Blackwood Cardigan

“Kind, zieh dir was über die Nieren!” Wie oft habe ich diesen Satz in meiner Jugend gehört, und wenn meine Mama mich heute sieht, erinnert sie mich immer noch daran. Nicht, dass das nötig täte. Die Ermahnung zeigte so viel Wirkung, dass ich selbst im Hochsommer nicht ohne Unterhemd rausgehe. Wenn ich meine T-Shirts selbst nähe, mache ich sie immer etwas länger, damit meine Nieren auch ja bedeckt sind. Und auch Cardigans mag ich am liebsten, wenn sie schön lang sind.

Blackwood Cardigan dunkelblau
Auch bei Sonnenschein bedeckt: mit dem Blackwood Cardigan
MeMadeMay-Inspiration

Deshalb gefiel mir auch der Blackwood Cadigan von Helens Closet auf den allerersten Blick so gut! Gesehen habe ich ihn bei MeMadeMay. Auch wenn ich selbst nicht mitmache (nicht, dass ich nicht inzwischen genug Selbstgenähtes hätte, um mitzumachen, aber viele meiner Klamotten sind irgendwo in den Umzugskartons und das zusammensuchen würde ewig dauern), schaue ich mir jeden Tag die vielen schönen Outfits an und lasse mich inspirieren.

Helens Closet kannte ich zuvor gar nicht. Trotzdem habe ich nicht eine Sekunde gezögert, ehe ich den Schnitt bestellt habe. Der Cadigan ist ein echtes Basic-Teil, und so eines habe ich lange vorher gesucht. Nicht, dass es nicht genug Cardigan-Schnitte gäbe – aber viele sind kurz, haben vorne irgendwelche Volants oder haben einen runden Saum. Das sind mir zu viele Spielereien. Ich wollte es lieber schlicht. Und in dunkelblau.

Blackwood Cardigan nähen

Das Schnittmuster war sehr einfach zusammenzusetzen. Ich entschied mich für Größe S und schnitt fröhlich drauflos. Die Nahtzugabe ist in Zoll enthalten, das fand ich schade. In allen anderen Schritten werden auch die Zentimeter angegeben, hier musste ich rechnen – und kam bei etwa 0,95 cm raus.

Aus Platzmangel wird mitten auf dem Fußboden geklebt.

Die Anleitung war super verständlich. Besonders gefiel mir, dass linke und rechte Stoffseite in den Instructions verschieden coloriert waren, So konnte ja nix schiefgehen. Bis auf zwei kleine Änderungen habe ich alles genau so gemacht wie vorgegeben. Die Taschen habe ich jeweils mit dünnem Bügelvlies verstärkt. Ich habe mir nämlich den dünnsten, sich auffallendsten Jersey aller Zeiten ausgesucht und anders wären meine Taschen nie etwas geworden. Die zweite Änderung war an den Ärmelbündchen. Die waren mir viel zu eng! Dazu waren auch die Ärmel zu lang. Also habe ich sie um ca. 2 cm gekürzt. Das Bündchen habe ich ebenfalls gekürzt und zugleich verbreitert.

Der Cardigan passt gut, ich kann mir allerdings vorstellen, dass es eng wird, wenn ich mehr als nur ein T-Shirt unterziehen möchte. Vielleicht nähe ich ihn das nächste Mal eine Nummer größer. Mir schwebt da schon eine Version mit richtigem Strickstoff vor.

Overlock: Freund oder Feind?

Genäht habe ich alles auf meiner Overlock. Obwohl ich begeistert bin, wie schön meine Sachen dann auch von innen aussehen, freunden wir uns nur ganz, ganz langsam an. Ich gebe mir wirklich Mühe, sorgfältig zu arbeiten, aber es ist wirklich schwierig, das Näh-Tempo zu regulieren. Auch das Einhalten von Nahtzugaben finde ich schwierig. An meiner anderen Maschine habe ich verschiedene Abstände mit Masking-Tape abgeklebt, das geht hier nicht so gut. Und dann das Eindehnen! Ich habe viele Clips benutzt, aber zusätzlich mit den Fingern nachgeholfen. Das ist allerdings eine ziemlich doofe Idee – ich sehe jetzt schon, wie die Finger im Messer landen. Alles in allem also trotz mehrerer Projekte, die ich erfolgreich mit der Overlock genäht habe, noch nicht 100%ig zufrieden mit meinen Ergebnissen. Habt ihr noch Tipps für mich, wie ich mich da verbessern kann?

Blackwood Cardigan Tasche
Ich liebe die Taschen!

Auch das Shirt, das ich auf den Bildern trage, ist selbstgemacht. Der Schnitt ist ein Freebie vom Peppermint Magazine und ich habe ihn mindestens vier Mal genäht! Diese Version war das erste Mal, dass ich mich an Streifen getraut habe. Auch, wenn nicht alles ganz genau passt: Ich trage das Shirt heute immer noch mit Stolz und freue mich, wie gut es zu meinem neuen Blackwood Cadigan passt!

Schnitt: Blackwood Cardigan von Helens Closet

Stoff: ca 2 m unifarbener Jersey in dunkelblau aus meinem Fundus

Verlinkt beim MeMadeMittwoch

 

Pleiten, Pech und Blümchen

Wie viele blöde Fehler kann ein Mensch beim Nähen eines Kleides machen? Bestimmt ganz viele. Aber zwei reichen auch, um das Teil erstmal ziemlich zu ruinieren und dann wütend in die Ecke zu werfen. So ging es mir bei  meinem neuen Blumenkleid. Dies hier wird ein Beitrag übers Scheitern und Wiederaufstehen.

Ein Traumkleid aus Vintage-Viskose

Dabei fing alles so gut an: Ich entdeckte die wunderschöne Vintage-Viskose bei DaWanda, und da mich das Millefleur-Muster so sehr an die Liberty of London-Prints erinnerte, habe ich den Stoff glückselig in den Einkaufswagen gelegt und mir schon beim Bestellvorgang überlegt, was für wunderbare, fließende Kleider ich damit nähen könnte.

Viskose Blümchen Millefleur
Das wunderbare Muster im Detail.

