das hat sich auch beim Kleben und Ausschneiden der Schnitte gezeigt, denn die My Denim Jeans ist deutlich größer, soll ja aber auch so, schließlich ist das eine Regular Fit Jeans und keine Skinny (Findet ihr die Namen auch immer so komisch? Regular, Straight, Skinny, Super Skinny und am besten noch gemixt…) Genäht hab ich dann die My Denim Jeans, weil ich selten in Skinny passe aufgrund meiner doch recht ausgeprägten Reiterschenkel und -waden. Außerdem mag ich es nicht so gerne, wenn eine Hose knalleng ist – ein bisschen Platz für das Mittagessen darf schon sein.

Aller Anfang ist schwer

Ich hab mich gefühlt ewig davor gedrückt mit der Jeans anzufangen, ist ja auch teuer, so ein Projekt. Knappe 2m Jeansstoff, Baumwollstoff für die Taschen, Cordonettegarn, Jeansknopf und Nieten, da kommt ganz schön was zusammen. Irgendwann hab ich mich dann doch aufgerafft und mich rangetraut und das nächste Hindernis hat direkt hinter der nächsten Ecke gelauert.

Schneiden, Stecken, Nähen und das Ganze von vorn

Beim selber nähen ist das ja immer so eine Sache mit der Größe, normalerweise komm ich ganz gut hin mit ausmessen und den passenden Wert aus der Größentabelle nehmen aber bei dieser Hose war die Probehose in 42 um einiges zu groß. Also das Ganze von vorn und eine in 38 genäht, aus dem allerbesten Ikea Bomull – sitzt, passt, wackelt und hat Luft. Naja fast, ein Paar Änderungen musste ich trotzdem noch vornehmen. Leider war die Anleitung zum Anpassen irgendwie eher dürftig. An dieser Stelle hab ich mich dann schon ein bisschen geärgert nicht ein kleines bisschen mehr Geld in die Hand genommen zu haben und die Ginger Jeans zu kaufen, die hat nämlich eine tolle Anleitung zum Anpassen und sogar ein Sewalong nach dem ich mich dann doch gerichtet hab. Übrigens kommt man beim Nähen einer Jeans nie-niemals-nicht daran vorbei die Hose an den eigenen Körper anzupassen. Jeder Stoff verhält sich anders, das ist nunmal leider so, deshalb wird man auch bei der 5. Jeans noch Änderungen vornehmen müssen.

Genau das hab ich natürlich nicht bedacht. Mein Jeansstoff ist ziemlich gut dehnbar und dass die My Denim Jeans eigentlich für einen wenig bis gar nicht elastischen Jeansstoff gemacht ist hatte ich auch kurzzeitig verdrängt. Festgestellt hab ich das natürlich erst nachdem ich schon feinsäuberlich alle Nähte mit schönstem türkisfarbenen Cordonettegarn doppelt abgesteppt hatte und mich super darüber gefreut hab, wie schön doch meine Jeans geworden ist. Tja, da hab ich mich zu früh gefreut, nix mit tolle Passform. Also wurde aufgetrennt und gesteckt und genäht und das wieder und wieder bis ein passables Ergebnis rauskam.

In meiner neuen Jeans fühl ich mich pudelwohl
Bei eisigen Temperaturen (seht ihr die Eisschollen auf dem Wasser?) hab ich meine Jeans ausgeführt
Der Kampf mit der Stoffdicke

Am Meisten habe ich tatsächlich beim Annähen der Gürtelschlaufen geschwitzt – kein Wunder bei 10 Lagen Jeansstoff. Mit dem dicken Cordonettegarn war das Annähen mit einem schmalen Zickzack, wie man es von gekauften Jeans kennt, absolut unmöglich. Auch das Handrad nutzen hat nichts gebracht, auf der Unterseite der Naht hat sich trotzdem ein undurchdringliches Fadenknäul gebildet. Schlussendlich hab ich die Fadenspannung gelockert und mit normalem Garn im Gradstich genäht. Das Rückwärtsnähen hab ich komplett vermieden indem ich den Stoff immer wieder gedreht hab.

Hier sieht man die schönen Ziernähte aber auch die Passformfehler, die ich gemacht hab.

So richtig perfekt ist die Jeans aber trotzdem noch nicht geworden. Sie ist immer noch ein kleines bisschen zu groß und wirft deshalb unterm Po Falten. Ich kann die Hose leider auch nicht ohne Gürtel tragen weil sie rutscht. Die Position der Taschen ist auch noch nicht so ganz ideal. Hier hab ich die Taschen aufgrund der Optik aber so ausgerichtet, dass die Ziernaht direkt in die Sattelnaht übergeht. Außerdem wandert die Hose beim Sitzen an den Waden hoch, aber rutscht nicht wieder nach unten.

Nichts desto Trotz bin ich stolz wie Bolle auf meine erste selbst genäht Jeans. Die Passform kann absolut mit gekauften Hosen mithalten, auch wenn nach Oben immer noch Luft ist. Die Hose ist mein liebstes Beinkleid und findet trotz absolut miserabler Stoffqualität selten den Weg in den Schrank.

Besonders stolz bin ich auf die kleinen Details.

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Bluse Bruna und Sew Belgian-Verlosung (beendet)

Beitrag enthält Werbung

Verlosung: Schnittmuster zu gewinnen

Es gibt etwas zu gewinnen! Denn vorletztes Wochenende habe ich mich in den Zug gesetzt, bin nach Köln gefahren und habe ein Bloggerevent besucht: Sew Belgian. Hier haben vier belgische Schnittmuster- und Stofflabel ihre Kreationen gezeigt und den Bloggern randvolle Goodie-Bags gepackt. Einen Teil davon möchte ich heute verlosen! Dazu zeige ich euch die Bluse Bruna, die ich aus den Stoffen genäht habe.

