Mein Nähjahr: Näh-Tops und -Flops 2017

Kurz vor Jahresende ist es an der Zeit, Bilanz zu ziehen. Und ich stelle fest: 2017 war ein extrem aufregendes Jahr! Ich bin gereist, habe meinen Job gewechselt und bin umgezogen, habe neue Menschen kennengelernt, Freundschaften geschlossen und sogar geheiratet! Und ich habe diesen Blog gestartet und innerhalb der ersten Monate schon so viel mehr gelernt, als ich es je geahnt hätte. Entsprechend habe ich auch sehr viel genäht, neue Skills gelernt und Techniken verbessert. Also ziehe ich auch in dem Bereich Bilanz und möchte euch die Ergebnisse nicht vorenthalten.  Das war mein Nähjahr 2017!

Mein Nähjahr 2017: Tops und Flops

Nachdem meine Overlock-Maschine viele, viele Monate anklagend in einer Ecke meines Näh-Zimmers stand, habe ich mich endlich daran gewagt. Und sehe da: So schwer war es gar nicht! Doch das war nicht das einzige, was ich neu gelernt habe: Nahtverdeckte Reißverschlüsse, Bubikragen und Accessoires wie Socken komplettieren diese Liste.

Ich habe 2017 so viel genäht wie nie zuvor. Dabei sind viele sehr schöne Teile entstanden – aber auch solche, die ich selten oder gar nicht trage oder mit denen ich einfach nicht zufrieden bin. Deshalb resümiere ich mein Nähjahr mit den Top 3 meiner Näh-Tops und Näh-Flops: Vorhang auf!

Meine Näh-Flops 2017

Platz 3: Blackwood-Cardigan 

Blackwood Cardigan nähen
Sewing Fail Platz 3: Wer genau hinsieht, kann erkennen, wie sich der Cardigan an der rechten Schulter verzieht. Schade!

Um diesen Cardigan tut es mir so leid. Eigentlich passt er genau in meine Garderobe, hat die perfekte Länge, die Taschen sind super praktisch. Aber: Ich trage ihn einfach nicht gern. Das war eines der ersten Projekte an meiner Overlock und ich habe beim Kragen geschlust. Die Naht, die die Mitte kennzeichnet, sitzt nicht dort, wo sie sein soll, aber damit der Kragen doch noch passt, habe ich zu stark gedehnt. Das Ergebnis: Der Schalkragen hat sich von Anfang an total verzogen und der Cardigan sitzt nie so, wo er sitzen soll, sondern öffnet sich und gibt den Blick auf die weißen (ja, ich war auch zu faul, die Fadenfarbe anzupassen) Overlock-Nähte frei.

Platz 2: Bluse McCall’s 7094

Bluse “M7094” von McCalls

Die Bluse ist ein Souvenir aus meinen England-Urlaub im Mai. Dort konnte ich nicht am Zeitschriftenregal vorbei und musste einfach alle englischen Näh-Zeitschriften, die ich tragen konnte, mitbringen. In einer davon war dieses Schnittmuster enthalten. Leider habe ich vor dem Nähen zwei Dinge nicht bedacht. Erstens: Mit Oversize-Kleidung kann ich mich nur ganz langsam anfreunden. Zweitens: Ich bin oft zu ungeduldig, um 100% genau zu arbeiten; besonders, wenn ich schon lange an einem Näh-Projekt sitze. Natürlich ist der Kragen dementsprechend nicht so geworden, wie er sollte und ich konnte es nur noch verschlimmbessern. Auch die Passform musste ich zig Mal ändern, bis die Bluse nicht mehr wie ein Sack saß. Das Ergebnis: Ich habe die Bluse nur ein Mal getragen- während des Shootings. Aktuell suche ich nach einem Projekt für ein Upcycling.

Platz 1: Jeansjacke 7018 von Burda

sewing fail jeansjacke
Nein, das ist kein blauer Sack, sondern mein größter Sewing Fail in 2017!

Ich könnte mich immer noch in Grund und Boden schämen, wenn ich an meine Jeansjacke denke! Das war wirklich ein Näh-Fail, wie er im Buche steht. Aber solche Fehler passieren. Und man lernt ja auch daraus! Ich hatte bereits von vorneherein Schiss vor diesem großen Projekt. Dann wählte ich viel zu schweren Jeansstoff, machte eine Fehl-Entscheidung, was die Passform-angeht und zu guter letzt habe ich auch noch Schnitteile verkehrt herum angenäht – was mir erst durch einen Kommentar einer anderen Näh-Bloggerin auffiel. Nachdem ich den Blogbeitrag veröffentlicht habe. PEINLICH! Inzwischen habe ich mir eine Jeansjacke gekauft. Und werde immernoch rot, wenn ich an das selbstgenähte Sackmonster in meinem Schrank denke.