Und dann kam der Stoff an und er war weich und leicht und fühlte sich so toll an, dass ich es gar nicht abwarten konnte, mit dem Nähen loszulegen! Inzwischen hatte ich mich auch für einen Schnitt entschieden, ein Kleid aus “Ein Schnitt, zehn Kleider”, das mit Reißverschluss geschlossen wird. Nach dem Dirndlrock Clémence hatte ich schließlich keine Angst mehr vor Reißverschlüssen, dachte ich. Aber das sollte sich als Irrtum herausstellen.

DIY Kopierfolie

Da ich erst vor kurzem umgezogen bin und noch nicht alles ausgepackt habe, hatte ich leider nicht alle Nähsachen parat. Kopierpapier und Co lagen selbstverständlich in einem der vielen Kartons, an die ich nicht ohne weiteres herankam. So musste ich improvisieren. Für das Abpausen des Schnittmusters griff ich also auf einen Trick zurück, den meine Schwester immer nutzt: günstige, halbtransparente blaue Säcke. Einfach an der langen und kurzen Seite aufschneiden und fertig ist die Kopierfolie. Roch zugegebenermaßen etwas nach Plastik, aber wer Nähen will, muss leiden, oder nicht?

Ich habe direkt auf der Folie mit zwei zusammengebundenen Filzstiften die Nahtzugabe aufgemalt, alles grob zugeschnitten, auf dem Stoff befestigt und dann ordentlich zugeschnitten. Da habe ich bereits bemerkt, wie rutschig mein wunderbarerer Stoff ist, aber trotzdem hat da noch alles ganz gut geklappt. Noch…

Mit der Overlock in den Stoff geschnitten

Die Entscheidung, die dann folgte, stellte sich als großer Fehler heraus. Mitten im Nährausch beschloss ich, meine Overlockmaschine zu benutzen, mit der ich zuzugebenermaßen noch nicht die allergrößte Erfahrung habe. Aber ich hatte Lust auf schnelle Erfolge und hübsche Nähte und zunächst lief auch alles nach Plan – bis ich das Oberteil an den Rock nähen wollte. Eine Sekunde nicht aufgepasst, den Stoff nicht richtig unter das Füsschen gezuppelt, etwas zu stark aufs Gaspedal gedrückt – zack, da war es schon passiert. Ein Loch in meinem schönen Stoff. Das Messer hat nicht nur brav die Nahtzugabe abgetrennt, sondern auch einen Teil meines Rock-Vorderteils. Natürlich war nicht mehr genug Stoff vorhanden, um das Unterteil neu zuzuschneiden. Ich hätte heulen können.

Nachdem meine Schnappatmung sich wieder beruhigte, versuchte ich es mit Schadensbegrenzung. Also den Schnitt sorgsam zugenäht, in der Hoffnung, dass diese klitzekleine Naht inmitten der ganzen Blumen nicht auffällt (Spoiler: Sie fällt auf).

Vertuschen bringt nix: Immer noch gut zu sehen, der Riesen-Fehler.

Aber ich war hochmotiviert, das Ding zu retten. Ich wollte mir beweisen, dass ich nicht aufgebe und freute mich schon so auf das Tragen des Kleides. Sicherheitshalber stellte ich die Overlock beiseite und nutzte fortan nur noch meine normale Nähmaschine. Mit Erfolg. Bis ich zum Reissverschluss kam.

Der hässlichste Reißverschluss aller Zeiten

Mein Fehler: Ich habe die Nahtzugaben nicht auseinander gebügelt. Ja, ich hätte es tun sollen, aber das Bügeleisen lag im Karton ganz unten. Trotzdem, dachte ich, hatte ich den Reißverschluss gerade darauf befestigt. Aber das war wohl ein Fehlschluss – oder aber der Stoff ist trotz vieler Nadeln unfassbar verrutscht. Es bildeten sich Wülste, wo er hätte gerade liegen sollen, an einer Stelle klemmte der Reißverschluss sogar – keine Ahnung, wie ich es hinbekommen habe, etwas so dermaßen verhunztes und hässliches zu produzieren. Aber es war passiert und meine Frustration war sehr, sehr groß. Zwei Riesen-Fehler in einem Projekt.

I present you, not proudly at all, worst work ever.
Reißverschluss einnähen bei rutschigen Stoffen

Drei Tage lag das Kleid in der Ecke, ehe ich mich an die Fehlerbehebung traute. In einer ruhigen Stunde (wortwörtlich!) trennte ich den Reissverschluss wieder auf. Dann lieh ich mir das Bügeleisen meiner Oma, ein uraltes Ding ohne Schnickschnack, das allerdings plättet wie nix! Damit wurden die Nahtzugaben erst einmal schön gebügelt. Im Internet hatte ich diverse Tipps gelesen von Sprühstärke bis hin zum untergelegten Seidenpapier (was ich versucht habe und dann rutschte mir das Papier weg, auch keine gute Idee) und der vernünftigste Ratschlag erschien mir doch das Verstärken mit Bügeleinlage zu sein. Also habe ich zwei dünne Streifen ausgeschnitten, aufgebügelt, den Reissverschluss mit 1001 Nadeln festgesteckt, tief durchgeatmet und losgenäht.

Hier habe ich den dünnen Vlieseline-Streifen befestigt. Ja, ich weiß, der Bügelbrett-Bezug ist ultra hässlich!
Drama mit Happy End

Was soll ich sagen? Es ist nicht der allerschönste Reißverschluss aller Zeiten geworden. Aber es hat geklappt. Beim ersten Anlauf sogar. Und ich war unfassbar erleichtert. Danach war das Säumen ein Klacks – und bei der Anprobe störte mich sogar die Reparaturnaht am Rockteil nicht mehr.

Ich freu mich schon, das Kleid das nächste Mal anzuziehen. Ich finde, es ist genau das passende Outfit zum Oma-Geburtstag am Freitag 🙂

Was macht ihr, wenn euch beim Nähen solche groben Fehler passieren? Haut ihr alles in die Tonne oder versucht ihr zu retten, was zu retten ist?