Das Gewinnspiel ist beendet. Herzlichen Glückwunsch an die Gewinner!

La Maison Victor Bluse Bruna
In der Bluse Bruna aus der LMV blinzelt es sich besonders schön gegen die Sonne.

Sew Belgian Event: Belgische Schnittmuster- und Stofflabel

Aber first things first. Ich habe mich irre gefreut, zum Sew Belgian-Even eingeladen geworden zu sein und mich mit den Menschen hinter den Labels unterhalten zu können. Vertreten waren See you at six, Zonen 09, Lotte Martens und Straight Grain. Einige Impressionen:

 

Kunterbunte Stoffe aus Belgien

Besonders angetan haben es mir die Stoffe von See you at six. Nicht nur die die Jerseys und Sweatshirt mit bunten Prints, sondern auch ihre Webstoffe: Ich durfte einen wunderschönen Viskose Rayon mit nach Hause nehmen und habe ihn, sobald ich wieder in Hamburg angekommen war, direkt in die Waschmaschine geschmissen und dann losgehäht.

Bluse Bruna aus der LMV nähen

Ich war mir direkt sicher, welches Projekt ich aus dem superbunten Viskosestoff nähen wollte: eine Bluse. Klar, dass ich mir dafür ein Schnittmuster aus der belgischen La Maison Victor ausgesucht habe: Die Bluse Bruna aus der Ausgabe 2/2018.

Bluse Bruna nähen
Was passt besser zu einem belgischen Stoff als ein belgischer Schnitt? Hier treffen sich Viskose von See you at Six und Bluse Bruna von La Maison Victor.

Inzwischen habe ich schon einige Projekte aus der La Maison Victor nachgenäht (das Kleid Barbara, das Kleid Joy und den Pullover Fenna)  und immer fand ich die Erklärungen immer nur so semi gut. Auch mit den Zeichnungen komme ich irgendwann immer an einen Punkt, wo ich nicht mehr verstehe, was ich tun soll und mich dann durchschummele. Bisher hat das zum Glück gut geklappt – so auch bei der Bluse Bruna.

La Maison Victor Bluse nähen
Die Kragen-Anleitung hat mich etwas irritiert, aber dennoch hat alles geklappt! Doch selbst wenn sich bei Bluse Bruna Fehler eingeschlichen hätten – wer würde sie bei diesem wilden Muster bemerken?
La Maison Victor Schnittmuster Bluse
Nicht nur kleine Fehlerchen bleiben unsichtbar, leider auch meine sorgfältig genähte Brusttasche!

Ich bin ausgesprochen begeistert von dem Stoff, er ist ultra weich, lässt sich prima bügeln und gut vernähen. Vor allem das Muster gefällt mir gut – auch wenn böse Stimmen bereits behaupteten, es würde Augenkrebs verursachen. Ich hingegen finde meine Bluse großartig!

Damenbluse nähen
Oh sew happy: Die neue Bluse Bruna wird garantiert zum neuen Lieblingsstück in der Me-Made-Garderobe.

Schnittmuster Verlosung

In der Goodie Bag vom Sew Belgian-Event befanden sich auch wunderbar gestaltete Papierschnittmuster von Zonen 09 und Straight Grain. Beide Label stellen u.a. Kinderschnitte her – so wie das Kleid Laure, den Pullover Charlie und den Mantel Moiano.

Belgische Schnittmusterlabel
Zu gewinnen: Drei wunderschön gestaltete Papierschnittmuster von den belgischen Labels Zonen 09 und Straight Grain.

Ich möchte euch heute eine Freude machen und euch die Möglichkeit geben, die drei Schnittmuster zu gewinnen!

straight grain patterns
Die Schnitte Moiano und Laure von Straight Grain
Schnittmuster Straight Grain
Die Schnitte können durch die unterschiedlichen Varianten komplett unterschiedlich gestaltet werden.
Zonen 09 pattern
Wie ein wunderschön verpacktes Geschenk mutet das Papierschnittmuster für den Jungspullover Charlie von Zonen 09 an.
Zonen 09 Schnittmuster
Auch für Charlie gibt es mehrere Variationsmöglichkeiten.

So einfach macht ihr mit: Hinterlasst mir hier einfach bis zum 10.04.2018 um 23:59 Uhr einen netten Kommentar mit gültiger E-Mailadresse und verratet mir, über welches der drei Schnittmuster – Moiano, Laure oder Charlie – ihr euch am meisten freuen würdet. Die Gewinner werden von mir ausgelost und per Mail benachrichtigt.

Ich freue mich auf eure Kommentare und wünsche viel Glück!

 

Verlinkt bei: RUMS

 

Teilnahmebedingungen: Teilnahmeberechtigt sind volljährige Personen mit Wohnsitz in Deutschland. Das Gewinnspiel läuft bis zum 10.04.2018 um 23:59. Die Teilnahme erfolgt per Kommentar mit gültiger E-Mailadresse unter Angabe des Wunschgewinns. Die drei Gewinner werden per Los ermittelt und bis zum 14.04.2018 per Email benachrichtigt. Erfolgt innerhalb von 7 Tagen keine Rückmeldung des Gewinners, so wird erneut ausgelost. Der Gewinn wird per Warensendung der Deutschen Post an die Gewinner versendet. Die Kosten dafür trägt der Veranstalter. Die Daten des Gewinnspiels werden im Anschluss nicht für werbliche Zwecke genutzt.