Meine Pyjamapiraten-Shorts

Streifenliebe

Spring Shorts Peppermint Magazine
Friemelarbeit: So ausschneiden, abstecken und aufeinandernähen, dass die Streifen aufeinander passen. Hat ganz gut geklappt!

Die Streifen sind los! Nachdem ich letzte Woche meinen quergestreiften Cardigan vollendet habe, sind jetzt Längsstreifen dran. Auf dem Nähtisch stapeln sich bereits eine unfertige Bluse und ein halbfertiges Kleid, da hatte ich keine Lust auf langwierige, sorgfältige Detailarbeiten, sondern auf ein fixes Projekt, das Erfolge verspricht. Da der Frühling langsam wunderbar warme Temperaturen mitbringt, war schnell klar – Shorts sollen es sein! Passenderweise heißt mein Schnitt auch so: Spring Shorts. Das Freebie vom Peppermint Magazine habe ich bereits letztes Jahr auf vielen Blogs gesehen. Ich entschied mich jedoch gegen die Kordel und für Gummiband im Bund. Ungewohnt für mich ist die hohe Taille – normalerweise trage ich keine High Weist Hosen.

Nähen mit Vintage-Stoffen

Shorts und Streifen – eine hübsche Kombi, dachte ich. Besonders, wenn man in seinem Fundus noch ein Stück super leichte Baumwolle aus den 50er Jahren hat. Meine Mutter und ich haben letztens etwas Zeit auf dem Dachboden verbracht, wo wir einige Schätze zutage förderten – z.B. eine Strickmaschine, die ich ganz bestimmt ausprobieren werde, sobald ich das nächste Mal im Norden bin (ich kann zwar gar nicht stricken, aber das lerne ich dann schon). Zu den Schätzen gehörten auch einige Stoffe, die aus einem Kaufmannsladen, den mein Urgroßonkel oder so vor vielen vielen Jahren mal hatte, stammten. Sie waren verstaubt und teilweise schon von Motten angefressen – aber das war nichts, wobei die Waschmaschine und eine Schere nicht Abhilfe schaffen konnten.

Vintage Stoff 50er
Der Stoff in seiner ganzen Pracht – inklusive Mottenlöchern.
Problem: Taschen nähen

Die Stücke, die die Motten und die Schere übrig gelassen hatten, reichten glücklicherweise für die Shorts. Das Schnittmuster war schnell zusammengesetzt, die Teile ausgeschnitten und los gings. Mit der Anleitung allerdings kam ich nicht ganz so gut zurecht. An meinem Englisch lags nicht, das ist ziemlich gut; das Problem waren die Taschen. Ich hatte vorher fast noch nie welche genäht (außer Paspeltaschen an einer Jogginghose die für meinen Freund zu Weihnachten bestimmt war, aber nicht 100%ig passte, so dass sie danach an meine Mutter ging) und das Prinzip, den Taschenstoff mittig zu falten und dann an die Vorderseite und Rückseite der Shorts zu nähen, war mir neu. Ich friemelte also ziemlich lange daran herum, trennte auf, nähte neu – so wurde es dann doch nix mit meinem schnellen Projekt für Zwischendurch.

Säume nähen mit Saumband

Danach war ich bereits ein ganz kleines bisschen genervt. So beschloss ich, den  vorgesehenen Beleg für den Hosensaum einfach wegzulassen. Stattdessen habe ich die Hosenbeine gesäumt – ganz ohne Nähen. Hab zum ersten Mal Saumband zum Aufbügeln ausprobiert und bin ziemlich begeistert, wie gut das funktioniert hat. Damit schummel ich in Zukunft sicher öfter.

Pyjamahose trifft Piraten-Stil
Spring Shorts Peppermint Magazine
Fürs Foto hab ich mir die Jeansjacke von meinem Freund “ausgeliehen”…

Mit dem Ergebnis bin ich doch zufrieden. Habe noch Gürtelschlaufen hinzugefügt und einen Bindegürtel. Der Stoff fühlt sich toll an und fällt unheimlich gut. Die Taschen sind bis auf einen kleinen Fehler ganz gut geworden und bieten unheimlich viel Platz und extra Bequemlichkeit. Hinten fällt die Shorts wie ein Hosenrock – das finde ich toll! Die Kombination aus dünnem Stoff und Längsstreifen wirkt allerdings auch irgendwie wie eine Mischung aus maritim und Schlafanzughose. Ich finde, ich sehe darin aus wie ein Pyjama-Pirat! Aber das macht nix – und ich kann mir schon richtig gut vorstellen, wie ich die Shorts an einem Tag am Strand anhabe oder darin an heißen Tagen ein Eis esse.