Schnitt: Lehrerinnenkleid “Stephanie” (ohne Kragen) aus Ein Schnitt – zehn Kleider von Laura Hertel

Stoff: 1,50 m Vintage-Viskose vom DaWanda-Shop Suchen und Finden

 

Verlinkt beim MeMadeMittwoch

Umziehen.

Ein Hobby nur für mich

Wenn ich nähe, dann versinke ich ganz im Flow-Zustand: Ich kann mich voll und ganz auf meine Schnittteile, Garne, Spulen, Nadeln und Stoffe konzentrieren und nehme nichts mehr von außen wahr – außer das Hörspiel, das dabei läuft (meistens Die drei ??? oder Sherlock Holmes – ich liebe Detektivgeschichten und Krimis). Das ist ungemein entspannend und eine echte Bereicherung, wenn alles andere stressig wird. So wie letzte Woche.

Denn Stück für Stück und Zimmer für Zimmer haben mein Freund und ich unser Leben in Kartons verpackt, 31 an der Zahl, um es woanders weiterzuführen. Wir sind umgezogen! Und es war so anstrengend, dass ich mich zwischendurch einfach verzogen habe. Wohin? An meine Nähmaschine natürlich!

Rock Clémence maritim türkis
Möwen, Meer und Schiffe: Rock-Saison ahoi!
Hinten habe ich beim Zuschneiden nicht aufgepasst, aber was solls. Mir gefällts trotzdem!
Rock Clémence von Tilly and the Buttons

Ich nähe mich ja so langsam, aber sicher durch “Liebe auf den ersten Stich” von Tilly Walnes. Auf meiner To-sew-Liste stand noch der Dirndlrock “Clémence”. Den Stoff dafür hatte ich schon länger liegen: Türkise Baumwolle mit Segelschiff-Rapport. Gerade jetzt passt das maritime Muster richtig, richtig gut – schließlich sind wir zurück in meine Heimat, in den Norden und an die Nordsee gezogen!

Das Schnittmuster für den Rock Clémence besteht nur aus Rechtecken, deren Größe anhand der eigenen Maße variiert. Insgesamt sind es nur 5 Teile und dementsprechend fix war alles zusammengenäht – inklusive französischer Nähte für ein hübsches Innenleben und per Hand angenähtem Bundbeleg, haha! Mehr Zeit zum Nähen hätte ich auch gar nicht gehabt – sonst hätte es sicher Krach gegeben, weil ich nicht beim Packen helfe.

Nicht ganz glücklich bin ich mit dem Rockbund. Er ist sehr steif und obwohl er ja auf meine Maße zugeschnitten ist, steht er leicht ab. Hat da jemand Tipps für mich wie ich das ändern kann oder beim nächsten Mal besser machen?

Reißverschluss einnähen

Bisher habe ich immer Respekt vor Reissverschlüssen gehabt , denn viele meiner Versuche, welche einzunähen, misslangen. Ich komme immer durcheinander, wenn ich den Reißverschluss geöffnet rechts auf rechts stecke, weil er sich unten verdreht. Außerdem sieht man jeden Millimeter Höhenunterschied – so präzise zu arbeiten, fällt mir schwer.

Deshalb hab ich es dieses Mal anders gemacht. Ich habe mich nicht für einen nahtverdeckten, sondern ganz normalen Reißverschluss entschieden. Und nach dieser Anleitung gearbeitet: Erst alles mit normaler Nahtzugabe und großem Stich zugenäht, hübsch zu beiden Seiten gebügelt, Reißverschluss mittig draufgelegt und mit vielen, vielen Nadeln fixiert, dann rechts und links davon gesteppt und die mittlere Naht wieder aufgemacht – und schon beim zweiten Anlauf war ich mit dem Ergebnis zufrieden!

Rock Clemence Tilly and the Buttons
Die Mütze musste noch sein – es ist kalt an der Nordsee!
Rock Clemence Liebe auf den ersten Stich
Und so siehts angezogen von hinten aus.

Ich bin zwar noch nicht sicher, welche Farben (außer weiß) zu dem kräftigem Türkis passen, und obwohl es noch zu kalt ist, den Rock Clémence ohne Strumpfhose zu tragen, mag ich ihn jetzt schon sehr! Ich finde es toll, wie er schwingt und wie er im Wind fliegt, der hier immer weht.

Schnitt: Dirndlrock “Clémence” aus Tilly Walnes: Liebe auf den ersten Stich

Stoff: 1,5 m maritime Baumwolle von eBay

Verlinkt bei  RUMS

Mimi mit Bubi

Mimi-Bluse mit Kragenvariation

 

Bluse Mimi Tilly and the Buttons
Auch hier habe ich innen nicht versäubert. Wenn Ichs trage, sieht man’s eh nicht.

Endlich, endlich ist meine zweite “Mimi”-Bluse von Tilly and the Buttons fertig! Und es ist ein Pattern Hack: Hier schrieb ich ja bereits darüber, dass ich den Kragen mit mehr Fudeln als tatsächlichem Können angepasst habe. Da besteht definitiv noch Lernbedarf… Aber geklappt hat es trotzdem! Zwar musste ich den gesamten Kragen mitsamt Beleg wieder auftrennen, weil die Teile aus unerfindlichen Gründen nicht genau gepasst haben und die Halbmond-Teile des Bubi-Kragens komplett neu zuschneiden, weil sie irgendwie nicht 100%ig gleich groß waren, und jetzt hat mein schöner hellblauer, aber sehr empfindlicher Stoff jede Menge Nadellöcher, aber was solls. Darf halt keiner mit der Lupe rangehen. Ich bin trotzdem happy.

Inzwischen werde ich immer besser darin, Knopflöcher zu nähen! Ich male die Markierungen mit Zauberstift vor und trenne danach nicht in der Mitte auf, sondern schneide alles vorsichtig mit einem Cuttermesser auf.

Der Stoff fällt sehr gut! Besonders die Falte an den Ärmeln ist sehr schön definiert. Leider, leider knittert das Gewebe aber unheimlich schnell – wie schade, dass ich überhaupt nicht gerne bügel…

Vintage-Knöpfe
Vintage Knöpfe Bluse Mimi
Mein roter Nagellack passt perfekt, oder?