Mein Nähjahr 2017: Meine Top 3 – Projekte

Kommen wir zu den erfreulicheren Näh-Projekten. Zum Glück gibt es davon auch einige! Viele meiner genähten Dinge habe ich sehr oft getragen und auch viele Komplimente dafür eingeheimst.

Platz 3: Raglan-Pulli im Naketano-Stil


Ich liebe diesen Pullover! Obwohl ich ihn wirklich häufig anziehe (zu schwarzer Jeans), gibt es erstaunlicherweise kein Tragefoto davon. Macht nix. Mir gefallen die Raglanärmel, der weiche Stoff und natürlich das maritime Muster! Passt jetzt, wo ich in Hamburg lebe, natürlich besonders gut. Als ich im Büro erzählte, dass ich das gute Stück selbst genäht habe, wurde ich schon gefragt, ob ich aich Auftragsarbeiten annehme. Tue ich nicht – aber dafür ermuntere ich alle Menschen gern, selbst mit dem Nähen anzufangen! Der Schnitt stammt übrigens aus dem Blutsgeschwister Näh-Buch “Nähen macht glücklich”.

Platz 2: Blusenkleid Barbara

Ich mag Barbara nicht nur, weil sie genau so heißt wie meine Schwiegermutter. Auch nicht, weil ich sie wirklich oft und gerne getragen habe. Dieses Kleid zeigt, was ich so sehr am Nähen schätze: Niemals hätte ich so ein Kleid in irgendeinem Laden gefunden – weil es diese Saison nicht en vogue ist. Aber zu mir passt meine Barbara zu 100%. Der Stoff in meiner Lieblingsfarbe, mit romantischen Blümchen, der Stil Vintage-angehaucht, die Knöpfe extra bei eBay ersteigert. Bei diesem Projekt steckt jede Menge Mühe und Liebe drin – und das sieht man!

Platz 1: Mein Hochzeitskleid

Mein selbstgenähtes Hochzeitskleid hat mir entgegen des Aberglaubens bisher keine Tränen in der Ehe beschert, dafür nur jedes Mal ein breites Grinsen, wenn ich mir die wunderschönen Fotos meines Hochzeitstages ansehe. Definitiv die richtige Entscheidung! Beim Nähen hat mir zum Glück aber meine Schwester geholfen. Mit dem Hochzeitskleid, das aus einem Mix aus den Schnittmustern Joy und Augenweide entstand, konnte ich nicht nur jede Menge Geld sparen, sondern auch ein Einzelstück kreieren, das viel besser zu mir passt, als jedes Kleid von der Stange es je könnte.

Und wie wird Mein Nähjahr 2018?

Ich bin gespannt, was ich nächstes Jahr alles so dazu lerne! Es sind auf jeden Fall schon einige Projekte geplant: “Irenes Kleid” von Lotte & Ludwig, eine Jacke aus dem Merchant & Mills-Buch, eine Upcycling-Joy

Neben den konkreten Plänen habe ich, was das Nähen angeht, einige Vorsätze. Besonders, weil ich durch den Job eingespannt bin, habe ich nicht mehr so viel Zeit zum Nähen wie früher. Deshalb möchte ich mich auf Projekte fokussieren, die ich auch wirklich tragen möchte (eine schöne Check-Liste zum Thema nachhaltiger Nähen, die mich zum Nachdenken gebracht hat, gibts übrigens auch bei Eda Lindgren) – also werde ich nur bei Näh-Challenges mitmachen, wenn es wirklich passt.

Ein weiterer Vorsatz ist es, erstmal keine Stoffe mehr zu kaufen! Es ist unglaublich, wie viel sich in zwei Jahren Nähen angesammelt hat. Ich habe bereits zwei Mal Reste aussortiert und verschenkt, dennoch bleiben noch viele Stücke übrig, die ich erstmal verwenden möchte, bevor ich neuen Stoff kaufe.

 

Und bei euch? Was sind eure persönlichen Näh- Tops und Flops des Jahres? Habt ihr auch Vorsätze, was euer Lieblingshobby angeht? Ich bin gespannt!

 

Verlinkt bei: RUMS

 

5 Antworten auf „Mein Nähjahr: Näh-Tops und -Flops 2017“

  1. Vielen Dank für den tollen Jahresrückblick, ich habe immer wieder geschmunzelt und mich gefreut, dass es auch anden Nähbegeisterten so geht wie mir.

    Ich habe mir dieses Jahr einen wunderschönen rosa Sack genäht der hinten und vorne nicht passt.
    Aber auch viele Teile die wunderschön sind.
    Ich wünsche dir wunderschöne Projekte und tolle Teilchen in deiner Garderobe. Aber vor allem viel Spaß beim nähen.
    Schöne Grüße

    1. Danke dir, liebe Magarete! Bestimmt lässt sich aus dem rosa Sack noch etwas zaubern? Und ich sage mir immer, dass man, gerade wenn alles schiefgeht, noch was lernt (nämlich wie man es nicht macht ;)) Viele Grüße!

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