Ankerkleid “Toni”

Selten hab ich so viele Komplimente für ein selbst genähtes Kleidungsstück bekommen wie für meine neue “Toni” und das obwohl ich quasi nur noch in Eigenkreationen herum laufe. Einziger Mangel: der Ausschnitt wellt sich ein kleines bisschen, da hätte ich mal lieber selbst zum Maßband greifen und nicht die Tabelle aus der Schnittanleitung nehmen sollen.

Toni nähen

Milchmonster Toni nähen

Das Schnittmuster ist meiner Meinung nach ein echter Figurschmeichler und sehr bequem, ich mag es gar nicht mehr ausziehen. Ich hab eine Größe 38 genäht, obwohl laut Maßtabelle [meine Maße: 88-73-99] vermutlich auch eine 36 gepasst hätte, und das Rockteil unten um gut 10cm verlängert, weil ich mit meinen 1,76m ja doch recht groß bin.

Schnittmuster:  Raglankleid Toni von Milchmonster
Stoffverbrauch: 1,70m bei Größe 38 (10cm verlängert)

Und damit geht es jetzt zum allerersten Mal zum Memademittwoch und zu After Work Sewing.

Raglan Sweatshirt im Naketano-Stil

Es soll ja Leute geben, die sich erst genau überlegen, welchen Schnitt sie benutzen möchten und sich danach erst Gedanken um den Stoff machen. Bei mir ist es definitiv andersherum. Ich verliebe mich erst in die Stoffe und überlege dann, wie ich sie vernähen möchte. Ihr könnt euch denken, dass das zu einem recht ansehnlichen “Stash” führt und manche Stücke Monate warten müssen, bis ich das richtige Schnittmuster dafür ausgesucht habe.

Zu viel Muster oder gerade genug?

Bei dem maritimen Interlock-Jersey hingegen ging es ganz schnell. Auf dem Holland-Stoffmarkt im Bochum habe ich ihn unheimlich günstig erstanden.  Nach ein wenig Gegrübel, ob mir das Muster nicht doch zu kindlich ist, entschied ich mich für ein klares “Nein”. Als waschechtes Küstenkind kann man maritime Muster tragen. Basta. Und so wusste ich schon zuhause, dass ein muggeliges Sweatshirt daraus werden sollte. Mit Raglan-Ärmeln! Den Schnitt fand ich im Buch “Nähen macht glücklich” von Karin Ziegler. Hier war noch eine Kapuze vorgesehen, die ich weggelassen habe. Stattdessen habe ich den Ausschnitt mit einem Bündchen eingefasst. Die Regel zum Ausmessen der Länge bei Bündchen hat mir meine Schwester erklärt: Umfang x 0,8 bei Jersey, Umfang bei 0,7 bei Bündchen-Stoff. Aha. Wieder was gelernt. Danke! Für alle Bündchen habe ich die Rückseite des Jerseys benutzt.

Zugeschnitten habe ich diesmal ganz brav und ordentlich auf dem Küchentisch, und die Akuratesse hat sich gelohnt: Das Nähen ging mir leicht von der Hand. Der Schnitt war jedoch zu groß –  die Schnitte haben Zwischengrößen S/M  und ich bin dann doch schmaler. Das Problem habe ich pragmatisch gelöst, indem ich einfach mehr Nahtzugabe genommen habe.  Ha!

Fertig! Wer genau hinsieht, kann übrigens erkennen, dass ich nicht gerne Nähte versäubere. Was solls… mir gefällts trotzdem!

Das Sweatshirt erinnert mich an den Style der Marke Naketano und ich wurde auch bereits gefragt, ob der Pulli gekauft sei. Das ist das schönste Kompliment. Dazu ist er unheimlich kuschelig.

Stoff: 2 m Interlock Jersey vom Stoffmarkt Holland in Bochum

Schnitt: Kapuzenpulli mit Wendeoption von Karin Ziegler aus “Nähen macht glücklich”.