Neben dem Bubi-Kragen gefallen mir besonders die Knöpfe sehr gut! Die habe ich bereits letztes Jahr auf dem Radschläger-Flohmarkt in Düsseldorf gekauft. Sie glitzerten einfach so schön, dass ich sie unbedingt haben musste! Aber weil die Farbe Grün sonst nie Bestandteil meiner Garderobe ist, hat es etwas gedauert, ehe das richtige Projekt zum Vernähen an meiner Nähmaschine lag. Jetzt war es endlich so weit.

Warum Vintage?

Beim Lesen dieses Blogs ist euch vielleicht schon aufgefallen, dass ich unheimlich gern mit Vintage-Materialien nähe. Ich habe sogar ein Näh-Kästchen aus den 70ern mit Original-Garnen, Fingerhüten, Nadeln und Kopierrädchen, das ich sehr gern benutze! Aber warum so viel altes Zeug? Das hat erstens den Grund, dass ich ein absoluter Sparfuchs bin und sich beim Stoffe-Stöbern bei Dawanda oder bei Ebay zum Teil richtige Schnäppchen machen lassen (außerdem ist da noch der Überraschungeffekt beim Auspacken der Päckchen, ob die Stoff-Qualität tatsächlich den Erwartungen entspricht. Spannend!). Zweitens mag ich natürlich den ganzen Unikat-Aspekt beim Nähen! Ich will Sachen schneidern, die sonst keiner hat. Und selbst, wenn viele sich für den selben Schnitt entscheiden, minimiere ich mit Vintage-Stoffen die Verwechslungs-Gefahr. Der dritte Grund: Ich liebe Geschichten! Bei den Knöpfen, die die alte Frau auf dem Flohmarkt verkauft hat, frage ich mich zum Beispiel, ob sie die von einer Bluse, mit der sie früher gern tanzen gegangen ist, abgeschnitten hat und nun verkauft. Oder ob sie selbst viel genäht hat, früher, aber jetzt lassen die Augen nach und sie muss ihr Hobby aufgeben? Oder ihr Materiallager platzt nach all den Jahren aus allen Nähten, so dass sie was abgeben muss? Die Vergangenheit der Sachen regt meine Fantasie an und das Gefühl, die Geschichte der Dinge geht jetzt weiter, weil ich sie benutze, finde ich sehr schön.

Mimi Bluse Pattern Hack
Mimi macht es sich auf dem Sofa bequem.

 

Mimi Bluse Pattern Hack

Schnitt: Bluse “Mimi” aus Tilly Walnes: Liebe auf den ersten Stich , gepaart mit Bubi-Kragen aus Ein Schnitt – zehn Kleider von Laura Hertel

Stoff: 2 m türkisfarbenes Mischgewebe von Karstadt

 

Verlinkt beim MemadeMittwoch

Von Ankern, Applikationen und Jersey-Schrägband

In Kiel gab es schon ein Paar wirklich schöne wärmere Tage, daher wird es jetzt trotz wieder eisiger Temperaturen Zeit für die Sommergaderobe. Klassische T-Shirts aus nur einem Stoff hab ich schon genug also sollte dieses Mal was neues ausprobiert werden.

Das Kimono-Shirt ist ein Freebie von iCandy handmade, allerdings nur in Größe M zu haben und enthält keine Naht oder Saumzugabe. Ich hab mir den Schnitt an der Taille ein bisschen schmaler gemacht und Vorder- und Rückteil gleich lang zugeschnitten. Zwischen den beiden Schnittteilen hab ich eine Fake-Paspel eingenäht (ein 2cm breiter Jerseystreifen, der gefaltet zwischen die Stoffschichten gelegt wird) und diese noch auf der Rückseite mit der schmalen Zwillingsnadel festgesteppt. Auf dem Rücken hab ich in der Mitte einen kleinen Schriftzug appliziert.

Der Kampf mit dem Einfassband

Ich hab bisher nur klassische Bündchen genäht und wollte immer schon mal Jersey-Schrägband ausprobieren. Einmal und nie wieder – ich hab den Ausschnitt zwei Mal wieder auftrennen müssen, bis es einigermaßen akzeptabel aussah. Ich hab es einfach noch nicht so richtig raus, wie lang das Bündchen für diese Ausschnittversion sein muss. Ich glaube das ist sehr materialabhängig, je weicher das Material, desto kürzer muss das Bündchen zugeschnitten werden.

Beim ersten Versuch hab ich das Bündchen genauso lang wie den Halsausschnitt zugeschnitten – was für ein Desaster. Viel viel viel zu lang zudem verliert der Stoff durch das doppelte Annähen an Elastizität und steht ganz grauenhaft ab.

Für den zweiten Versuch hab ich mein Halsbündchen auf die klassische Bündchenlänge, sprich Ausschnittlänge mit 0,7 multipliziert, gekürzt. Das sah schon viel besser aus, aber zufrieden war ich damit trotzdem nicht. Nachdem ich dann noch einmal 5cm von der Länge abgenommen und einmal mit ordentlich Dampf drüber gebügelt hab hat das Shirt das Attribut “vorzeigbar” verdient.

Ist das Kunst oder kann das weg

Um das Shirt noch ein wenig aufzupeppen hab ich mich das allererste Mal an Applikationen versucht. Das Vliesofix hatte ich schon irgendwo liegen – aber wo nur? Ah, direkt vor meiner Nase.

Den Schriftzug hab ich direkt in Word erstellt (Schriftart: Master of Break) und mir über die Schriftart-Optionen nur den Umriss der Schrift anzeigen lassen.