Spring Shorts Streifen Hund
Passen immer perfekt zusammen: Streifen und Punkte.

Schnitt: Spring Shorts von Pattern Runway in der Sewing School von Pappermint Magazine

Stoff: ca 1m Vintage-Baumwolle

 

Verlinkt beim Memademittwoch

Kostenlose Schnittmuster Linkparty 

Auf Streifzug

Mit Nadel und Geduldsfaden

Hurra, mein Streifen-Cardigan ist fertig! Das erste Stück, was ich auf der Overlock genäht habe. Und auch der erste “richtige” Cadigan, den ich genäht habe (hatte schon einmal einen mit dem selben Schnitt angefangen, war aber am Einfassband und anderen Kleinigkeiten wie zu engen Ärmeln gescheitert). Somit also ein echtes Erfolgserlebnis und ein super Teil für meine Frühlingsgarderobe!

Hallo, Akkuratesse!

Die Fertigstellung war ein Kampf mit meiner Geduld, denn es fehlten nur noch Schritte, für die man unheimlich viel Sorgfalt an den Tag legen musste: Das Bündchen absteppen – im Nahtschatten. Also ganz langsam und vorsichtig aufs Pedal treten. Es hat nicht überall hingehauen, an den schlimmsten Stellen habe ich die Naht wieder aufgetrennt.

Verflixt und zugeknöpft

Als nächstes die Knöpfe: Die Knopfauswahl hat ja noch Spaß gemacht. (Seit ich das allererste Mal Knöpfe im Laden gekauft habe und an der Kasse beinahe umgefallen bin vor Schock darüber, wie teuer die sind, schneide ich die Knöpfe jedes Hemdes und jeder Bluse ab, die in die Altkleidersammlung kommen.) Ich wühlte in meinem Fundus herum und habe mich für elegante, kleine Perlmuttknöpfe entschieden.

Die Streifen des Cardigans waren dabei Fluch und Segen zugleich. Denn einerseits konnte ich mich an den Streifen orientieren (jeder vierter türkise Streifen ein Knopfloch), musste aber auch höllisch aufpassen, dass die Streifen absolut passgenau aufeinander treffen. Also ging das Knopfloch- und Knopf-Annähen sehr, sehr langsam vonstatten. Aber die Geduld hat sich gelohnt: Alles passt – Ute happy!

Cardigan Maja Streifen türkis
Streifen auf Streifen auf Streifen.
Verflixt und zugenäht

Im letzten Schritt griff ich wieder zu Nadel und Faden, diesmal schon genervt, aber in der Hoffnung, das Ding bald fertig zu bekommen. Dazu konnte ich mich immerhin auf den Balkon in die Sonne setzen – aber mit der Hand nähen ist wirklich nichts für mich. Ich komme mir zu grobmotorisch vor, wenn ich winzig kleine Fäden verknoten soll und dann noch einen Knoten machen muss, der genau auf den ersten passt. Ich habe das Gefühl, meine Finger sind im Weg, wenn ich einen hübschen Matratzenstich mit winzigen Stichen nähen möchte.

Mit dem Endergebnis der Matratzennaht bin ich einverstanden, aber nicht super glücklich. Man sieht zwar die Fäden nicht, aber die Nähte sind wellig. Da heißt es wohl: üben, üben, üben – oder nie wieder etwas nähen, das von Hand geschlossen wird. Ha! Und ich lasse mir die Freude über das fertige Kleidungsstück dabei nicht vermiesen und überlege schon, womit ich den Cadigan gut kombinieren kann 🙂

Cardigan Maja nähen
Querstreifen machen schick!

Schnitt: Cardigan “Maja” von Kreativlabor Berlin  mit einigen Änderungen

Knöpfe: Vintage aus hauseigenem Fundus

 

Verlinkt beim Creadienstag:

und bei Handmade on Tuesday

 

Auf Streifzug