Einmal für die Vorlage abgepauscht und nochmal spiegelverkehrt auf die Papierseite vom Vliesofix gemalt. Der Schritt hätte ich mir eigentlich sparen können und einfach nur das Vliesofix etwas größer als meine Schablone ausschneiden können, aber warum einfach, wenn es auch kompliziert geht. Das Ganze dann zuerst auf den roten Stoff und dann auf die Rückseite von meinem Shirt aufgebügelt, die Papierschablone darauf festgesteckt und dann immer schön ordentlich auf der Linie genäht – naja gut, zumindest hab ich mir die größte Mühe dabei gegeben. Dazu hab ich den ganz normalen Geradstich mit Stichlänge 1 benutzt. Zu guter letzt hab ich den überstehenden Stoff außenherum mit einer scharfen spitzen Schere, bei mir kommt dazu eine zweckentfremdete Nagelschere zum Einsatz, weggeschnitten – und natürlich auch ein winziges Loch in meinen Stoff geschnitten, macht nichts, sieht da eh keiner. Die Schnörkel zwischen den Buchstaben bekommt man übrigens unfallfrei freigestellt indem man den Kopf einer Stecknadel zwischen die beiden Stoffschichten schiebt und so das Vliesofix wieder löst bevor man schneidet.

Für schönere Säume

Einen kleinen Trick hab ich noch in petto. Beim Säumen hat man doch an den Seitennähten immer diese beuligen Stellen, weil man an der Stelle nicht 2 sondern 6 Schichten Stoff hat, wenn man die Nahtzugabe zu einer Seite klappt. Man kann die Dicke reduzieren, indem man auf Höhe der Falz einen Einschnitt in die Nahtzugabe macht und diese dann zu beiden Seiten klappt. Das näht sich leichter und fühlt sich auch schöner an.

Schnitt: Fun Summer Tee von iCandy handmade, an der Taille schmaler gemacht

Stoff: Anker-Jersey und weißes Bündchen von Tedox
blauer und roter Jersey von Karstadt

RUMS

Ein Tag mit Barbara

Kleid “Barbara” aus der La Maison Victor

Mein liebster Nähtag ist Sonntag! Da wandere ich direkt nach dem Frühstück mit einer extra großen Tasse Kaffee in mein Arbeitszimmer, und während ich mich stundenlang meinem aktuellen Näh-Projekt widme, vergesse ich alles um mich herum.

An den letzten Sonntagen hieß das aktuelle Projekt “Barbara”. Das finde ich lustig, weil auch die Mutter meines Freundes so heißt. Hier handelt es sich allerdings um ein Kleid aus der aktuellen “La Maison Victor”. Im Vintage-Stil, mit Raffungen, fast knielang, zum Knöpfen. Bereits beim ersten Durchblättern der Zeitschrift hatte ich mich verliebt. Mir war klar, dieses Kleid will ich nähen – in rosa.

La Maison Victor Barbara nähen
Hallo, Babsi!
Stoffwahl

Zunächst schwebte mir ein rosa gepunkteter Stoff von Stoff und Stil vor, aber auf dem Stoffmarkt in Viersen habe ich mich spontan umentschieden. Ein Coupon rosa Blümchen-Baumwolle, 1,80 mal 1,60 Meter für 6 Euro – gekauft. Farblich passendes Garn hatte ich auch noch.

Stoffmarkt Holland Baumwolle rosa
Stoff und Garn liegen bereit!
Die Vorbereitung

Ich wollte also direkt loslegen. Zum Glück habe ich mir die Anleitung vorher nochmal angeschaut – und dabei festgestellt, dass die Nahtzugaben nicht enthalten waren. Oje. Bisher hatte ich Nahtzugaben dann öfter pi mal Daumen mit zugeschnitten, aber dementsprechend auch nur so mittelmäßig schöne Ergebnisse erreicht. Also mal wieder den Akkuratesse-Modus einschalten: Ich habe alle Schnittmuster in meiner Größe mit Kopierpapier kopiert, dann zwei Stifte mit Tesa aneinander geklebt, und dann alles nochmal nachgezogen und dabei gleich 1 cm Nahtzugabe mit eingezeichnet.

Nahtzugabe einzeichnen
Hier wird voll ordentlich gearbeitet.

Genau so ordentlich war ich bei den weiteren Schritten. Schnittmusterteile sehr sorgfältig ausgeschnitten, aufgelegt, umrandet und wieder ausgeschnitten. Alleine die Vorbereitung hat mehrere Stunden gedauert. Ich wundere mich immer, wenn Leute schreiben, sie hätten ganz schnell was genäht – Sorgfalt braucht schließlich Zeit.

La Maison Victor Barbara nähen
Man beachte die Kinder-Bastelschere, die mit ins Bild durfte.
An die Nähte, fertig, los!

Das Nähen ging relativ leicht von der Hand. Das Raffen mit Kräuselfaden habe ich ja bereits bei meiner “Mimi”-Bluse geübt. Beim Festnähen meiner Kräuselung habe ich getrickst und sie einfach kurz mit Tesa festgeklebt. Das hat ganz gut funktioniert.

Herausforderung Halsbeleg

Ich bin davon ausgegangen, dass die Herausforderungen bei “Barbara” für mich die Ziernähte werden würden. Da lag ich falsch (mit etwas Geduld und rosa Garn, damit Fehler nicht auffallen, ging es ganz gut). Stattdessen hatte ich richtigen Kummer mit dem Halsbeleg. Das Stück für die Hinterseite hat einfach nicht gepasst! Da muss ich bereits beim Abpausen einen Fehler gemacht haben. Nach einigem Hin und Her musste ich einsehen, dass ich das Problem nicht lösen kann – außer mit neu zuschneiden. Dafür habe ich die Breite der Beleg-Vorlage genommen und an Schnittmusterteil für den hinteren Halsausschnitt gelegt, um es in der richtigen Breite und Lange neu schneiden zu können. Danach hat es geklappt.

Auch Fehler zwei fand sich beim Beleg: Ich hatte zwei Teile jeweils nur zwei und nicht vier Mal zugeschnitten. Die Belegteile sollten eigentlich verstürzt werden, bevor sie an den Ausschnitt gesteppt werden. Ich hatte keine Lust, neu zuzuschneiden (und neu Vlieseline aufzubügeln), also habe ich den Beleg links auf rechts an den Ausschnitt genäht, so dass beim Umklappen trotzdem die rechte, schöne Seite zu sehen ist. Da bereits Bügelvlies untergebügelt war, fransen die Belegteile nicht aus.

Näh-Hack: Damit der Beleg nicht zurück klappt

Zum Befestigen des Belegs hat mir meine Schwester einen super Tipp gegeben: Saumband. Ich habe also kleine Stücke an verschiedenen Stellen angebügelt und der Beleg hält wunderbar, ohne wieder in die andere Richtung zu kippen.

Knöpfe werden rollen…

Ich war in drei Geschäften, um mir Knöpfe für “Barbara” zu kaufen, und bin doch nicht fündig geworden. Mir schwebten kleine, rote Knöpfe vor – aber die, die es zu kaufen gab, waren nicht zu 100% das, was ich wollte, und außerdem zu teuer. Letztlich habe ich bei Ebay kleine, rot glänzende Knöpfe ersteigert. Die waren eigentlich für Puppenkleidung gedacht, aber das macht ja nix. Insgesamt elf Knopflöcher und Knöpfe habe ich angenäht. Puh!

 

Die ganze Arbeit hat sich gelohnt, ich bin sehr stolz auf mein Kleid, habe es zu Ostern bereits getragen und werde es sicher den ganzen Sommer über oft anziehen.

Schnitt: “Barbara” aus der La Maison Victor 2/2017

Stoff: Baumwolle-Coupon 1,60 x 1,80 m vom Stoffmarkt in Viersen

La Maison Victor Barbara nähen
Barbara wird ausgeführt!
La Maison Victor Barbara nähen
Rücken-Raffungen.

Verlinkt beim Creadienstag:

und bei Handmade on Tuesday

 

 

Blusenkleid nähen Vintage

Meine Pyjamapiraten-Shorts

Streifenliebe

Spring Shorts Peppermint Magazine
Friemelarbeit: So ausschneiden, abstecken und aufeinandernähen, dass die Streifen aufeinander passen. Hat ganz gut geklappt!

Die Streifen sind los! Nachdem ich letzte Woche meinen quergestreiften Cardigan vollendet habe, sind jetzt Längsstreifen dran. Auf dem Nähtisch stapeln sich bereits eine unfertige Bluse und ein halbfertiges Kleid, da hatte ich keine Lust auf langwierige, sorgfältige Detailarbeiten, sondern auf ein fixes Projekt, das Erfolge verspricht. Da der Frühling langsam wunderbar warme Temperaturen mitbringt, war schnell klar – Shorts sollen es sein! Passenderweise heißt mein Schnitt auch so: Spring Shorts. Das Freebie vom Peppermint Magazine habe ich bereits letztes Jahr auf vielen Blogs gesehen. Ich entschied mich jedoch gegen die Kordel und für Gummiband im Bund. Ungewohnt für mich ist die hohe Taille – normalerweise trage ich keine High Weist Hosen.

Nähen mit Vintage-Stoffen

Shorts und Streifen – eine hübsche Kombi, dachte ich. Besonders, wenn man in seinem Fundus noch ein Stück super leichte Baumwolle aus den 50er Jahren hat. Meine Mutter und ich haben letztens etwas Zeit auf dem Dachboden verbracht, wo wir einige Schätze zutage förderten – z.B. eine Strickmaschine, die ich ganz bestimmt ausprobieren werde, sobald ich das nächste Mal im Norden bin (ich kann zwar gar nicht stricken, aber das lerne ich dann schon). Zu den Schätzen gehörten auch einige Stoffe, die aus einem Kaufmannsladen, den mein Urgroßonkel oder so vor vielen vielen Jahren mal hatte, stammten. Sie waren verstaubt und teilweise schon von Motten angefressen – aber das war nichts, wobei die Waschmaschine und eine Schere nicht Abhilfe schaffen konnten.

Vintage Stoff 50er
Der Stoff in seiner ganzen Pracht – inklusive Mottenlöchern.
Problem: Taschen nähen

Die Stücke, die die Motten und die Schere übrig gelassen hatten, reichten glücklicherweise für die Shorts. Das Schnittmuster war schnell zusammengesetzt, die Teile ausgeschnitten und los gings. Mit der Anleitung allerdings kam ich nicht ganz so gut zurecht. An meinem Englisch lags nicht, das ist ziemlich gut; das Problem waren die Taschen. Ich hatte vorher fast noch nie welche genäht (außer Paspeltaschen an einer Jogginghose die für meinen Freund zu Weihnachten bestimmt war, aber nicht 100%ig passte, so dass sie danach an meine Mutter ging) und das Prinzip, den Taschenstoff mittig zu falten und dann an die Vorderseite und Rückseite der Shorts zu nähen, war mir neu. Ich friemelte also ziemlich lange daran herum, trennte auf, nähte neu – so wurde es dann doch nix mit meinem schnellen Projekt für Zwischendurch.

Säume nähen mit Saumband

Danach war ich bereits ein ganz kleines bisschen genervt. So beschloss ich, den  vorgesehenen Beleg für den Hosensaum einfach wegzulassen. Stattdessen habe ich die Hosenbeine gesäumt – ganz ohne Nähen. Hab zum ersten Mal Saumband zum Aufbügeln ausprobiert und bin ziemlich begeistert, wie gut das funktioniert hat. Damit schummel ich in Zukunft sicher öfter.

Pyjamahose trifft Piraten-Stil
Spring Shorts Peppermint Magazine
Fürs Foto hab ich mir die Jeansjacke von meinem Freund “ausgeliehen”…

Mit dem Ergebnis bin ich doch zufrieden. Habe noch Gürtelschlaufen hinzugefügt und einen Bindegürtel. Der Stoff fühlt sich toll an und fällt unheimlich gut. Die Taschen sind bis auf einen kleinen Fehler ganz gut geworden und bieten unheimlich viel Platz und extra Bequemlichkeit. Hinten fällt die Shorts wie ein Hosenrock – das finde ich toll! Die Kombination aus dünnem Stoff und Längsstreifen wirkt allerdings auch irgendwie wie eine Mischung aus maritim und Schlafanzughose. Ich finde, ich sehe darin aus wie ein Pyjama-Pirat! Aber das macht nix – und ich kann mir schon richtig gut vorstellen, wie ich die Shorts an einem Tag am Strand anhabe oder darin an heißen Tagen ein Eis esse.

Spring Shorts Streifen Hund
Passen immer perfekt zusammen: Streifen und Punkte.

Schnitt: Spring Shorts von Pattern Runway in der Sewing School von Pappermint Magazine

Stoff: ca 1m Vintage-Baumwolle

 

Verlinkt beim Memademittwoch

Kostenlose Schnittmuster Linkparty 

Auf Streifzug

Pulli-Parade

Ich liebe Pullis. Mit Kapuze oder Kragen, mit und ohne Taschen, in jeglichen Variationen. Bei mir kommen auch definitiv keine gekauften Pullis mehr in den Schrank, es geht einfach nichts über selbstgenähte.

Ich liebe meine Pullis viel zu sehr um mich für einen einzigen entscheiden zu können, deshalb zeig ich sie jetzt einfach alle beim Jahres sew along im März: Lieblingshoodie.

No. 1 – Einfach Spitze

Mein erster Hoodie, ein LadyHood Rockers von mamahoch2, ist Mitte letzten Oktober entstanden und noch eins meiner ersten Kleidungsstücke. Ich hab diesen wunderschönen Pulli auf DaWanda entdeckt und es mir in den Kopf gesetzt das gute Stück nachzunähen. Ja-ha, denkste. Dieser Pulli hat mich echt Nerven gekostet. Das Colorblocking passte im ersten Anlauf natürlich nicht aufeinander, geschweige denn im Zweiten, schlussendlich ist der Pulli “aus Versehen” von einer 40 auf eine 38 geschrumpft damit es zumindest halbwegs aufeinander passte.

Das nächste Desaster ließ nicht lange auf sich warten. Auf der einen Schulter war die Spitze aus der Naht gerutscht, auf der anderen bereits nach kurzer Zeit gerissen und allgemein hat die elastische Spitze, die ich verwendet hab, eine wahnsinnig schlechte Qualität. Sie zieht extrem viele Fäden. Vom Weiten sieht der Hoodie immer noch richtig toll aus, vom Nahen aber ist es nach etlichen Waschgängen leider nur noch ein fusseliges Etwas. Egal, ich liebe ihn trotzdem.

No. 2 – Grau in Grau

Auch der zweite Hoodie ist ein LadyHood Rockers. In der Zwischenzeit hatte ich angefangen hier in Kiel in einem Stoffgeschäft zu arbeiten und der Sweatshirtstoff hat mich wochenlang aus dem Regal heraus angelächelt, ehe ich mich dann doch dazu durchringen konnte. Ich hatte einfach sehr lange Bedenken, dass das Muster viel zu wild für einen Pullover ist – War wohl doch grundlos.

Diesmal ein Pulli ohne Pleiten, Pech und Pannen, dafür aber mit gepfuschtem Kapuzeninnenleben, das war in seinem vorigen Leben nämlich eine Hose.

LadyHood Rockers Pullover Sweatshirt

Der LadyHood Rockers geht mir leicht von der Hand, mit der Overlock ist das Zusammennähen ein Kinderspiel und in einer dreiviertel Stunde geschafft. Noch besser würde es gehen, wenn man zumindest ein Passzeichen für die Schulternaht auf dem Ärmel hätte, es geht aber auch so. Die Passform des Hoodies gefällt mir eigentlich ganz gut (hier eine 40, die ich an den Seitennähten jeweils noch zweimal um die Nahtbreite der Overlock, also ca. 1,2cm, gekürzt hab). Einzig störend finde ich, dass unter den Armen irgendwie zu viel Stoff ist. Ich glaube der Schnitt ist einfach für Frauen mit mehr Oberweite konzipiert.

No. 3 – Ein bisschen Farbe bitte

Darf ich vorstellen: meine Lady Hennja von Mamili1910. In Hoodies nähen hatte ich mittlerweile genug Übung, das dachte ich zumindest. Doch dann kam Hennja. Was hab ich geflucht … und geschimpft und gezetert.

Es fing schon mit der Platzierung der Reißverschlusstaschen an. Der Schneiderkreidestift wollte nicht so wie ich, der Trick-Marker ist übers Wochenende auf der Vlieseline verschwunden (ja, das soll er auch, ich hatte nur nicht erwartet, dass das Zeug so gut funktioniert) und die H250 Vlieseline ist mir irgendwie doch zu steif zum Verstärken von Sweat und Jersey. Trotz gewisser Startschwierigkeiten sind die Taschen doch ganz gut geworden – naja bis auf die Tatsache, dass sie falsch herum auf gehen. Macht nix, weis ja keiner, dass das nicht so gehört.

Weiter ging es dann mit dem Reißverschluss um die Kapuze. Feinstsäuberlich abgesteckt und trotzdem hat der Nähmaschinenfuß den Sweatshirtstoff verschoben, so dass am Ende nichts mehr passte. Auch beim Annähen des Kapuzenfutters aus Jersey ist es eher noch schlimmer geworden, sogar eine kleine Falte hat sich eingeschmuggelt. Die Lösung des Problems von Reißverschlüssen auf elastischen Stoffen nennt sich Stylefix bzw. Wonder Tape (wasserlöslich). Wird im ebook übrigens auch empfohlen, aber ich dachte, ich würde es auch so hinkriegen – Da hab ich mich wohl mal wieder geirrt, aber aus Fehlern lernt man ja bekanntlich.

Als nächstes war das Annähen des Kapuzeninnenfutters auf die “schöne” *hust* Art dran. Das sollte man nämlich um die Nahtzugabe der bereits bestehenden Naht zwischen Pulli und äußerer Kapuze legen und feststeppen. Das war eine äußerst friemelige und rutschige Angelegenheit und sieht im Endergebnis auch nicht so toll aus, wie gehofft.

Lady Henna Sweatshirt Pullover Hoodie nähen

Der Schnitt sitzt im Allgemeinen lockerer als der LadyHood Rockers, was mich im Nachhinein dann doch irgendwie stört, ich mag es tailliert. Dass die Kapuze nicht ganz zu geht, ist von den Schnittmachern so gewollt, ich hätte es dann aber doch ganz gern so gehabt, vielleicht ja beim nächsten Mal, wobei ich dabei den Reißverschluss um die Kapuze weglassen würde und nur den kleinen Zierreißverschluss auf der Brust nähen würde.

No. 4 – Mit dem Strom geschwommen

Im Laden sind über den Winter gefühlt jeden Tag mindestens fünf Frauen im Laden gewesen um Stoff für die Nelly von pattydoo zu kaufen und da sich von den vorigen Pullis so langsam Reste angesammelt haben, die sich perfekt für einen Patchwork-Pulli eigneten, musste ich den Schnitt ja dann doch ausprobieren. Man will ja mitreden können.

pattydoo Nelly nähen

Was soll ich groß zur Nelly sagen, Größe 38 genäht, bisschen kurz für meinen Geschmack aber passt. Verlängern wäre mir beim der Patchwork-Pulli auch einfach zu umständlich geworden.

No. 5 – Einmal Raglan bitte

Nach den vielen normalen Hoodies wollte ich auch mal einen Raglan-Pulli haben und die Amy von pattydoo (bekommt man, wenn man sich zum pattydoo Newsletter anmeldet) hat noch in den Tiefen meines Computers geschlummert. Ausgedruckt, Größe 38 ausgeschnitten, für viel zu groß befunden und großzügig verändert. Am Bruch hab ich 1,5cm weggeschnippselt, die Taille auf Größe 32 zurückgestutzt und die Ärmel verlängert. Tatarata – meine Schwalben-Amy.

pattydoo Amy nähen Raglan-Pulli

Schnitte:
LadyHood Rockers von mamahoch2
Lady Hennja von Mamili1910
Nelly von pattydoo
Amy von Pattydoo

Mit Nadel und Geduldsfaden

Hurra, mein Streifen-Cardigan ist fertig! Das erste Stück, was ich auf der Overlock genäht habe. Und auch der erste “richtige” Cadigan, den ich genäht habe (hatte schon einmal einen mit dem selben Schnitt angefangen, war aber am Einfassband und anderen Kleinigkeiten wie zu engen Ärmeln gescheitert). Somit also ein echtes Erfolgserlebnis und ein super Teil für meine Frühlingsgarderobe!

Hallo, Akkuratesse!

Die Fertigstellung war ein Kampf mit meiner Geduld, denn es fehlten nur noch Schritte, für die man unheimlich viel Sorgfalt an den Tag legen musste: Das Bündchen absteppen – im Nahtschatten. Also ganz langsam und vorsichtig aufs Pedal treten. Es hat nicht überall hingehauen, an den schlimmsten Stellen habe ich die Naht wieder aufgetrennt.

Verflixt und zugeknöpft

Als nächstes die Knöpfe: Die Knopfauswahl hat ja noch Spaß gemacht. (Seit ich das allererste Mal Knöpfe im Laden gekauft habe und an der Kasse beinahe umgefallen bin vor Schock darüber, wie teuer die sind, schneide ich die Knöpfe jedes Hemdes und jeder Bluse ab, die in die Altkleidersammlung kommen.) Ich wühlte in meinem Fundus herum und habe mich für elegante, kleine Perlmuttknöpfe entschieden.

Die Streifen des Cardigans waren dabei Fluch und Segen zugleich. Denn einerseits konnte ich mich an den Streifen orientieren (jeder vierter türkise Streifen ein Knopfloch), musste aber auch höllisch aufpassen, dass die Streifen absolut passgenau aufeinander treffen. Also ging das Knopfloch- und Knopf-Annähen sehr, sehr langsam vonstatten. Aber die Geduld hat sich gelohnt: Alles passt – Ute happy!

Cardigan Maja Streifen türkis
Streifen auf Streifen auf Streifen.
Verflixt und zugenäht

Im letzten Schritt griff ich wieder zu Nadel und Faden, diesmal schon genervt, aber in der Hoffnung, das Ding bald fertig zu bekommen. Dazu konnte ich mich immerhin auf den Balkon in die Sonne setzen – aber mit der Hand nähen ist wirklich nichts für mich. Ich komme mir zu grobmotorisch vor, wenn ich winzig kleine Fäden verknoten soll und dann noch einen Knoten machen muss, der genau auf den ersten passt. Ich habe das Gefühl, meine Finger sind im Weg, wenn ich einen hübschen Matratzenstich mit winzigen Stichen nähen möchte.

Mit dem Endergebnis der Matratzennaht bin ich einverstanden, aber nicht super glücklich. Man sieht zwar die Fäden nicht, aber die Nähte sind wellig. Da heißt es wohl: üben, üben, üben – oder nie wieder etwas nähen, das von Hand geschlossen wird. Ha! Und ich lasse mir die Freude über das fertige Kleidungsstück dabei nicht vermiesen und überlege schon, womit ich den Cadigan gut kombinieren kann 🙂

Cardigan Maja nähen
Querstreifen machen schick!

Schnitt: Cardigan “Maja” von Kreativlabor Berlin  mit einigen Änderungen

Knöpfe: Vintage aus hauseigenem Fundus

 

Verlinkt beim Creadienstag:

und bei Handmade on Tuesday

 

Auf Streifzug 

Ausgehfein

Vor Kurzem hatte ich ja schon über den Tshirt-Schnitt auf Maß berichtet, jetzt hab ich daraus gleich mal ein ganzes Kleid gebastelt. Das hab ich natürlich nicht gemacht, weil der mittlerweile abgeänderte Schnitt als doppellagiges Top auf den Hüften wie Pelle saß oder so, nein nein…

rückenfreies Kleid nähen

Das Kleid hat einen High-Neck-Ausschnitt, Prinzessnähte, Taillenband und einen XXL-Rückenausschnitt, den ich mit einem Druckknopf am Halsband verschlossen hab.

Den Schnitt stell ich auch gerne als Freebook zur Verfügung, wenn Interesse besteht.

Verlinkt bei:RUMS